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Fortuna Düsseldorf
Das kann Fortuna noch besser machen

Kapitän Fink macht Fortschritte
Kapitän Fink macht Fortschritte FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf macht momentan vieles richtig, aber natürlich nicht alles. Trainer Friedhelm Funkel ist ein Freund klarer Worte. Er sieht an einigen Stellen Verbesserungsbedarf – und benennt die Fehler des Zweitligisten. Von Jan Dobrick

"Wenn man unsere Leistungen betrachtet, haben wir ein, zwei Punkte zu wenig gesammelt", findet Fortunas Coach. Die Düsseldorfer stehen mit 13 Zählern nach neun Spieltagen auf Rang sieben – die Welt der Rheinländer ist eigentlich in Ordnung. Vor allem in den Spielen gegen Heidenheim (0:2), Braunschweig (1:2), Fürth (1:1) und Karlsruhe (1:1) sei aber mehr drin gewesen, sagt Funkel, der auch betont: "Wir sind keine Spitzenmannschaft, sondern dabei, uns zu stabilisieren."

An diesen Stellschrauben muss Funkel noch drehen:

  • Pressing

"Wir laufen den Gegner nicht aggressiv genug an, manchmal sind wir zu passiv", sagt Funkel, hat aber auch positive Beispiele parat. Gegen 1860 München seien die frühen Tore gefallen, weil man energisch zur Sache gegangen sei, den Gegner gestört und das Leder erkämpft habe. "Die Jungs müssen richtig draufgehen. Entweder haben sie dann den Ball – oder sie kassieren eben das taktische Foul."

  • Ballkontrolle

Beim Sieg in München vermisste der Trainer insbesondere in der zweiten Halbzeit die nötige Ruhe in den Aktionen. "Wir halten den Ball zu wenig in unseren Reihen, treiben ihn stattdessen immer nach vorne und verlieren ihn zu schnell", sagt der Trainer. "Forsch attackieren ist gut, aber manchmal ist ein wenig Zurückhaltung besser." In der Allianz Arena sei sein Team zu viel Risiko gegangen. Das habe er der Mannschaft auch deutlich gesagt und bei der Videoanalyse gezeigt.

  • Balance zwischen Angriff und Abwehr

Entweder die Fortuna verteidigt kompakt und hat Schwierigkeiten beim Spiel nach vorne – oder sie erarbeitet sich Torchancen und wackelt dafür in der Abwehr. "Das muss in einem gesunden Verhältnis stehen", mahnt der Trainer: "Wäre Michael Rensing nicht so ein überragender Torwart, hätten wir jetzt weniger Punkte." Zum Saisonstart stand die Verteidigung besser, Funkel will die Stabilität zurück. Adam Bodzek hatte gegen die "Löwen" beispielsweise einen Katastrophenpass gespielt, durch den fast ein Gegentor gefallen wäre. "So etwas darf nicht passieren", sagt Funkel.

  • Standardsituationen

"Wir müssen Standards brutaler verteidigen", sagt Funkel. Der 62-Jährige fordert von seinen Spielern intensivere Zweikämpfe. Immerhin kassierten die Flingerner sechs von neun Gegentoren nach ruhendem Ball. Der Elfmeter, den Michael Liendl am 9. Spieltag zum 1:3-Ehrentreffer für 1860 München erzielte, ist dabei nicht eingerechnet.

  • Zeitspiel

Der Trainerfuchs erklärt seinen Schützlingen, wie man bei einer Führung effektiv auf Zeit spielt: "Rensing darf sich bei den Abschlägen nicht so viel Zeit nehmen. Man muss dem Schiri immer das Gefühl geben, dass man sich beeilt. Auch, wenn das nicht der Fall ist. Sonst lässt er die Minuten nachspielen", sagt Funkel: "Außerdem bringt man auswärts das Publikum gegen sich auf. Das war in München schlecht." Axel Bellinghausen bekam gegen die "Löwen" noch auf dem Feld einen Chrashkurs. "Ich habe ihm bei seiner Auswechslung angezeigt, dass er ein wenig traben soll", verrät der Coach. "Dann ist er vielleicht fünf Sekunden schneller vom Platz, aber der Schiri schlägt dafür nicht 30 Sekunden drauf."

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