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Fortuna Düsseldorf
Demirbay ist Fortuna dankbar

Das ist Kerem Demirbay
Das ist Kerem Demirbay FOTO: dpa, mjh fpt
Düsseldorf. In seinem letzten Spiel für die Düsseldorfer erzielt der 22-Jährige beide Treffer in Braunschweig. "Ich bin sehr froh, dass ich diesem Verein helfen konnte", sagt er gerührt. Am Dienstag um 18.30 Uhr wird er mit einigen Kollegen verabschiedet. Von Bernd Jolitz

Die Rettung ist zu einem sehr großen Teil sein Verdienst. Kerem Demirbay erzielt am vorletzten Spieltag den einzigen Treffer zum 1:0-Sieg Fortunas gegen den FSV Frankfurt, und beim 2:0-Erfolg im Saisonfinale bei Eintracht Braunschweig trifft er sogar doppelt. Mit zehn Saisontoren avanciert der 22-Jährige zum besten Schützen der Düsseldorfer, und das mit großem Abstand: Hinter der Leihgabe des Bundesligisten Hamburger SV folgt Didier Ya Konan mit vier Treffern.

Kerem Demirbay hätte also allen Grund stolz zu sein an diesem Pfingstsonntag. Doch Stolz ist beileibe nicht seine hervorstechende Gemütsregung, als der gebürtige Hertener nach dem Abklatschen in der Gästekurve in die Interviewzone des Braunschweiger Stadions kommt. "Ich bin sehr, sehr glücklich", sagt der erneut als einzige Spitze aufgebotene Regisseur gerührt. "Fortuna hat mir sehr viel Vertrauen geschenkt, und dafür bin ich allen hier sehr dankbar. Ich bin froh, dass ich diesem Verein helfen konnte."

Das klingt schon nach Trennung - und soll es wohl auch. Wenn Fortuna heute um 18.30 Uhr im Paul-Janes-Stadion zu einem Freundschaftsspiel auf den Bezirksligisten Schwarz-Weiß 06 trifft, verabschiedet der Verein alle Profis, die in der neuen Saison sicher nicht mehr das rot-weiße Trikot tragen werden: Mathis Bolly, Christopher Avevor, Tugrul Erat, Sergio Pinto sowie die Leihgaben Joel Pohjanpalo, Nikola Djurdjic und eben Kerem Demirbay. Noch offen ist, ob Lukas Schmitz ebenfalls verabschiedet wird. Christian Gartner, dessen Kontrakt ebenfalls ausläuft, verplappert sich, als er Medienvertretern in Braunschweig sagt: "Über meine Vertragsverhandlungen sage ich euch aber nichts." Den Konter "dann gibt es also Verhandlungen" quittiert der Österreicher mit einem Lächeln. Für den aus Sunderland ausgeliehenen Charis Mavrias besitzt Fortuna eine Kaufoption - Grund, noch ein wenig zu überlegen.

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In Demirbays Fall erübrigt sich das zum Leidwesen der Vereinsverantwortlichen. Dass sie den Deutsch-Türken, den Sportdirektor Rachid Azzouzi Ende August anstelle des zu 1860 München wechselnden Michael Liendl vom HSV losgeeist hatte, gern behalten hätten, steht außer Frage. Doch wie schon dereinst bei Martin Harnik, Anderson oder Maximilian Beister besteht keine Chance. Selbst wenn die Hamburger Demirbay nicht selbst behalten wollten, so gibt es eine Reihe Interessenten, mit deren Finanzkraft Fortuna nicht mithalten kann.

Nach dem 2:0 von Braunschweig, das eine verkorkste Saison zu einem versöhnlichen Ende führte, kommen bei Demirbay deshalb viele Emotionen hoch. "Fortuna hat mir für meine ganze Laufbahn sehr geholfen", sagt er leise. "Es ist mir sehr wichtig, mich dafür zu bedanken - bei den Fans, meinen Mitspielern, allen hier im Verein. Ich bin in Düsseldorf gewachsen, in meiner Persönlichkeit und meiner Spielweise."

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Vier Trainer hat Demirbay bei Fortuna in nur neun Monaten erlebt. Beim Abschied des ersten davon, Frank Kramer, hat er noch bittere Tränen vergossen. Am meisten geprägt hat ihn dennoch der letzte. "Friedhelm Funkel ist ein überragender Trainer", erklärt der Deutsch-Türke. "Er bringt eine gewisse Lockerheit und sehr viel Erfahrung ein. Das ist etwas, was man für kein Geld der Welt kaufen kann." Funkel gibt das Kompliment gern zurück: "Es ist schade, dass wir nicht in der Lage sein werden, einen solch exzellenten Spieler zu halten."

Quelle: RP
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