| 09.33 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Bellinghausen schießt über das Ziel hinaus

Bellinghausen sieht Gelb nach Rudelbildung
Bellinghausen sieht Gelb nach Rudelbildung FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. In Fortuna Düsseldorfs Kampfspiel gegen den 1. FC Nürnberg zeigte Axel Bellinghausen seine Qualitäten: Die Grundtugenden beherrscht er wie kein Zweiter bei den Fortunen. Allerdings schoss er einmal über das Ziel hinaus – ein anderes Mal daran vorbei. Von Christoffer Kleindienst

Wenn es richtig gut läuft bei Bellinghausen, dann merkt man es auf den Rängen: "Aaaxellll Bellllinghauusen!" wird angestimmt, den Klassiker "Hands up" bekommt man dann in der Fortuna-Version vorgetragen. Überraschenderweise wurde am Montagabend darauf verzichtet. Vielleicht lag es daran, dass die gesamte Mannschaft eine gute Leistung zeigte. Vielleicht auch, weil der späte Ausgleichstreffer die Stimmung bei den Anhängern trübte. Ansonsten hatte das Spiel nämlich den passenden Bellinghausen-Flair. 

Es wurde gegrätscht, gefoult und gestritten – das machten alle Beteiligten auf dem Platz so gut, dass Bellinghausen noch mehr bieten musste, um das wahrhaftigste aller Kampfschweine der Partie zu sein. Vor allen Dingen nach dem Ausgleichstreffer in der Schlussphase durch den Nürnberger Niclas Füllkrug drehte der Routinier seinen Emotionspegel noch einmal ordentlich auf. 

Anschiss für Bebou und fünfte Gelbe

Zunächst kriegte es Youngster Ihlas Bebou ab, der ein unnötiges Foul rund 25 Meter vor dem eigenen Tor beging. Das brachte seinen erfahrenen Kollegen so auf die Palme, dass er nach dem Pfiff des Schiedsrichters prompt zu Bebou lief und ihm eine deftige Standpauke hielt. Einmal auf Touren gekommen, legte Bellinghausen dann aber richtig los: Wegen eines taktischen Fouls an Oliver Fink rannte er Übeltäter Patrick Erras hinterher – seine Intention blieb unbekannt. Auf halber Strecke wurde er von Hanno Behrens in Footballspieler-Manier gestoppt. Das ließ Bellinghausen erst recht nicht auf sich sitzen – eine Rudelbildung und Gelbe Karte für den Linksfuß war die Folge. Bitter: es war seine fünfte, im richtungsweisenden Spiel bei 1860 München am Samstag (13 Uhr/Live-Ticker) ist Bellinghausen gesperrt.

Wenn man solche Szenen sieht, kann man gar nicht glauben, dass Bellinghausen von sich selber sagt, dass die schwerwiegende Verletzung am Knie Ende 2013 ihm mehr Ruhe auf dem Platz gegeben hat. Allerdings ist solch ein Kämpfer in der Fortuna-Mannschaft derzeit wichtiger denn je: In den Spielen gegen Freiburg (2:1) und Nürnberg zeigte das Team gute Leistungen, zurückzuführen sind diese auf einen unbändigen Willen und eine immens große Laufbereitschaft. "Wir kämpfen im Moment klasse füreinander", sagte Sercan Sararer nach der Partie am Montagabend. Die Führungsfigur in dieser Kategorie ist sicherlich Bellinghausen. 

Allerdings sah man im Spiel gegen Nürnberg auch, wofür der Routinier auch sorgt: Unruhe im Spielaufbau. Eben dort hat er Defizite, anspruchsvolle Passkombinationen vermeidet er größtenteils. Er beschränkt sich viel mehr auf seine Sprintfähigkeiten und seine Qualitäten als Flankengeber. Ein Fehler wie in der 28. Minute im Nürnberg-Spiel, in der er mit einem Fehlpass eine Großchance der Gäste einleitete, sind auch Teil seines Repertoires. Trainer Kurz nimmt das aber in Kauf und vertraut auf Bellinghausens Kämpferqualitäten. "Wir müssen nun 15 Mal die Arschbacken zusammenkneifen", sagte der Routinier vor dem Restrückrunden-Auftakt. Da für steht er und eben solche Typen braucht Kurz jetzt.

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