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Fortuna Düsseldorf
Das elendig lange Warten auf den ersten Dreier

Schornsteinfeger sollen der Fortuna Glück bringen
Schornsteinfeger sollen der Fortuna Glück bringen FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Woran merkt man, dass der Saisonauftakt von Fortuna Düsseldorf misslungen ist? An der Anzahl der Phrasen. Neues kann Trainer Frank Kramer beim fünften Anlauf auf einen Liga-Dreier nicht erzählen. Diverse Personalien sind deutlich interessanter.  Von Christoffer Kleindienst

Wenn man Frank Kramer schonmal sprechen gehört hat, weiß man, dass er nicht zu den Fußballtrainern gehört, die ihre vorgefertigten Sätze bestmöglich herunterspulen. Der 43-Jährige ist eloquent. Umso deutlicher wird die Situation, in der die Fortuna derzeit steckt. Kramer nutzt Phrasen - nicht jene, die im Fußball in den vergangenen Jahrzehnten vollkommen abgenutzt wurden. Sondern eben solche, die er höchstpersönlich seit einigen Wochen predigt. 

"Für mich ist es ein Spiel, in dem wir eine richtig gute Leistung abliefern müssen. Basis dafür ist, dass wir diese Leidenschaft wieder hinbekommen", erklärte der Cheftrainer zu Beginn der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg. Es ist eine altbekannte Aussage des Coaches - verübeln kann man ihm das aber nicht. Seine Mannschaft spielt weitestgehend guten Fußball, aber nach vier Spieltagen haben die Düsseldorfer nur einen Punkt auf dem Konto. 

Die offenbar banale Lösung: Das Team braucht einen Sieg. Zunichte machte das vor allen Dingen die bisher verheerende Chancenverwertung der Fortuna. "Wir haben ja häufig die Chance. Es wird schlichtweg wahrscheinlich, dass wir irgendwann treffen. Es kommt darauf an, wie sehr man das will. So ist mein Ansatz", erklärt Kramer nüchtern. 

Kerem Demirbay tritt alle Standards beim Training der Fortuna FOTO: Falk Janning

Auf die zweite Halbzeit gegen Freiburg könnte man demnach aufbauen. Düsseldorf spielte stark, vergab allerdings Tormöglichkeiten in Hülle und Fülle. Personell dürfte sich nicht so viel ändern - auch wenn diesbezüglich viel in der vergangenen Woche passiert ist. Der nun abgewanderte Michael Liendl war gegen die Breisgauer schon nicht mehr im Kader, Zugang Kerem Demirbay ist hingegen noch angeschlagen. "Ich bin froh, dass wir noch zwei Tage haben. Wir müssen sehen, wie er sich einarbeitet. Dass er dabei ist, wenn das Schienbein hält, ist ja klar", sagt Kramer über den Neu-Fortunen.

Überraschend wäre derweil das Blitz-Comeback von Kramers Co-Kapitän: "Der Fuß sieht bislang bei Julian Koch ganz gut aus. Schauen wir mal, wie lange es dauert." Eine echte Option für Sonntag wird er aber wohl nicht sein. Normalerweise könne er nicht spielen, "aber ausschließen wollen wir es nicht."

Auch Sercan Sararer sei ein wenig angeschlagen, ganz sicher sei sein Einsatz nicht. Sein Ausfall wäre besonders bitter für die Fortuna, gehörte er doch regelmäßig zu den besten Spielern der Düsseldorfer. Angst vor einer weiteren Niederlage und einer handfesten Krise hat Kramer aber nicht: "Daran denke ich noch nichtmal. Ich denke nicht an mögliche Misserfolge. Es geht darum, dass man alles in die Waagschale werfen muss." 

Demirbays erste Einheit für die Fortuna FOTO: Falk Janning

Vom Sportdirektor bekommt er Rückendeckung. "Wir sind ruhig und wir bleiben auch ruhig. Den Weg, den wir gehen, ist der richtige", so Rachid Azzouzi, der aber auch anmerkt: "Damit wir aber auch mal über schöne Sachen reden können, müssen wir auch mal einen Dreier einfahren - klar." Keine Phrase, sondern eine klare Ansage.

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