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Fortuna Düsseldorf
Kall: "Wir brauchen Typen, die die Zweite Liga annehmen"

Dirk Kall: "Wir brauchen Typen, die die Zweite Liga annehmen"
Fortunas Vorstandsvorsitzender Dirk Kall. FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf. Fortunas Vorstandsvorsitzender Dirk Kall über die Kaderplanung, das Interesse an Maximilian Beister und das neue Trainerteam.

Herr Kall, der wichtigste Faktor bei einem Profi-Fußballklub ist der sportliche Erfolg. Wie wollen Sie ihn zurückbekommen?

Dirk Kall Wir müssen zunächst einmal die richtigen Schlüsse aus der vergangenen Saison ziehen.

Und die wären?

Kall Dass wir zwar gute Einzelspieler gehabt haben, aber keine gute Mannschaft. Vor allem in den Phasen, in denen es nicht gut lief. Es fehlte die Geschlossenheit, es fehlten die Führungsspieler. Das konnte man vor allem daran sehen, dass wir oft nach einem 0:1-Rückstand zusammengebrochen sind.

Termine: Fortunas Sommer-Fahrplan

Sie können also die Enttäuschung der Fans verstehen?

Kall Absolut, wir sind ja selbst enttäuscht. Engagement, Leidenschaft, Motivation - das ist das Mindeste, was man von einer Fußballmannschaft erwarten darf. Aber allzu oft war alles nicht da. Unser neuer Trainer Frank Kramer hat auch darauf hingewiesen, dass Aufsteiger Darmstadt 98 uns sicherlich bei der Qualität der Einzelspieler unterlegen war, aber als Mannschaft einfach abging. Uns fehlten Führungsspieler und Typen, die gallig sind, die die Zweite Liga annehmen.

Die erste Hausaufgabe für die Kaderplanung?

Kall Ganz sicher. Wir alle achten darauf, dass wir Spieler holen, die bereit sind, Kollegen einen Schulter zum Anlehnen zu bieten, die ihre Mitspieler aufrichten können. Und die Typen sind, die den Geist für die Zweite Liga mitbringen, vor denen die Gegner Respekt haben.

Zählt ein Maximilian Beister dazu?

KAll Wir alle verbinden mit Maxi eine tolle Zeit. Er war und ist jemand, der sich total mit Fortuna identifiziert. Es gibt jetzt eine neue Konstellation, und wir werden uns ganz sicher um ihn bemühen. Natürlich werden wir im Kampf um Maxi aber Wettbewerber haben.

Das ist Maximilian Beister FOTO: dpa, Jonas Güttler

Ist auch Christian Strohdiek einer dieser geforderten Typen?

Kall Ja, aber bei ihm wird es nicht bleiben. Auch Sercan Sararer, der aus Stuttgart zu uns kommt, und Julian Koch vom FSV Mainz 05 sind Typen. Wir werden auch nach diesen dreien Führungsspieler und echte Typen verpflichten. Allein mit Spielern, die die Mentalität "netter Schwiegersohn" besitzen, kommt man nicht weiter. Es kommt auf die Mischung aus erfahrenen Führungsspielern und jungen, hungrigen Spielern an, die sich an den Führungsspielern hochziehen können.

Welche Rolle spielt das Trainerteam?

Kall Eine ganz entscheidende. Die Verpflichtung von Frank Kramer als Chefcoach und Peter Hermann als Co-Trainer hat einen richtigen Schub gegeben. Jeder im Vorstand und jeder im Aufsichtsrat ist vollauf überzeugt von den beiden.

Wie man so hört, gilt das auch für den Großteil der Fußballszene.

Kall Das hören wir ebenso. Egal, wen wir draußen sprechen, alle haben unsere Entscheidung sehr positiv aufgenommen. Sie ist ein klares Zeichen, dass das Geschehene abgehakt ist, dass es jetzt nach vorne geht. Jetzt dürfen wir nur nicht den Fehler machen und die Erwartungshaltung ins Unermessliche schrauben. Frank Kramer und Peter Hermann schießen schließlich nicht selbst die Tore.

Obwohl sein Vertrag offiziell erst am 1. Juli beginnt, strickt Kramer schon eifrig an der Kaderplanung mit. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Kall Frank Kramer ist ein absoluter Teamplayer, ebenso wie Peter Hermann. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand ist hervorragend.

Sie alle stehen dennoch vor keiner leichten Aufgabe. Charakterstärke und Führungsqualitäten von Profis kann man schließlich nicht sofort auf einem Video erkennen.

Kall Aber unser Trainerteam und auch unsere Scouts achten sehr genau auf den Charakter eines potentiellen Zugangs. Führungsspieler sind nicht immer einfache Menschen, das ist ein sensibles Thema.

Hat es denn Frank Kramer als ein wichtiges Thema erkannt?

Kall Definitiv ja. Er betont, dass neben der konditionellen Fitness und der klaren Spielphilosophie auch die mentale Stärke mitentscheidend für den Erfolg ist.

Gilt das auch für die Spieler, die schon länger bei Fortuna sind?

Kall Natürlich. Wir hatten auch bisher gute Einzelspieler. Aber es fehlte in der Rückrunde der Spirit, es fehlte Positivismus. Deshalb haben wir unser Publikum viel zu lange nicht mehr mit unserem Fußball begeistert. Das muss sich ändern.

BERND JOLITZ FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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