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Fortuna Düsseldorf
Das kleine Elfmeterwunder und der neue Bolly

Alle Schützen bei Fortunas Elfmeterschießen in Essen
Alle Schützen bei Fortunas Elfmeterschießen in Essen FOTO: dpa, mb hak
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs Pokalerfolg gegen Rot-Weiss Essen war hart umkämpft. Wahre Kenner des Vereins dürfte der Sieg im Elfmeterschießen überrascht haben. Nun hat das Team statstisch gesehen gute Chancen auf das Achtelfinale.  Von Christoffer Kleindienst

Unnerstall ist Spieler des Spiels

Keine Überraschung: Lars Unnerstall hat die Wahl zum Spieler des Spiels gegen Rot-Weiss Essen souverän gewonnen. Der Keeper setzte sich mit sagenhaften 92,9 Prozent gegen Sercan Sararer (5,5) und Michael Liendl (1,6) durch. 

 

Pokal-Rookie Unnerstall

Apropos Unnerstall. Der Keeper hat mit 25 Jahren erst sein viertes DFB-Pokalspiel bestritten. Mit Fortuna war es sein erster Auftritt im Wettbewerb, für den FC Schalke war er drei Mal im Einsatz. Seine Bilanz: Ein Mal verloren, drei Mal gewonnen. Allerdings musste er dabei vier Mal hinter sich greifen – das Elfmetertor der Essener nicht mitgezählt. Michael Rensing durfte schon 21 Mal im Pokal ran, 17 Mal ging er als Sieger vom Platz. 44 Gegentreffer musste er dennoch hinnehmen.

Das Fortunafamilienzimmer

Augen zu und durch

Dass die Fortuna das Elfmeterschießen gegen RWE tatsächlich gewonnen hat, grenzt an ein Wunder. Sofern Trainer Frank Kramer die Elfmeterstatistik seiner Schützen im Kopf hatte, dürfte ihm ein wenig mulmig gewesen sein. Einzig Michael Liendl ist mit 20 von 23 verwandelten Elfmetern ein erfahrener und erfolgreicher Schütze vom Punkt. Christian Strohdiek? Null Treffer vor dem Spiel gegen Essen, dafür einmal gescheitert. Mike van Duinen? Nicht einmal erfolgreich, dafür aber auch bereits ein Mal gescheitert – ein Fehlschuss kam nun hinzu. Karim Haggui hatte derweil eine ausgeglichene Bilanz, was aber daran liegt, dass er noch nie einen Elfmeter in einem Pflichtspiel schoss. Didier Ya Konan kann zumindest behaupten, dass er bereits vier mal am Punkt stand – und sogar drei Mal erfolgreich war. Diese Bilanz hat sich nach dem Essen-Spiel aber bekanntlich verschlechtert.

Aller guten Dinge sind drei

Lukas Schmitz flog am Sonntag in den Schlussminuten der regulären Spielzeit vom Platz. Die Gelb-Rote Karte war eine harte Entscheidung des Schiedsrichters. Bekannt für seine Fehltritte ist der Linksverteidiger nicht unbedingt, doch es war immerhin das dritte Mal, dass Schmitz Gelb-Rot sah: Mit Werder Bremen in der Saison 12/13 flog er gegen den VfL Wolfsburg vom Platz. Außerdem musste er im Champions-League-Achtelfinale 2011 beim FC Valencia frühzeitig duschen gehen. Glatt Rot hatte er auch schonmal bekommen. In der Regionalliga West 08/09 wurde er direkt vom Platz geschickt. In der Saison spielte er übrigens auch zwei Mal gegen RWE: Ein Sieg, ein Unentschieden sprangen dabei heraus.

Fast die Nummer sieben

Souverän war der Sieg der Fortuna gegen Essen keinesfalls. Mit einer Niederlage hätte sie sich in eine unrühmliche Zweitligisten-Gruppe eingefügt. Sechs Konkurrenten mussten in der ersten Pokalrunde die Segel streichen. Während der MSV Duisburg, Arminia Bielefeld und FC St. Pauli gegen Bundesligisten verloren, blamierten sich Greuther Fürth, Union Berlin und der Karlsruher SC gegen unterklassige Teams.

Achtelfinal-Ticket ist quasi gebucht

Die erste Runde hat die Fortuna also endlich mal wieder überstanden. Nun kann sie sich eigentlich zurücklehnen – bis zum Achtelfinale. Im 21. Jahrhundert war entweder in der 1. Runde oder erst im Achtelfinale Schluss. Zwei Mal waren die Fortunen in der Runde der letzten 16: Während man gegen Borussia Dortmund in der Saison 11/12 nach starker Leistung im Elfmeterschießen ausschied (4:5), verlor das Team gegen Kickers Offenbach ein Jahr später ohne viel Aufsehen 0:2. 

Das sind die Spieler des Spiels von Fortuna Düsseldorf FOTO: Falk Janning

Der neue Bolly?

Mathis Bolly zeigt bisher noch keine herausragenden Leistungen, allerdings gibt man dem Flügelspieler gerne Zeit:. Es ist schon eine positive Überraschung, den Ivorer so häufig auf dem Platz zu sehen. Gegen Essen knackte er einen persönlichen Rekord mit seinen 75 Minuten auf dem Spielfeld. Fast zwei Jahre ist es her, dass er so lange in einer Partie mitspielen konnte. Drei Startelfeinsätze verbuchte er hingegen das letzte Mal zu Beginn der Saison 13/14. Wie fragil das Ganze ist, zeigte sich allerdings kurz vor seiner Auswechslung in Essen: Bolly blieb nach einem Zweikampf liegen. Als sich dann herausstellte, dass er "nur" Schmerzen an der Schulter hatte, war die Erleichterung bei den Fortuna-Fans riesig. 

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