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Fortuna Düsseldorf
Aufsichtsrat erhöht Druck auf Azzouzi und Jäger

Das ist Rachid Azzouzi
Das ist Rachid Azzouzi FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Das höchste Vereinsgremium der Fortuna ist aktiver als zuvor, auch weil es Beschlüsse jetzt per Telefonkonferenz fassen kann. Norbert Meier und Pele Wollitz kommen als Trainer nicht infrage. Von Thomas Schulze

Reinhold Ernst ist am 1. Dezember zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt worden, Carsten Knobel zu seinem Stellvertreter. Seitdem hat die Arbeit in Fortunas höchstem Gremium an Fahrt gewonnen - auch dank der Satzungsänderung. Musste der Aufsichtsrat bisher einberufen werden und tagte in langen, unregelmäßigen Abständen, so sind nun Telefonkonferenzen die Regel, die kurzfristig zustande kommen. "Wir haben jetzt einen sehr intensiven Informationsaustausch", sagt Reinhold Ernst. Damit hat das Kontrollgremium auch den Druck auf Sportdirektor Rachid Azzouzi und den kommissarischen Vorstandsvorsitzenden Paul Jäger erhöht. "Wir haben die Kommunikationsschiene intensiviert", formuliert Ernst diplomatisch, der klare Vorstellungen hat: "Wir müssen uns personell und strukturell in den Schlüsselpositionen richtig aufstellen." Gesucht werden weiterhin ein Cheftrainer sowie zwei oder drei Vorstandsmitglieder. "Die Trainerfrage hat absolute Priorität", sagt Ernst. "Die Vorstandssuche läuft parallel."

Die Trainersuche verläuft holprig wegen vieler Details. Das sind die Kandidaten:

Jos Luhukay ist weiterhin der Favorit. Sportdirektor Rachid Azzouzi hat den Kampf um den Erfolgstrainer, der Borussia Mönchengladbach, den FC Augsburg und Hertha BSC Berlin von der zweiten in die erste Liga geführt hat, noch nicht aufgegeben. Hieß es zunächst, Luhukay liebäugele mit einem Engagement in Bremen, so sind die Chancen durch Werders Pokalsieg in Mönchengladbach rapide gesunken. Jetzt kolportieren Skeptiker, der Niederländer wolle nicht auf lukrative Prämien seines noch bis Sommer in Berlin laufenden Vertrags verzichten. Die könnten sich nach einer Beendigung des Berliner Höhenflugs jedoch schnell in Luft auflösen. Ein Problem bleibt noch: Luhukay könnte nicht seinen Assistenten Markus Gellhaus mitbringen, weil diese Position mit dem erfahrenen und stets loyalen Peter Hermann optimal besetzt ist.

Holger Stanislawski kam in die engere Wahl, doch trauen ihm einige Experten ein Engagement außerhalb von Hamburg nicht zu. Nachdem er in Köln nach einem Jahr zurücktrat, baute er sich ein Standbein als Leiter eines Rewe-Supermarktes in Hamburg auf.

Horst Steffen bleibt ein Kandidat im erweiterten Kreis. Nachdem er bei den Stuttgarter Kickers seinen Hut nehmen musste, erholt er sich derzeit im Urlaub.

Norbert Meier ist kein Thema. Sein Vertrag bei Arminia Bielefeld läuft zwar im Sommer aus, doch wird an eine Rückholaktion wie sie Paul Jäger vor zwei Jahren schon einmal ins Gespräch gebracht hatte, nicht gedacht.

Pele Wollitz ist ebenfalls kein Thema. Der von Viktoria Köln beurlaubte Coach liegt mit dem Klub in einem Rechtsstreit. Das Gericht hat die Verhandlung über den gut dotierten, wahrscheinlich unbefristeten Vertrag für Januar angesetzt. Da wird er gewiss nicht für wenige Monate als Feuerwehrmann einspringen.

Sandro Schwarz gilt in der Szene als hochtalentierter Nachwuchstrainer. Der 37-jährige Mainzer betreut derzeit die zweite Mannschaft des Bundesligisten. Er soll aber in den Planungen von Ralf Rangnick bei RB Leipzig ebenfalls eine Rolle spielen.

Kosta Runjaic war auf der Kö - mit seiner Frau bummeln. "Fortuna hat mich nicht kontaktiert", sagt er.

Quelle: RP
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