| 14.24 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Bei Hennings platzt der Knoten

Hennings gelingt sein Premieren-Tor
Hennings gelingt sein Premieren-Tor FOTO: dpa, rwe hak
Düsseldorf. Rouwen Hennings ist niemand, den fußballerische Selbstzweifel plagen. Der Mittelstürmer wurde nicht unruhig, als er drei Spiele lang vergeblich an seinem ersten Tor für Fortuna Düsseldorf arbeitete. Und die Geduld zahlte sich aus. Von Jan Dobrick

Eigentlich war der Ball schon verloren. Julian Koch sprintete über die rechte Seite, passte nach innen und fand nur den Bochumer Kapitän Felix Bastians. Als der das Spielgerät bei seinem Klärungsversuch aber kurios verstolperte, war Hennings zur Stelle: Der Angreifer schoss aus der Drehung zum 2:0 ein. 

Hennings ist nach dem ersten Spiel selbstkritisch

Hennings stand unter Druck, seit er vor knapp einem Monat in Düsseldorf angekommen ist. Der 29-Jährige, den die Fortuna vom englischen Erstliga-Aufsteiger FC Burnley ausgeliehen hat, passte genau in das Anforderungsprofil, das Sportvorstand Erich Rutemöller und Trainer Friedhelm Funkel ausgegeben hatten. "Wir brauchen einen Stürmer, der uns sofort weiterhelfen kann und für 15 Saisontore in der Zweiten Liga gut ist", hatte Rutemöller betont. Und Hennings, schnell und schussstark, musste sich schon bei seinem ersten Auftritt in Kaiserslautern daran messen lassen.

Die Klubs trennten sich 0:0. Hennings vergab zwei klare Gelegenheiten. Er zeigte sich selbstkritisch: "Ich werde jetzt erst mal ans Kopfballpendel gehen – schon ein bisschen ärgerlich, dass ich meine beiden Kopfballchancen nicht genutzt habe", sagte der Angreifer. Und Funkel kommentierte: "Mit ein bisschen Glück macht er das Tor. Er wird bestimmt noch stärker." Um dann lächelnd hinzuzufügen: "Jetzt hoffe ich eben, dass er im eigenen Stadion gegen Fürth trifft."

"Wir müssen jetzt den Ball flach halten"

Doch Hennings traf nicht gegen Fürth. Er bereitete zwar das 1:1 durch Oliver Fink vor, aber er war nicht selbst erfolgreich. Und auch in Heidenheim wollte das Runde nicht ins Eckige. Trotzdem wechselte der Trainer nicht, sondern betonte Woche für Woche, dass Hennings Spielpraxis brauche.

Weder Emmanuel Iyoha, noch Maecky Ngombo oder Kemal Rüzgar bekamen ihre Chance von Beginn an. Funkel wollte Hennings, Hennings wollte Tore schießen – und gegen Bochum ging der Plan auf. Der Stürmer, 2015 mit 17 Treffern Zweitliga-Torschützenkönig für den Karlsruher SC, entnervte die gegnerischen Innenverteidiger und erarbeitete sich Chance um Chance. Vor seinem Tor vergab er Möglichkeiten mit dem Kopf, danach hätte er per Lupfer auf 3:0 stellen können, was später Joker Axel Bellinghausen vorbehalten war. 

Hennings spielte mit Herz und Leidenschaft. Und mit Herz und Leidenschaft analysierte er auch das Spiel. "Mit dieser Mannschaft ist noch mehr möglich", sprudelte es aus ihm heraus, bevor er etwas zurückhaltender formulierte: "Wir müssen jetzt den Ball flach halten. Wir sind keine Übermacht, sondern eine gute Mannschaft in der 2. Bundesliga, die jedes Spiel gewinnen kann, wenn sie an ihre Grenzen geht."

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