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Fortuna Düsseldorf
Ärger um Liga-Aktion für Flüchtlingshilfe

Fortuna Düsseldorf: Ärger um Aktion für Flüchtlingshilfe
Äußerte sich bei Facebook: Marcel Kronenberg. FOTO: Fortuna Düsseldorf
Düsseldorf. Fortuna hat sich in den vergangenen Wochen stark für Flüchtlinge engagiert. Der Zweitligist bietet Trainingseinheiten für Jugendliche an und hat mehrfach Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, zu Spielen eingeladen. Jetzt allerdings sorgt eine Aktion zum Thema Flüchtlinge für Krach hinter den Kulissen. Von Bernd Jolitz

Auslöser ist der Aufnäher "Wir helfen", den die Profis der Ersten und Zweiten Liga nach Vorstellung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Wochenende auf ihren Trikotärmeln tragen und damit ihre Solidarität mit den Flüchtlingen zeigen sollen. Neben dem Schriftzug sind jedoch die Logos des DFL-Partnerunternehmens Hermes und der "Bild"-Zeitung zu sehen – deshalb schließen sich Union Berlin, der FC St. Pauli, der SC Freiburg und der VfL Bochum, Fortunas Gegner am Freitag (18.30 Uhr/Live-Ticker), der Aktion nicht an.

Auf Fortunas Internetseite erklärt der Vorstand, warum er bei "Wir helfen" dennoch mitmacht. Aktionen, bei denen die Willkommenskultur im Vordergrund stünde, heiße Fortuna grundsätzlich gut, steht darin, der Verein unterstütze "Refugees welcome" vorbehaltlos. "Wir möchten in dieser Frage nicht unser Profil als Verein auf Kosten der Flüchtlingshilfe schärfen", schreibt der Vorstand. "Wir stehen für die Willkommenskultur, bei aller berechtigter Kritik am Vorgehen einer Boulevard-Zeitung. Flüchtlingshilfe zählt mehr als ein Boykott."

Das sieht der Fanverband Supporters Club Düsseldorf anders. Er nennt die Aktion "heuchlerisch" und kündigt seine Mitarbeit an der Arbeitsgruppe zur Identitätsfindung Fortunas auf: "Wir verstehen diese Entscheidung als Schlag ins Gesicht der Fanszene und Verrat an der Identität unseres Vereins." Der Aufsichtsratsvorsitzende Marcel Kronenberg schreibt bei Facebook: "Ich sehe nicht die Notwendigkeit, dass sich der Verein an dieser freiwilligen Aktion beteiligt." Er empfiehlt, sich mit St. Pauli zu solidarisieren, weist aber darauf hin, dass die operative Entscheidung beim Vorstand liege, "der diese Entscheidung dann auch verantworten muss". Weiterer Ärger scheint in Sicht.

Wie der Vorstand von Fortuna Düsseldorf heute verkündet hat, wird man entgegen des ausdrücklichen Wunsches eines großen...

Posted by Supporters Club Düsseldorf 2003 e.V. on  Donnerstag, 17. September 2015
Quelle: RP
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