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Fortuna Düsseldorf
Es hapert an allen Ecken und Enden

Einzelkritik: Fortuna investiert zu wenig für einen Sieg
Einzelkritik: Fortuna investiert zu wenig für einen Sieg FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Das Spiel von Fortuna Düsseldorf gegen den Karlsruher SC zeigte mal wieder, wie vielfältig die Probleme des Teams von Trainer Marco Kurz sind. Eine Analyse. Von Christoffer Kleindienst

  • Selbstvertrauen

Das größte Problem von Fußball-Kellerkindern ist die fehlende Qualität? Nicht immer. Das fehlende Selbstvertrauen sorgt hingegen immer für Probleme. So auch bei der Fortuna: Das Team ist so dermaßen verunsichert, dass der komplette Spielablauf gehemmt ist. Die Konsequenzen sind allgegenwärtig, freies Aufspielen ist nicht möglich. 

Auch gegen den KSC war das zu sehen. Das banalste Beispiel: Als die Düsseldorfer nach dem Gegentor nichts mehr zu verlieren hatten, spielten sie sich gleich mehrere Chancen heraus. Der Gegner zog sich zwar weiter zurück, die Fortuna riskierte auch deutlich mehr, aber sie kam mit viel Schwung aus dem Mittelfeld in den Sturm. So paradox es klingen mag, das Motto "Jetzt kann es ja nicht mehr schlechter werden" ließ sie endlich frei aufspielen. Ein weiteres Indiz dafür sind die deutlich besseren Leistungen gegen Aufstiegsaspiranten – die Fortunen können nicht gut mit Druck umgehen.

  • Abschluss

"In der ersten Hälfte hatten wir zwei dicke Chancen, die der gegnerische Torwart sehr gut vereitelt hat. Somit sind wir leider nicht in Führung gegangen. Beim Stand von 0:0 ist uns dann im zweiten Durchgang ein klarer Elfmeter verwehrt worden. Doch auch danach hatten wir noch unsere Möglichkeiten. Wir müssen endlich die Tore machen, das müssen wir uns vorwerfen lassen", sagte Kurz nach der KSC-Partie. Tatsächlich entspräche es nicht der Wahrheit, nur den gegenerischen Keeper Rene Vollath nach dem Spiel zu loben. 

Die Fortuna zeigte sich gegen Freiburg, Nürnberg und 1860 München verhältnismäßig effizient. Das war eine nette Abwechslung, gehört die Fortuna zu den schlechtesten Mannschaften in Sachen Chancenverwertung. Gegen Karlsruhe ließen sie wieder zwei Großchancen liegen – wenn man die nicht nutzt, darf man sich nicht wundern, wenn man solche Spiele verliert.

  • (Leistungs-)Träger

Emminent wichtig ist es, im Abstiegskampf Leistungsträger zu haben, auf die man zählen kann. Meist sind es Routiniers, die in solchen Situationen nicht den Kopf verlieren. Umso ärgerlicher muss es für Coach Kurz sein, wenn den erfahrenen Profis schwerwiegende Fehler unterlaufen.

Gegen den KSC war es Oliver Fink, zuvor für Christopher Avevor eingewechselt, der das Spiel mit einer Unachtsamkeit entschied: Er verlor das Laufduell gegen Hiroki Yamada und trottete danach nur noch hinterher. Ein folgenschwerer Fauxpas des Sechsers, da der Japaner wenige Sekunden später freistehend zum 1:0 einschoss. Es war kein Einzelfall: Gegen Bochum verlor der 33-Jährige einen Ball vor dem eigenen Strafraum, darauf folgte ein Foul und der letztlich spielentscheidende Freistoßtreffer zum 1:2. 

  • Schiedsrichter-Entscheidungen

Man muss allerdings auch fair bleiben. Gegen den KSC hatten die Düsseldorfer reichlich Pech mit den Entscheidungen des Schiedsrichters. Peter Sippel verweigerte den Gastgebern gleich mehrere Elfmeter. Sowohl Trainer als auch Spieler haderten mit der Leistung des Unparteiischen. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass die Fortunen in der Partie gegen Nürnberg bevorzugt wurden, als Sararer einen Elfmeter zugesprochen bekam, der keiner war. 

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