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Fortuna Düsseldorf
Fortuna agiert kopflos

Das ist Dirk Kall
Das ist Dirk Kall FOTO: Bretz, Andreas
Meinung | Düsseldorf. Der Zweitligist hat sich von seinem Vorstandsvorsitzenden getrennt – dabei war Dirk Kall erst seit Februar 2014 im Amt. Bereits sportlich steckt Fortuna als Drittletzter in der Krise, doch weitaus größer ist die Führungskrise des Vereins. Von Thomas Schulze

Was hat Dirk Kall eigentlich falsch gemacht? Nichts! Was hat er denn gemacht? Zu wenig. Das war sein Fehler. Der Vorstandsvorsitzende war für die Bereiche Marketing, Kommunikation, Vertrieb, Personal und Strategie verantwortlich. Profiliert hat er sich nicht. Er blieb blass.

Muss er deshalb vom Hof gejagt werden? Nein! Hat man ja auch nicht. Man hat sich einvernehmlich getrennt. Was bringt das? Kall eine Abfindung, dem Verein kurzfristig etwas Luft. Kall ist in der jetzigen Situation ein Bauernopfer. Wieder einmal haben die so genannten Marktmechanismen gegriffen: Das schwächste Glied der Kette muss gehen. Diesmal war es nicht der Trainer, noch nicht, sondern der Vorstandsvorsitzende.

 

Wird jetzt bei Fortuna alles gut? Mitnichten! Der Verein hat sich eines Vorstandsmitglieds entledigt, aber er hat keinen Plan. Die propagierte Ruhe dient nur dazu, Planlosigkeit zu kaschieren.

Sportlich steckt Fortuna als Drittletzter der Zweiten Liga in der Krise, doch weitaus größer ist die Führungskrise des Vereins. Aufsichtsrat und Vorstand sind qualitativ nahezu ausgeblutet. Männer von Format haben die Gremien verlassen, ohne dass Führungspersönlichkeiten nachgerückt sind. Die aber werden dringender denn je benötigt, um den Strippenziehern die Stirn zu bieten. Fortuna ist nicht nur sportlich der Drittklassigkeit ziemlich nahe.

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