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Fortuna Düsseldorf
Fortunas Flaute: 270 Minuten ohne Tor

Fortuna - Feyenoord Rotterdam 0:2
Fortuna - Feyenoord Rotterdam 0:2 FOTO: Christof Wolff
Maria Alm. Drei Testspiele, kein Treffer - wird der Angriff in der kommenden Saison das Sorgenkind von Fortuna Düsseldorf? Trainer Frank Kramer ist nicht verzweifelt, weil er gute Ansätze sieht, beklagt aber weiterhin die Einstellung. Von Thomas Schulze

In der vergangenen Saison war die Abwehr die Achillesferse der Fortuna. So viele Tore, wie die wackelige Verteidigung kassierte, konnte der Sturm gar nicht schießen. Und in der kommenden Saison? Bekommen die Düsseldorfer da ein Problem im Angriff?

Drei Testspiele hat die Mannschaft von Trainer Kramer im Trainingslager in Österreich absolviert und in den 270 Minuten kein einziges Törchen erzielt. Die Ergebnisse waren deutlich, die Leistungen unterschiedlich: blamabel beim 0:3 gegen den tschechischen Erstligisten Pribram, durchaus ansprechend beim 0:1 gegen den ukrainischen Meister Kiew, mäßig beim 0:2 gegen den niederländischen Ehrendivisionär Feyenoord Rotterdam. Aber kein Tor in drei Spielen – ist das noch normal? Kramer will sich damit nicht abfinden: "Im Fußball kein Tor zu schießen, ist nie normal."

Es sind frustrierende Tage in Österreich gewesen, vor allem für die drei Stürmer Didier Ya Konan, Mike van Duinen und Joel Pohjanpalo. Sie wurden kaum einmal in Szene gesetzt. Ya Konan und van Duinen sind erst zwei, drei Wochen dabei. Ihnen fehlt noch die Bindung. Alle drei Stürmer verfügen jedoch über Torjäger-Qualitäten. Das weiß und sieht Kramer, weshalb er nicht nervös wird.

Zudem weiß der Düsseldorfer Coach die Ergebnisse einzuordnen und ist deshalb noch nicht in großer Sorge: "Wir haben in allen drei Spielen unsere Chancen gehabt, und das gegen gute Gegner. Deshalb habe ich keine Sorge, ich sehe das eher als einen Arbeitsauftrag."

Bilder: Training mit Labrador Jakob FOTO: Wolff

"Es fehlte der letzte Pass"

Gleich an zwei Punkten muss der Trainer ansetzen: an der Präzision und der Einstellung. Auch gegen Rotterdam war Fortuna fünf Mal in guter Position, doch kein einziges Mal gab es einen erfolgreichen Abschluss. "Es fehlte der letzte Pass", moniert Kramer. "Da wurde der Unterschied deutlich, Feyenoord war im entscheidenden Moment da."

Auch Spielmacher Michael Liendl ist unzufrieden. "Natürlich müssen wir irgendwann mal ein Tor schießen, egal, gegen welchen Gegner und wie stark er ist. Wir müssen einfach zu mehr Chancen kommen und sie dann auch konsequent nutzen", sagt er. Der Mittelfeldspieler fordert aber auch eine andere Ausrichtung: "Wir müssen mehr in die Tiefe spielen. Wir dürfen nicht immer nur in die Breite spielen, sondern der Ball muss auch mal in die Schnittstelle kommen."

In puncto Chancenverwertung ist er mit Kramer auf einer Wellenlänge. "Wenn wir unsere Möglichkeiten nicht nutzen, ist gegen solch starke Gegner nichts zu holen. Da müssen wir gieriger werden."

Die zu laxe Einstellung ist allerdings ein Problem. Den zu schwach ausgeprägten Willen hat Kramer zum wiederholten Mal beklagt. Die Verbesserung der Mentalität ist aber nicht von heut auf morgen zu erzielen, sondern ein Prozess, der genau wie die spielerische Qualität erarbeitet werden muss. Dazu bedarf es der Einsicht der Spieler, deren Erfolgshunger größer werden. Und sollten sie mal wieder ein Tor schießen oder gar gewinnen, so muss das den Appetit anregen, ihn sogar weiter steigern. Kramers Arbeitsauftrag.

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Quelle: RP
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