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Das Kreuz mit den Standards

Fortuna Düsseldorf: Das Kreuz mit den Standards
Standardsituationen gehören nicht zu den Stärken der Fortuna. FOTO: dpa, mjh hak
Düsseldorf. Der Zweitligist kassiert zu viele Gegentreffer nach Ecken oder Freistößen - auch wenn Trainer Friedhelm Funkel das ungern hört. In der Offensive machen die Düsseldorfer ebenfalls zu wenig aus diesen Situationen. Von Bernd Jolitz

Gemeinhin ist Friedhelm Funkel die Ruhe selbst. Wenn man das Blut von Fortunas Trainer jedoch partout in Wallung bringen will, dann muss man ihn nur auf die Gegentore ansprechen, die seine Mannschaft nach Standardsituationen wie Ecken und Freistößen kassiert. "Was uns da alles angedichtet wird, ist schon abenteuerlich", knurrte Funkel bereits vor der Zweitliga-Partie gegen den Karlsruher SC. Tatsächlich hatte es manch ein Statistiker da etwas übertrieben und zu diesem Zeitpunkt von fünf Standard-Gegentreffern (bei insgesamt sieben) geschrieben. Eine Rechnung, die höchstens dann aufgehen kann, wenn man den Sonntagsschuss des Heidenheimers Marc Schnatterer mitzählt, weil dieser den Ball per Einwurf zugespielt bekam.

Funkels Rechnung ist allerdings auch nicht rundum plausibel. "Das war jetzt unser zweites Standard-Gegentor", sagte er, nachdem KSC-Angreifer Florian Kamberi am Samstag im Anschluss an einen Eckball den 1:1-Endstand markiert hatte. "Man darf nämlich nichts in diese Kategorie packen, wenn erst noch mehrere Ballberührungen nach einem Standard stattfinden. Und direkt kassierten wir zuvor nur zum 0:2 in Sandhausen ein Tor." Eine gewagte These, denn zumindest das 1:0 der Braunschweiger Eintracht durch Domi Kumbela musste Fortuna im unmittelbaren Zusammenhang mit einem Freistoß einstecken.

Die Düsseldorfer Spieler jedenfalls hadern selbst mit ihrer Schwäche. "Wieder ein Standard-Gegentor", sagte Stürmer Rouwen Hennings am Samstag. "Ich glaube, schon das vierte – auf jeden Fall zu viele." Kaan Ayhan ergänzte: "Dass wir heute erneut so ein Ding bekommen haben, ist sehr, sehr ärgerlich. Das ist uns letzte Woche schon zweimal passiert." Daher brachte es Innenverteidiger Kevin Akpoguma auf den Punkt: "Wir haben gesehen, dass es die Standards sind, an denen wir arbeiten müssen. Es ist einfach blöd, dass die immer bei uns reinfliegen."

Der Punkt "arbeiten" ist es wohl auch, der Funkel so sensibel reagieren lässt. Denn natürlich arbeiten sein Assistent Peter Hermann und er ohnehin schon intensiv mit ihren Schützlingen am Verhalten bei Ecken und Freistößen – doch im Gegensatz zu vielen anderen Dingen, bei denen sich Fortunas Profis sehr lernfähig zeigen, geht es in diesem Punkt irgendwie nicht voran. Ein Aspekt ist dabei, dass Fortuna zu den Mannschaften gehört, die bei Ecken nicht jeden Pfosten von einem Feldspieler decken lässt. Wäre das gegen den KSC geschehen, der Betreffende hätte Kamberis Kullerball problemlos weggeschlagen. Keeper Michael Rensing antwortet, auf dieses Problem angesprochen, zurückhaltend: "Ich gehöre zu den Torhütern, die am liebsten immer beide Pfosten besetzen würden. Wir als Mannschaft verteidigen aber je nach Gegner variabel." Heißt im Klartext: Rensing trifft diese Entscheidung nicht. Dabei gibt es sogar wissenschaftliche Studien, die nach Analysen großer Turniere belegen, dass das Besetzen beider Pfosten definitiv Gegentreffer minimiert.

Klar ist, dass diese Maßnahme allein die Düsseldorfer Schwäche höchstens begrenzen, aber nicht ausmerzen könnte. Zumal da Fortuna auch eigene Standards viel zu selten nutzt. Das sieht auch Funkel so: "Noch haben wir keinen Spieler, der die Bälle konstant gut nach innen bringt." Böse Zungen sagen sogar, dass selbst als starke Standardschützen bekannte Spieler diese Qualität verlieren, sobald sie das Fortuna-Trikot tragen. Beispiele: Michael Liendl, Ronny Garbuschewski, Kerem Demirbay oder aktuell Kaan Ayhan. Nur harte Arbeit kann dazu führen, solche Häme bald verstummen zu lassen.

Quelle: RP
 
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