| 19.04 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Ferati wird gebraucht

Das ist Arianit Ferati
Das ist Arianit Ferati FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf holt ein glückliches 1:1 gegen Fürth – und hat trotzdem einen Gewinner in ihren Reihen: Arianit Ferati, der sein erstes Pflichtspiel für den Zweitligisten absolvierte. Von Jan Dobrick

Ferati könne man bedenkenlos einwechseln, hatte Friedhelm Funkel vor dem Heimspiel gegen Greuther Fürth gesagt. Für die Startelf reiche es noch nicht, weil die Mannschaft so gut harmonieren würde, ergänzte der Trainer von Fortuna Düsseldorf. Dann harmonierten seine Schützlinge weder miteinander, noch mit dem Ball – und Ferati bekam seine Chance.

Wenn das wenig berauschende 1:1 gegen Fürth überhaupt einen Gewinner hervorgebracht hat, dann war es der 19 Jahre alte Offensivmann, der bislang zu den Verlierern zählte. Nicht, weil er im Training leistungsmäßig abfiel, sondern weil seine Muskelfasern rissen – und das gleich zweimal an verschiedenen Stellen im linken Oberschenkel.

Spieler, Trainer und Klub beweisen Geduld

Ferati verpasste erst die U19-Europameisterschaft im eigenen Land, dann den Saisonstart mit der Fortuna. Der Mann, der der Fortuna eigentlich so schnell wie möglich weiterhelfen wollte, ließ aber nicht den Kopf hängen. Er verfiel nicht in Selbstmitleid. Spieler, Trainer und Klub hatten Geduld. Und das zahlte sich aus.

Ferati ist wieder da. "Und es fühlt sich alles sehr gut an", sagte der hochtalentierte Sohn kosovarischer Einwanderer, den der Hamburger SV im Sommer vom VfB Stuttgart verpflichtete, um ihn zunächst im Rheinland zu parken. Bislang stotterte sein Motor, jetzt läuft er wie geschmiert. Beim 0:0 in Kaiserslautern stand Ferati vor zwei Wochen erstmals im Kader, am Sonntag gegen Fürth kam er dann zum Einsatz.

Trainer Funkel wechselte den Wirbelwind nach 57 Minuten für Routinier Axel Bellinghausen ein, der mit hochrotem Kopf die linke Seite beackert hatte, aber wie viele seiner Mitspieler kaum etwas bewirkte. Deren Leistungskurve schlug gegen Fürth aus, wie eine riskante Aktie. Ferati dagegen brachte 80 Prozent seiner Zuspiele an den Mann und war an einer entscheidenden Szene beteiligt, was ihm in unserer Einzelkritik immerhin eine 3+ bescherte.

Er bediente Angreifer Rouwen Hennings, der das glückliche 1:1 durch Kapitän Oliver Fink auflegte. Nach dem Schlusspfiff wurde Lob verteilt: "Das war ein super Pass von Ari", sagte Hennings. Funkel nannte die Aktion "wunderbar". Das Adjektiv passte nicht auf viele Szenen des Spiels. Aber die Torvorbereitung über die linke Seite, die hatte tatsächlich nette Worte verdient.

Ein Kreativspieler arbeitet am Comeback

"Natürlich braucht es noch Zeit, bis ich wieder bei 100 Prozent bin. Das kommt erst mit den Spielen, aber so arg weit bin ich nicht mehr davon entfernt", hatte Ferati vor der Begegnung gesagt. Dass er die Spiele bekommen wird, steht außer Frage. Die Fortuna braucht einen technisch feinen Wirbelwind wie ihn. Die gute Nachricht: Im Kader gibt es sogar noch einen von der Sorte. Und der schuftet für sein Comeback. Sein Name: Özkan Yildirim.

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