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| 11.34 Uhr

Erfolgsrezept im Angriff
Fortunas Trumpf ist die Unberechenbarkeit

Spielerstatistiken von Fortuna Düsseldorf
Spielerstatistiken von Fortuna Düsseldorf FOTO: dpa, ua pat hak
Düsseldorf. Nach dem letzten Heimspiel des Jahres gegen Nürnberg, wollen die Profis von Fortuna Düsseldorf am Montagabend noch einmal die Humba tanzen – und am liebsten die Herbstmeisterschaft feiern. Dass sie davon überhaupt träumen dürfen, verdanken sie auch der starken Offensive. Von Falk Janning

Der Statistik nach ist die Defensive die ausgewiesene Stärke der Fortuna. Keine andere Mannschaft hat weniger Gegentore kassiert als die Rot-Weißen (18). Aber Düsseldorf ist auch vorne stärker geworden, weil variabler gespielt werden kann. Die Konkurrenten an der Tabellenspitze haben in ihren Reihen zwar jeweils einen Top-Torjäger, der weitaus mehr Treffer erzielt hat, als der beste Düsseldorfer Angreifer Rouwen Hennings mit sechs Treffern. Doch die Fortunen beziehen ihre Stärke aus ihrer Unberechenbarkeit.

Denn während Holstein Kiels Marvin Duksch, Nürnbergs Mikael Ishak und Union Berlins Sebastian Polter die Goalgetter ihrer Teams sind und die Torjägerliste mit je zehn oder elf Treffern anführen, teilen sich bei Fortuna das gefährliche Sturmduo Hennings und Benito Raman die Erfolgserlebnisse. Zusammen kommen sie auf elf Treffer. Sturmkollege Emir Kujovic hat bislang zweimal getroffen.

Dass Fortuna so schlecht auszurechnen ist, dafür sorgen Fortunas Mittelfeldspieler, die auch immer für einen Treffer gut sind. Sie steuerten die Hälfte aller Fortuna-Tore bei (13 von 26). In Florian Neuhaus haben die Rot-Weißen einen gefährlichen Schützen, der auch aus der Distanz das Leder präzise in die Maschen setzen kann. Neuhaus war bislang viermal erfolgreich. Auch Mittelfeldspieler Marcel Sobottka hat bereits dreimal getroffen, der Japaner Takashi Usami zweimal.

"Es ist für eine Mannschaft immer besser, wenn sie nicht von einem Torjäger abhängig ist", sagte Fortuna-Coach Friedhelm Funkel jüngst. Wenn sich der Gegner auf Hennings konzentriert, dann schießen eben Raman, Kujovic oder die Mittelfeldspieler die Tore. Beim 3:2-Sieg gegen Union Berlin trafen Sobottka, Usami und Neuhaus – also ausschließlich Mittelfeldspieler. Bei Holstein Kiel (2:2) hingegen trafen Raman und Hennings – also beide Angreifer. 

Für Funkel hatte vor der Saison eines oberste Priorität: Die Breite des Kaders zu vergrößern, die Dichte zu erhöhen und zu versuchen, das Team punktuell zu verstärken. Dabei war lange unklar, ob Raman und Hennings überhaupt dem Kader angehören würden. Raman kam erst Ende August als Ersatz für den zu Hannover 96 in die Bundesliga abgewanderten Ihlas Bebou. Die Verlängerung des Engagements von Hennings in Düsseldorf wurde zu einer Hängepartie, weil er nach Ende des Ausleihgeschäfts eigentlich wieder auf dem Weg zurück zum FC Burnley war.

Hennings bestätigte sein Können auch schon in der Rolle des Jokers. Beim Pokalspiel in Bielefeld schmorte er mehr als eine Stunde auf der Ersatzbank. Dann kam er beim Rückstand von 0:1 auf das Feld und erzielte fünf Minuten später den 1:1-Ausgleich. In der Verlängerung markierte der 29-Jährige die 2:1-Führung und brachte die Düsseldorfer auf die Siegerstraße.

 
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