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Fortuna-Keeper der große Rückhalt
Bei Wolf steht die Null

Fortuna Düsseldorf: Bei Raphael Wolf steht die Null
Endstation Raphael Wolf: Der Fortuna-Torhüter ist hier vor dem Bochumer Lukas Hinterseer am Ball. FOTO: Christof Wolff
Düsseldorf. Fortuna ist seit 303 Minuten in der zweiten Liga ohne Gegentor. Mit nur zehn Gegentreffern in zwölf Spielen hat die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel die wenigsten kassiert. Ein Wert, wie der eines Aufsteigers. Von Thomas Schulze

Eigentlich war Raphael Wolf in dieser Saison der Platz auf der Bank vorbehalten. Schließlich hat Fortuna in Michael Rensing den besten Torhüter der zweiten Liga. Diesen Ruf hat sich der 33 Jahre alte Schlussmann im Laufe der Jahre hart erarbeitet. Und er hat in den eineinhalb Jahrzehnten als Profi gelernt, mit Enttäuschungen umzugehen - bei Bayern München, wo er einst Kronprinz von Oliver Kahn war, in Köln und Leverkusen, aber auch in Düsseldorf, wo 2015 Trainer Mike Büskens überraschend Fabian Giefer den Vorzug gab. All diese Situationen hat Rensing gemeistert. Doch plötzlich steht er vor einer neuen Herausforderung - sportlich, aber vor allem mental.

Mitte August erlitt Rensing im Training einen Rippenbruch. Der schien gut verheilt, so dass er in Absprache mit den Ärzten das Training wieder aufnahm.Vorsichtig - auf einer weichen Matte arbeitete er zunächst. Und dann passierte es doch. Der Keeper fiel unglücklich, die Verletzung brach wieder auf. "Das ist einfach nur Pech", sagt Trainer Friedhelm Funkel. Damit ist das Fußball-Jahr 2017 für Rensing vorzeitig beendet. Der Keeper muss zusehen, wie sein Kollege Raphael Wolf mit der Mannschaft von Erfolg zu Erfolg eilt. "Michael hat eine wunderbare Freundin, einen Beruf, den er liebt, er verdient gutes Geld - es könnte ihm wirklich schlechter gehen", sagt der Trainer. "Er muss jetzt einfach Geduld haben und bis zum 2. Januar pausieren."

Das bereitet Rensing derzeit mehr Probleme als Funkel. "Selbst wenn Raphael etwas passiert, ist das auch kein Problem. Dann ist Tim da. Wir haben drei sehr gute Torhüter." Tim Wiesner, 20 Jahre alt, als Nummer drei eigentlich für die zweite Mannschaft vorgesehen.

Natürlich haben die Torhüter ihren Anteil am Erfolg, doch entscheidend ist, dass die gesamte Mannschaft ihre Defensivaufgaben in den vergangenen Wochen immer besser erledigt hat. In den zwölf Ligaspielen hat Fortuna nur einmal drei Gegentore kassiert und prompt mit 1:3 in Fürth verloren. Zwei Mal musste sie zwei Gegentreffer hinnehmen: zum Auftakt gegen Braunschweig (2:2) und gegen den Titelaspirant Berlin (3:2). In den vergangenen sechs Spielen musste Torhüter Raphael Wolf den Ball aber nur zwei Mal aus dem Tor holen, seit 303 Minuten überhaupt nicht mehr.

So war Funkel denn auch mit dem torlosen Remis in Bochum "einhundertprozentig zufrieden. Es ist wichtig, dass man solche Spiele ungeschlagen übersteht. Wir haben die Null gehalten, das wollten wir. Wenn du oben stehst, ist ein Punkt Gold wert; wenn du unten stehst, reicht er oft nicht." Verbesserungsbedarf sieht er aber in puncto Leistung und Cleverness: "Dass wir uns kurz vor Schluss auskontern lassen, anstatt mit dem Punkt zufrieden zu sein, zeigt, dass wir noch nicht so weit sind."

Quelle: RP
 
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