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Fortuna Düsseldorf
Axel Bellinghausen reißt alle mit

Fortuna Düsseldorf: Axel Bellinghausen reißt alle mit
Komm her, lass dich drücken: Axel Bellinghausen (l.) und Charis Mavrias bejubeln das 2:1 in Freiburg. FOTO: Christof Wolff
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs Routinier Axel Bellinghausen kehrt von der Ersatzbank in die Startelf des Fußball-Zweitligisten zurück und hat großen Anteil am 2:1-Sieg in Freiburg. Der 32-Jährige hebt die "tolle Mannschaftsleistung" hervor. Von Bernd Jolitz

Nach dem Abpfiff drehten sich die Gesprächsthemen endlich einmal nicht um das Übliche. Warum es wieder nicht geklappt habe, wieso Fortuna keine Tore schießen könne, ob der Kader richtig zusammengestellt sei. Nein, in Freiburg ging es um weit Wichtigeres. Ob er denn eine Kiste Bier für die Rückfahrt der Mannschaft besorgt habe, wurde Busfahrer Jens Minhorst gefragt. "Da könnt ihr aber mal ganz sicher sein", antwortete Minhorst breit grinsend. Ein paar Meter weiter nahm das Sercan Sararer wohlwollend zur Kenntnis. "Prima, dann brauche ich ja keinen mehr auszugeben", sagte der Schütze des Siegtores zum 2:1 beim hoch favorisierten SC Freiburg.

Den leckeren Tropfen hatten sich die Düsseldorfer Zweitliga-Fußballer hart erarbeitet. "Heute können wir mit Fug und Recht sagen, dass wir nicht unverdient gewonnen haben", sagte Linksverteidiger Axel Bellinghausen. "Und das mit so einem abgefälschten Scheißding, wie wir es selbst so oft kassiert haben."

Bellinghausen verschuldet Handelfmeter – Grifo trifft vom Punkt FOTO: dpa, pse jai

Irgendwie hatte sich das Glücksrad gedreht - fast so, als ob die alte Floskel vom Glück, das man sich erarbeiten müsse, in Freiburg unbedingt bewiesen werden wollte. Sararers abgefälschter Schuss, knapp verpasste Freiburger Chancen, vor allem aber, dass Sararer nach seinem Nachschlagen gegen Amir Abrashi nur Gelb statt des möglichen Rot sah: All das wäre in der Hinrunde vermutlich noch andersherum verlaufen.

Dennoch hatte Fortunas Sieg beileibe nicht nur mit Glück zu tun. "Wir haben eine tolle Mannschaftsleistung geboten", befand Bellinghausen zu Recht. Der 32-Jährige war dabei ein wichtiger Faktor, rechtfertigte seine Beförderung von der Ersatzbank in die Startelf jederzeit. Er spielte stark, feuerte zudem seine Kollegen permanent lautstark an. Entscheidend war, dass es nicht beim Versuch blieb, sondern dass sich die übrigen Fortunen wirklich mitreißen ließen. "Wir haben schon während der 96 Minuten hier Ballast abgeworfen, nicht erst durch das Ergebnis", erklärte Bellinghausen. "Ich hatte nie das Gefühl, auch nicht nach dem Ausgleich, dass hier irgendetwas anbrennen könnte."

Porträt : Axel Bellinghausen: Fortuna Düsseldorfs Rückkehrer FOTO: dpa, Jonas Güttler

Wie an beiden Fortuna-Treffern, so hatte der Routinier auch an diesem 1:1 maßgeblichen Anteil. Da ihn Vincenzo Grifos Flanke am Unterarm traf, gab es den Handelfmeter, den Grifo selbst verwandelte. "Ich kriege den Ball an den Arm, also kann man auch Handelfmeter geben, klare Sache", sagte Bellinghausen. "Aber was soll man machen, wenn der Ball aus anderthalb Metern auf einen zukommt?" Der Elfer sei - abgesehen davon, dass Schiedsrichter Wolfgang Stark Sekunden zuvor Fouls an Nikola Djurdjic und Kerem Demirbay übersehen habe - okay gewesen. "Aber mich stört einfach, dass solche Dinger mal gepfiffen werden und mal nicht, weil es dann heißt, der Ball sei aus zu kurzer Distanz gekommen. Man sollte endlich zu einer einheitlichen Linie finden."

Letztlich blieb der Elfmeter eine Randnotiz - dank einer bärenstarken Vorstellung der Düsseldorfer, wie sie sie in dieser Saison allenfalls noch beim 1:1 in Bochum geboten hatten.

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Quelle: RP
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