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Fortuna Düsseldorf
Adam Bodzek beißt sich für Fortuna durch

Porträt : Adam Bodzek: Der Leader von Fortuna Düsseldorf
Porträt : Adam Bodzek: Der Leader von Fortuna Düsseldorf FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf. Trainer Friedhelm Funkel holte den auf die Tribüne verbannten Ex-Kapitän ins Team zurück – und musste es keine Sekunde bereuen. Von Bernd Jolitz

Aus medizinischer Sicht hätte Adam Bodzek gar nicht spielen dürfen. Als es in die entscheidende Phase der Zweitligasaison ging, war der große Zeh von Fortunas Mittelfeldspieler so stark geschwollen, dass die Entzündung auf den Fußknochen überzugreifen drohte - eine nicht ungefährliche Situation. "Alles halb so wild", sagt Bodzek rückblickend, zwinkert dabei aber schmunzelnd mit dem Auge. "Ich habe zwar meinen normalen Schuh nicht mehr anbekommen und musste einen zwei Nummern größeren tragen. Aber das geht schon. Wegen sowas lasse ich Fortuna nicht im Stich."

Der 30-Jährige zog durch, so wie er es immer tut. In den letzten sieben Saisonspielen fehlte er nur einmal - wegen der fünften Gelben Karte. Ansonsten absolvierte "Bodze", seit Friedhelm Funkel das Traineramt angetreten hatte, 578 von 630 möglichen Spielminuten. Zuvor hatte er dagegen meist von der Bank, oft sogar von der Tribüne aus zusehen müssen. "Es war schon ein Risiko, das Friedhelm Funkel da mit mir einging", sagt Bodzek. "Unter Marco Kurz war meine Situation schließlich noch schlimmer geworden, als sie unter Frank Kramer ohnehin schon war. Ich stand ja seit Jahresbeginn nur einmal im Kader."

Der neue Coach wurde belohnt: Der Routinier gab der taumelnden Fortuna viel an Stabilität zurück und wurde neben Michael Rensing, Oliver Fink und Kerem Demirbay zu einem der wichtigsten Faktoren für den Klassenerhalt. Groll gegen die zuvor geschassten Trainer empfindet er dennoch nicht: "Es ist doch ganz einfach: Es gibt Trainer, die bauen auf dich, und es gibt solche, die es nicht tun. Kramer und Kurz hatten eben andere Vorstellungen."

Fortuna zu verlassen, stand für den zweifachen Familienvater nie ernsthaft zur Debatte. "Natürlich denkt man über die Situation nach", erinnert er sich. "Aber ich hatte immer das Gefühl, dass mein Weg bei Fortuna noch nicht zu Ende ist. Irgendetwas hat mir gesagt: Beiß' dich nochmal richtig rein!" Zur Not auch mit einem Zeh wie ein Luftballon.

Funkel zeigte Bodzek vom ersten Tag an, dass er ihm vertraut. "Das Wichtigste für einen Profi", sagt der frühere Kapitän, der sich auf seinem gelungenen Comeback dennoch nicht ausruhen will. "Ich habe noch einiges an Luft nach oben, was meine Leistung angeht", meint er. "Michael Rensing, Olli Fink und ich sind nun am längsten dabei, wir haben die größte Erfahrung. Wir müssen bei Fortuna noch mehr Vorbild sein, wir nehmen die Verantwortung an. Wenn sich keiner Hirngespinste leistet, werden wir schon eine gute Saison hinlegen."

Zunächst einmal genießt "Bodze" jedoch den Urlaub, hat bereits die Verwandtschaft in Polen besucht, wo er seine ersten acht Lebensjahre verbrachte. Deshalb freut er sich zwar auf das EM-Duell seiner beiden Heimatländer, es fällt ihm aber schwer, zu einem Team zu halten. "Wichtig ist, dass Polen und Deutschland weiterkommen", sagt er. "Und wenn beide im Turnier noch mal aufeinandertreffen, wäre das das Größte - denn das wäre dann wahrscheinlich im Finale."

Quelle: RP
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