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Fortuna Düsseldorf
Düsseldorf ist in der Außenseiterrolle

Die Aufsteiger-Tipps der Trainer
Die Aufsteiger-Tipps der Trainer FOTO: Wolff
Düsseldorf. Heute beginnt die Saison der 2. Bundesliga. RB Leipzig und der SC Freiburg werden am höchsten gehandelt. Fortuna Düsseldorf bleibt nur der Platz des Außenseiters.  Von Bernd Jolitz und Simon Janssen

Wie schön, dass es Leipzig gibt! Zwar kann den Retortenklub des österreichischen Brause-Milliardärs Dietrich Mateschitz außerhalb der sächsischen Messestadt niemand so wirklich leiden. Er taugt deshalb aber allemal als erstklassiges Feindbild für Fußball-Traditionalisten, und solche Feindbilder füllen die Tribünen der Gegner beinahe noch besser als die Besuche befreundeter Nachbarn.

Leipzig kommt den Trainern der übrigen Zweitligisten aber auch noch aus einem anderen Grunde sehr gelegen. Der sehr ausgeprägte Hang zum Geldausgeben ist Mateschitz auch in dieser Saison nicht abhanden gekommen, und so ist sein Lieblingsspielzeug allein schon des Finanzaufwands wegen automatisch in die Rolle des Topfavoriten geschlüpft. Und die sind die Trainer der Konkurrenz nun wirklich sehr gern losgeworden.

Zum Vergleich: 15,6 Millionen Euro durfte Leipzigs Sportdirektor und Trainer in Personalunion, Ralf Rangnick, in der aktuellen Transferperiode ausgeben. Auf Platz zwei in dieser Rangliste liegt Bundesliga-Absteiger SC Freiburg mit 4,13 Millionen - da hat allein Davie Selke, Leipzigs Neuerwerbung von Werder Bremen, fast das Doppelte gekostet.

Fotos: Fortuna im Endspurt auf Union-Spiel FOTO: Falk Janning

Immerhin haben es die Freiburger in der Umfrage unter den 18 Zweitliga-Trainern auch auf Platz zwei der Favoritenliste geschafft. Sicherlich vor allem das Verdienst von Trainer-Unikum Christian Streich, aber auch ein Resultat der bekannt guten Nachwuchsarbeit im Breisgau, die den SCF in den Augen der Konkurrenz auch ein Heer von Abgängen kompensieren lässt.

Weitgehend unbeachtet bleibt bei den Zweitliga-Trainern die Düsseldorfer Fortuna. Offenbar haftet die verheerende Rückrunde der vergangenen Saison bei den übrigen Klubs so stark im Gedächtnis, dass nur fünf Coaches - Stefan Ruthenbeck (Fürth), Kosta Runjaic (Kaiserslautern), Ewald Lienen (St. Pauli), Norbert Düwel (Union Berlin) und Frank Schmidt (Heidenheim) - den früheren Europapokal-Finalisten auf ihrer Rechnung haben. Dabei hat die aktuelle Fortuna mit der Mannschaft der Vorsaison nicht mehr viel zu tun. Sportdirektor Rachid Azzouzi ist ebenso neu wie Cheftrainer Frank Kramer, Assistent Peter Hermann sowie gleich elf hinzugekommene Profis.

Fotos: Fortunas Kapitäne seit 2003 FOTO: dpa, Christian Charisius

Als weithin sichtbares Signal für den Wandel, der sich im Team vollziehen soll, hat Kramer zudem zwei Zugänge zum Kapitänsgespann bestimmt: Karim Haggui, früher Hannover 96 und VfB Stuttgart, sowie als Stellvertreter den zuletzt vom FSV Mainz 05 an den FC St. Pauli ausgeliehenen Julian Koch. Tatsächlich jedoch sind Kramer und Hermann die eigentlichen Hoffnungsträger in Düsseldorf. Vor allem der 63-jährige Hermann gilt spätestens seit dem Triple-Gewinn der Münchner Bayern 2013, als der frühere Leverkusener Co-Trainer von Jupp Heynckes war, als Synonym für Erfolg. "Peter Hermann ist brutal vernetzt", erklärt Azzouzi. "Er kennt beinahe jeden guten jungen Fußballer in Deutschland."

Vom Aufstieg sprechen sie in Düsseldorf diesmal nicht, wie überhaupt die neue sportliche Leitung weniger Sprüche klopfen als vielmehr sichtbare Verbesserungen auf dem Platz zeigen will. Die zuletzt so sehr enttäuschten Fans will Fortuna wieder begeistern - damit wäre schon viel gewonnen.

Und der MSV Duisburg? Der Aufsteiger sieht sich in der Position des Underdogs und geht mit der Mission Klassenerhalt in die Saison. Bereits im heutigen Auftaktspiel (20.30 Uhr) wartet in Gestalt des Aufstiegsaspiranten 1. FC Kaiserslautern das erste Schwergewicht auf die Mannschaft von Trainer Gino Lettieri. Sechsmal hat Duisburgs Sportdirektor Ivica Grlic bereits auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Die meisten Zugänge sind junge Offensivspieler, die ablösefrei verpflichtet wurden.

Der MSV tut gut daran, die Erwartungen bei seinen Fans nicht in unrealistische Höhen steigen zu lassen. Treten die "Zebras" jedoch ähnlich geschlossen auf wie in der Rückrunde der vergangenen Saison, haben sie gute Chancen, in der Zweiten Liga zu bestehen.

Quelle: RP
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