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Vertragsverlängerungen bei Fortuna
Fink wackelt, Bellinghausen soll bleiben

Porträt : Axel Bellinghausen: Fortuna Düsseldorfs Rückkehrer
Porträt : Axel Bellinghausen: Fortuna Düsseldorfs Rückkehrer FOTO: dpa, Jonas Güttler
Düsseldorf. Der 32-Jährige ist derzeit aus Fortunas Stammformation nicht wegzudenken. Im Sommer läuft sein Kontrakt aus – und Sportdirektor Rachid Azzouzi muss sehen, wie er den Routinier trotz Sparzwängen halten kann. Von Bernd Jolitz

Rachid Azzouzi steckt in einer Zwickmühle. Fortunas Sportdirektor muss sparen - ziemlich heftig sogar, denn der Zufluss in die Kasse des Zweitligisten wird in der nächsten Saison merklich dünner. Je nach Tabellenplatz ist deutlich weniger Fernsehgeld zu erwarten, zudem sind die Zuschauereinnahmen zurückgegangen. Kamen in der Vorsaison noch im Schnitt 29.947 Fans zu den Heimspielen, so sind es aktuell nur noch 25.445.

Der Vorstand hat Azzouzi bereits mitgeteilt, dass der Spieleretat für die kommende Saison gekürzt wird. Das heißt, dass sich der Manager von teuren Altlasten trennen muss. Naheliegend wäre, kostspielige Akteure zu verabschieden, die sportlich keine große Rolle mehr spielen. Der Haken: Ersatztorhüter Lars Unnerstall, Ex-Kapitän Adam Bodzek oder Stürmer Didier Ya Konan haben Verträge, die erst 2017 enden.

Somit haben Axel Bellinghausen und Oliver Fink, deren Kontrakte im Juni auslaufen, schlechtere Karten. Obwohl sie feste Größen im Team oder zumindest dichter an ihm dran sind als die zuvor Genannten. Dem 33-jährigen Fink hat Azzouzi bereits signalisiert, dass es womöglich als Profi nicht mehr weitergehen könnte. "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber ich habe generell mit Finki geredet, wie er sich seine Zukunft vorstellt", berichtet Azzouzi. Fink jedoch will definitiv weiterspielen und erhielt am Montag beim 1:1 gegen Nürnberg Zuspruch von den Fans. "Fink muss bleiben", war da auf einem Plakat zu lesen.

Noch lauter dürfte der Protest werden, falls Fortuna beschlösse, den Vertrag mit Bellinghausen nicht mehr zu verlängern. Der 32-Jährige ist eine der ganz wenigen verbliebenen Identifikationsfiguren, trug schon als Junior und in der vierten Liga das Fortuna-Trikot und machte nie ein Hehl aus seiner Zuneigung zum Klub. "Fortuna ist mein Verein", sagt er aus tiefer Überzeugung. "Deshalb möchte ich hier gern weitermachen. Meine körperliche Verfassung ist so, wie ich es mir wünsche, ich bin noch kein Klotz am Bein." Das hat er in dieser Saison - wie schon so oft - unter Beweis gestellt, ist mit seinem Kampfgeist stets Vorbild. Fast jeder Trainer in jüngster Zeit probierte es zunächst ohne den Routinier, holte ihn dann aber reumütig in die Startelf zurück.

Weil das auch unter Marco Kurz so war, hat Azzouzi erste Gespräche mit Bellinghausen geführt. "Axel hat mir klar gesagt, dass eine Rolle als eine Art Stand-by-Profi für ihn noch nicht in Frage komme", berichtet der Manager. "Er will noch mindestens ein Jahr voll angreifen, und das kann ich mir sehr gut bei Fortuna vorstellen. Nur kam er damals als Erstligaspieler zu uns, und ich muss an die wirtschaftliche Seite denken." Heißt: Der Publikumsliebling muss Abstriche machen. Die Fans hoffen auf eine Einigung. Denn Fortuna ohne Axel Bellinghausen - das ist noch lange nicht vorstellbar.

Quelle: RP
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