| 15.08 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Des Schmidtgals Freud ist des Lambertz' Leid

Fotos: Fortunen geschockt nach dem Last-Minute-Tor
Fotos: Fortunen geschockt nach dem Last-Minute-Tor FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Heinrich Schmidtgal hat bei seinem Pflichtspiel-Comeback eine ordentliche Leistung gezeigt. Sein Einsatz war allerdings ein klares Zeichen an Andreas Lambertz: Durch Schmidtgals Einsatz rückte Linksverteidger Lukas Schmitz in das defensive Mittelfeld. Lambertz blieb wieder nur ein Platz auf der Bank.  Von Christoffer Kleindienst

Eine Stunde vor Beginn des Zweitligaspiels der Fortuna beim FC Ingolstadt hatte der Verein für alle anwesenden Journalisten ein Denkspiel parat. Wie hatte Interimstrainer Taskin Aksoy die folgenden elf Spieler wohl taktisch aufgestellt? 

Die Lösung: Schmidtgal spielte auf der linken Verteidigerposition, Adam Bodzek neben ihm in der Innenverteidigung und Schmitz im defensiven Mittelfeld. Es war eine faustdicke Überraschung vor der Partie. Der einzige etatmäßige zentrale Mittelfeldspieler auf der Bank, Andreas Lambertz, musste also erneut zusehen – trotz des Ausfalls des verletzten Stammspielers Sergio da Silva Pinto.  

Es war ein klares Zeichen an die Fortuna-Ikone. Die direkten Konkurrenten Pinto, Christopher Avevor und Christian Gartner, die allesamt auf der Lambertz-Position spielen können, fehlten verletzt. Der 30-Jährige war im Grunde genommen die letzte sinnige Option in Aksoys 4-2-3-1-System. 

 

Stattdessen ließ der Interimstrainer Schmitz im Zentrum auflaufen. Der ehemalige Schalker ist gelernter Linksverteidger, der auch im linken Mittelfeld aushelfen kann. Die Position des "Sechsers" spielte er hingegen nur zwei Mal in seiner Karriere – das bis dato letzte Mal am 9. April 2011 für den FC Schalke. Damals wurde er in der Halbzeit ausgewechselt. 

Gegen Ingolstadt zeigte er eine durchschnittliche Leistung, fiel aber vor allen Dingen durch seine frühe Gelbe Karte und der unglücklichen Vorlage zum ersten Gegentreffer auf. Lambertz wurde hingegen erst in der 76. Minute eingewechselt.

Das alles riecht ein wenig nach Abschied bei "Lumpi". Zwar hat er einen Vertrag für die kommende Saison vorliegen. Laut "Bild" ist dieser aber nicht lukrativ: Fortuna bietet ihm einen leistungsbezogenen Einjahreskontrakt mit deutlich reduziertem Grundgehalt. Die Verpflichtung Frank Kramers mag zwar ein Hoffnungsschimmer für Lambertz sein – die Chancen auf mehr Spielzeit stehen dennoch nicht gut. Vor Aksoy verzichtete auch bereits Oliver Reck größtenteils auf ihn.

"Ich persönlich freue mich natürlich"

Bei Schmidtgal ist die Situation schon klarer: Der Vertrag des Deutsch-Kasachen wird nicht verlängert, der Verein plant ab dem Sommer nicht mehr mit ihm. Im Gegensatz zu Lambertz konnte er in Ingolstadt aber von Beginn an auflaufen.

Fast sieben Monate nach seinem letzten Pflichtspiel-Einsatz für die Fortuna zeigte auch er eine unscheinbare Leistung, ihm war die fehlende Spielpraxis noch anzumerken. Trotz der bitteren Niederlage zeigte er sich nach der Partie verständlicherweise glücklich. "Ich persönlich freue mich natürlich, dass ich nach so langer Zeit mein Comeback auf dem Platz geben konnte!", so Schmidtgal auf seiner Facebook-Seite. Eine Alternative für Aksoy ist er allemal. So könnte er sich zumindest noch für andere Vereine empfehlen.

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