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| 18.17 Uhr

Nach Fortunas 2:2 in Kiel
Gießelmann über den Schiedsrichter "total sauer"

Reaktionen: "Der Schiedsrichter war uns nicht wohlgesonnen"
Reaktionen: "Der Schiedsrichter war uns nicht wohlgesonnen"
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat beim 2:2 gegen Holstein Kiel einen glücklichen, aber verdienten Punkt geholt. Die Leistung in Hälfte eins darf zufrieden stimmen. Doch hadern die Fortunen nun erneut mit dem Schiedsrichter.  Von Jessica Balleer

Das Thema scheint sich für Fortuna Düsseldorf in dieser Saison zum leidlichen Dauerbrenner zu entwickeln. Anstatt die spielerische und taktische Leistung zu analysieren, geraten die Interviews nach dem Spiel in der Mixed Zone mittlerweile regelmäßig zu Debatten über die Schiedsrichter-Leistung. Gleich zwei Entscheidungen von Referee Manuel Petersen aus Stuttgart waren auch am Samstag nach dem Spitzenduell in Kiel noch lange Thema bei den Fortunen – und das durchaus zu Recht.

Es läuft die 68. Spielminute. Fortunas Außenverteidiger Niko Gießelmann will nach einer Ecke den Ball klären, zieht aber kurzerhand zurück. Der Kieler Rafael Czichos umkurvt Gießelmann und geht zu Boden – Schiedsrichter Petersen entscheidet auf Elfmeter. Schmeichelhaft, aber nicht falsch. Es ist dann die anschließende Ausführung, die großen Diskussionsbedarf auslöst.

"Drexler stand beim Elfmeter viel zu früh im Sechzehner, das muss ein Schiedsrichter sehen", sagte Trainer Friedhelm Funkel nach dem Spiel. In dieser Saison äußerte sich Funkel damit bereits zum zweiten Mal kritisch über die Leistung eines Referees, nachdem er auch Lasse Koslowski nach dem Spiel der Fortuna gegen Heidenheim (2:2) heftig kritisiert hatte, als der laut Funkel "die Spielkontrolle verloren hat". Marcel Sobottka war in Kiel ähnlich aufgebracht wie sein Trainer: "Ich verstehe das nicht mehr. Da kommen die Schiedsrichter vor der Saison zu uns, und alle erklären uns zwei Stunden lang die Regeln. Doch kaum ist ein Spiel angepfiffen, ist alles wieder vergessen."

Zudem hatte sich Funkel – und die Fernsehbilder geben ihm Recht – über eine andere Entscheidung im Spiel geärgert: "Es war vorher eine klare Gelb-Rote Karte gegen Czichos", so der Coach zu einem Foul von Czichos, das Schiedsrichter Petersen übersah und also nicht korrekt bewertete. 

Für den unglücklichen Verursacher Gießelmann war die Elfmeter-Entscheidung eine von vielen wegweisenden in der Partie: "Aus meiner Sicht waren einige spielentscheidende Entscheidungen schon brutal für uns – ich bin total sauer", sagte er. "Aber es zeichnet unsere Moral aus, dass wir doch wieder zurückgekommen sind." Es sind zwei Gefühle der Fortunen, zwei Gefühlswelten, die sie nicht nur nach, sondern auch während der Spiele zeigen. 

Fortunas zwei Gesichter

In der ersten Halbzeit sahen die Zuschauer ein attraktives Zweitligaspiel, bei dem Fortuna mit jeder Minute besser wurde und folgerichtig 1:0 in Führung ging (Raman, 43.). Doch als hätte jemand einen Schalter umgelegt, dominierte Kiel fast die gesamte zweite Halbzeit und drehte das Spiel. Die Kieler zeigten, dass sie nicht zufällig an der Tabellenspitze stehen. Fortuna offenbarte sein zweites Gesicht: kein Zugriff, Unordnung in der Defensive und fehlende Mittel im Spielaufbau. Immerhin stimmte die Einstellung bei der Fortuna. Stürmer Rouwen Hennings brachte die Fortuna dank einer starken Einzelaktion zurück ins Spiel. Sein Tor in der 85. Minute rettete den Fortunen einen Auswärtspunkt – und vermieste Holstein Kiel die vorzeitige Herbstmeisterschaft in der 2. Bundesliga. "Wir haben daran geglaubt, dass wir noch etwas bewegen können", so Hennings.

Versöhnlich gab sich daher auch Funkel, hin- und hergerissen nach allem Ärger: "Es war unterm Strich ein richtig gutes Spiel mit überragenden ersten 45 Minuten von uns. Es war ein intensives, hektisches Spitzenspiel, manchmal auch zwischen uns Trainern, aber das gehört einfach dazu." Marcel Sobottka ordnete die eigene Leistung ähnlich ein. Bis auf 15, 20 Minuten nach der Pause, habe das Team eine gute Partie gespielt: "In dieser Phase haben wir aber zu viel zugelassen." 

Es war Routinier Oliver Fink, dem man am Samstagnachmittag alle Erfahrung auch in seinen Äußerungen anmerkte: "Allen Widrigkeiten zum Trotz, können wir wohl mit einem guten Gefühl nach Hause fahren", sagte der 35-jährige Fortuna-Kapitän. "Wir haben gegen eine richtig gut spielende Kieler Mannschaft gespielt. Es war für alle wohl ein gut anzuschauendes Spiel." Mit dieser Einstellung sollte die Fortuna auch die kommende Aufgabe  1. FC Nürnberg angehen. Noch steht ein Spiel in der Hinrunde aus, in dem die Fortuna möglichst ihre Leistung aus der ersten Hälfte abrufen sollte, um zu punkten.

 
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