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Fortuna Düsseldorf
Fans stehen trotz Niederlage zu Fortuna

Fortuna-Fans begeistern mit imposanter Choreo
Fortuna-Fans begeistern mit imposanter Choreo FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Bundesliga-Absteiger Freiburg freut sich nach einem glücklichen 2:1-Sieg. Düsseldorf ist mit nur einem Punkt Vorletzter. Aber die Spieler sind sich sicher, dass der erste Sieg nicht mehr lange auf sich warten lässt. Von Thomas Schulze

Das gibt es wahrlich nicht alle Tage. Die Spieler liegen ausgepumpt und enttäuscht auf dem Rasen. Fortuna hat wieder verloren, steht mit nur einem Punkt nach den ersten vier Spielen in der zweiten Fußball-Bundesliga auf dem vorletzten Platz. Doch anstatt eines gellenden Pfeifkonzerts, mit dem das anspruchsvolle Publikum der Landeshauptstadt in früheren Jahren reagiert hat, spenden viele Fans Beifall, verlassen die Esprit-Arena nicht gänzlich unzufrieden. Bei aller Enttäuschung über die unverdiente 1:2-Niederlage – die deutliche Leistungssteigerung hat sie nicht nur versöhnlich, sondern auch zuversichtlich gestimmt.

"Wir haben eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt und stehen mit leeren Händen da - das ist bitter", meinte Fortunas Kapitän Karim Haggui. "Wir haben gezeigt, dass wir richtig gut kicken können, aber wir müssen aus den Gegentoren lernen."

Zwei hatten die Gastgeber davon vor der Pause kassiert. Zunächst waren sie klassisch ausgekontert worden, wobei Adam Bodzek versäumt hatte, die Aktion rechtzeitig zu unterbinden. Ebenso frei wie Grifo kam wenig später Höfler aus ähnlicher Position zum Schuss. Dass die Fortunen ihre rechte Flanke derart vernachlässigten, lag am Freiburger Konzept sowie dem Düsseldorfer Sprinter Mathis Bolly. Der blieb zu weit vorne, Julian Schauerte wurde ins Zentrum gedrängt, so dass die Seite offen war. "Da haben wir uns wie eine Amateurmannschaft auskontern lassen", schimpfte Lukas Schmitz.

Beim zwischenzeitlichen Ausgleich ging es jedoch andersherum. Sercan Sararer eroberte den Ball und schickte den vorne lauernden Bolly, der den Konter erfolgreich abschloss. Die Pausenführung der Gäste war verdient, weil sie die läuferisch und spielerisch bessere Mannschaft waren.

Dass die Gäste nach dem Wechsel geradezu an die Wand gespielt wurden, war dann doch überraschend. Die Fortuna hatte eine Fülle Chancen, darunter drei exzellente. Doch Sararer vergab den an ihm zuvor verschuldeten Foulelfmeter kläglich, während Christian Strohdiek mit seinem Kopfball an die Unterkante der Latte Pech hatte. Didier Ya Konan derweil hämmerte den Ball freistehend an die Latte, anstatt cool einzuschieben.

"Ich bin sehr zufrieden mit der ersten Halbzeit", erklärte Freiburgs Trainer Christian Streich. "Nach der Pause fehlten uns Athletik und Power. Fortunas hatte sie. Unser Sieg ist deshalb glücklich. So ein Spiel gewinnt man nicht oft."

Sein Kollege Frank Kramer mochte da nicht widersprechen. "Einerseits bin ich sehr enttäuscht, andererseits fast ein bisschen trotzig", meinte er. "Wir haben Leidenschaft gezeigt und gut gespielt, aber den Ertrag nicht eingefahren. Man muss das Glück auch mal erzwingen. Wenn wir so auftreten wie heute, werden wir es auch erzwingen."

Davon ist auch Kapitän Haggui überzeugt. "Wenn wir so spielen, werden wir bald den ersten Sieg einfahren. Den braucht die Mannschaft, dann geht es in die andere Richtung, dann kommt auch eine Erfolgsserie." Er vergisst aber nicht hinzuzufügen: "Ein Punkt aus vier Spielen - da muss mehr kommen." So sieht es auch Kramer, der sich über den Zuspruch der Fans freut, aber: "Wir lassen uns lieber nach einem Sieg feiern."

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Quelle: RP
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