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Fortuna Düsseldorf
Fans geben Fortuna frische Energie

Fans geben Fortuna Düsseldorf frische Energie
Christian Strohdiek und Michael Rensing bedanken sich bei den Fans für die Unterstützung gegen Braunschweig. FOTO: Horstmüller
Düsseldorf. Die Zuschauer hatten großen Anteil am 1:0 des Fußball-Zweitligisten gegen Eintracht Braunschweig. Zwei Siege in Folge gab es seit Oktober 2014 nicht mehr. Am Samstag startet die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen Union Berlin.. Von Matthias Goergens

Michael Rensing zuckte mit den Schultern: "Oh je, zwei Siege in Folge, wann hatten wir das zuletzt?" Der Torwart der Fortuna kramte in seiner Erinnerung die Zeit unter Trainer Oliver Reck hervor. Tatsächlich gelang dem Fußball-Zweitligisten die kleinste aller Serien zuletzt im Oktober 2014 mit Siegen beim SV Darmstadt (4:1) und gegen den FC St. Pauli (1:0). Anschließend folgten gerade zehn Erfolge in 40 Ligaspielen - eine miserable Quote, die nach Reck auch zwei weitere Cheftrainer nicht nachhaltig verbessern konnten. "In diesem Jahr haben wir die Fans und auch uns selbst nicht gerade verwöhnt, was Siege angeht", sagte Rensing.

Dabei war das Rezept für den Erfolg gegen Eintracht Braunschweig denkbar einfach. Ein flotter Beginn, in dem Joel Pohjanpalo seine über 1000 Spielminuten währende Torflaute im Fortunatrikot beendete. Müde wirkende Braunschweiger, die aus den Aktionen ihrer pfeilschnellen Flügelspieler lange zu wenig machten. Dazu eine Kulisse, die sich Schiedsrichter Christian Dietz als Sündenbock auserkoren hatte und sich emotional an ihm abarbeiten konnte. Auch wenn dieser mit der Gelb-Roten Karte gegen Karim Haggui völlig richtig lag, wie Interimstrainer Peter Hermann eingestand: "Beide Gelbe Karten gegen Karim wegen Festhaltens waren berechtigt. Die kleinen, wendigen Spieler waren für unsere großen Verteidiger einfach schwer zu verteidigen, da passiert so etwas dann."

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Doch befeuert durch diese und andere vermeintliche Ungerechtigkeiten durch den Schiedsrichter, legten die Fortuna-Fans auf den Tribünen erst richtig los. Das Team auf dem Rasen ließ sich zu kämpferischer Hochform anstacheln, und hinterher rätselte Mittelfeldspieler Oliver Fink noch über die Begrifflichkeit: War es jetzt der "zehn-dreiviertelste" oder "viertel vor elfte Mann" auf dem Rasen? Vielleicht waren die Zuschauer sogar der volle "elfte Mann", weil sie mit mächtig Lärm von den Rängen in der Schlussphase entscheidende Prozente und Schritte aus den Profifußballern herauslockten. "Das hat schon ordentlich Energie gegeben", sagte Fink nach dem hör- und sichtbaren Zusammenwirken von Fans und Spielern.

So warf sich nicht nur Adam Bodzek Minuten vor Schluss in einen gefährlich Richtung Tor geschossnen Ball, als wenn es kein Morgen gäbe. "Es waren diese 50:50-Dinger, wo mancher früher vielleicht zurückgezogen hat in dem Gefühl, sich nicht weh tun zu wollen. Heute haben wir das durchgezogen und hatten am Ende auch das Quäntchen Glück", sagte Rensing, der sich an diesem Abend auf alle vor ihm verteidigenden Fortunen verlassen konnte. "Es fängt ja vorne an, wo gut verschoben wurde, auch in Unterzahl." Braunschweig habe am Ende alles nach vorne geworfen, "und wir haben das gemacht, was man machen kann", sagte der Schlussmann.

Die Pressekonferenz nach dem Braunschweig-Spiel

Ob das am Samstag zum Rückrundenstart gegen Union Berlin gleich auch wieder so gelingt, wenn alles bei Null anfängt und die Emotionen ruhen? Im erneuten Erfolgsfall müsste Michael Rensing übrigens für eine Drei-Siege-Serie gar nicht so tief in der Erinnerung graben. Denn die gab es - unter Trainer Reck und mit Torwart Rensing - im August/September 2014. Wiederholung im Dezember 2015 ist jetzt durchaus möglich.

Quelle: RP
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