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| 13.18 Uhr

Fortuna Düsseldorf
In Aue ist ein Sieg fast schon Pflicht

Fortuna beginnt mit der Vorbereitung auf Aue
Fortuna beginnt mit der Vorbereitung auf Aue FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf bekommt es am Sonntag (15.30 Uhr/Live-Ticker) mit einer Mannschaft zu tun, die gar nicht weiß, wo sie steht. Erzgebirge Aue hat eine durchwachsene Vorbereitung hinter sich. Gemessen an den Ansprüchen ist ein Fortuna-Sieg Pflicht. Von Jan Dobrick

Wer hoch hinaus will, der sollte im Erzgebirge gewinnen. So einfach ist das. Die Fortuna hat ihr Saisonziel klar formuliert: Ein einstelliger Tabellenplatz soll es 2017/18 in jedem Fall werden, eigentlich mindestens Platz sechs, mit Kontakt zur Spitze. Zum Saisonstart gab's zu Hause ein 2:2 gegen Aufstiegskandidat Eintracht Braunschweig, völlig okay. Aber wenn man ehrlich ist, würde alles andere als ein Sieg in Aue die Verantwortlichen nerven.

Fortuna hat sich verstärkt, um oben anzugreifen. Aue hat Spieler verpflichtet, um nicht abzustürzen. Es bleibt einem ja gar nichts anderes übrig, als von einem "Pflichtsieg" zu sprechen, auch wenn niemand das Wort "Pflichtsieg" hören kann, schon gar nicht ein Trainer wie Friedhelm Funkel. Aber die Messlatte liegt nun mal deutlich höher, wenn man über obere Tabellenregionen oder sogar den Aufstieg spricht.

Letsch löste Tedesco ab

Denn eigentlich spielt am Sonntag ein Fast-Absteiger gegen einen Fast-Absteiger im Erzgebirgsstadion. In der vergangenen Saison retteten sich beide Mannschaften am 34. Spieltag, als sie in der Esprit-Arena aufeinandertrafen. Die Düsseldorfer gewannen mit 1:0, Aue konnte damit leben. Im Sommer entfernten sich die Klubs dann allerdings voneinander.

So könnte Fortuna in Aue spielen

Fortuna verstärkte sich mit ambitionierten Spielern wie Niko Gießelmann, Florian Neuhaus oder Havard Nielsen. Die "Veilchen" verloren mit Louis Samson und Steve Breitkreuz zwei Stützen der Abwehr. Zu allem Überfluss wollte ein aufgehender Stern nicht in Aue leuchten: Trainer Domenico Tedesco ging zu Schalke 04.

Jetzt am Ruder: Thomas Letsch, zuletzt für den Nachwuchs bei RB Salzburg zuständig. Es geht also mit einem weitgehend unbekannten Coach in die Saison. Namhafte Spieler kamen ebenfalls nicht dazu. Arianit Ferati kennt man natürlich. Der Flügelflitzer setzte sich in Düsseldorf nicht durch. Er nimmt im Erzgebirge einen neuen Anlauf.

Aue hängt noch im Startblock

So wirklich aus den Startlöchern ist man in Aue aber nicht gekommen. Die Vorbereitung verlief mit Niederlagen gegen Linz (1:2), Liberec (0:1) und Magdeburg (0:1) durchwachsen. Und der Saisonauftakt beim 1. FC Heidenheim war nach zwölf Minuten beendet, weil es aus Eimern schüttete. Schiedsrichter Benjamin Brand brach die Begegnung ab. Auch Laubbläser konnten den Rasen nicht mehr trocknen. Nachholtermin: Mittwoch,  9. August, 20 Uhr.

Fortuna ist also bei einer Mannschaft zu Gast, die noch nicht im Rhythmus ist. Das ist ein Vorteil. Allerdings weiß man auch nicht viel über den häufig unterschätzten Gegner. Aue war nie für schönen Fußball bekannt, das hatte sich unter Tedesco geändert, der in der Abwehr eine moderne Dreierkette etablierte und vorne für mehr Flexibilität sorgte. Die Balance zwischen Ballbesitzfußball und Konterspiel stimmte.

Fortuna erwartet intensives Pressing

Und nun? Torwart Martin Männel sagte der "Bild": "Manche würden sagen, das ist die RB-Schule. Ich sage, das ist mehr der Dortmund-Fußball. Wenn wir den Ball verlieren, jagen wir wie die Bienen hinterher." Das Tedesco-System hat Letsch im Großen und Ganzen übernommen. Fortuna muss sich allerdings auf ein aggressiveres Pressing einstellen, die Düsseldorfer könnten in Aue zu den Gejagten werden. Für eine neu formierte Dreier-Abwehrkette, die beim 2:2 gegen Braunschweig wackelte und Probleme mit dem Spielaufbau hatte, ziemlich unangenehm.

Es sagt auch niemand, dass es kinderleicht werden wird, in Aue die drei Punkte einzufahren. Aber gemessen an den Ansprüchen ist ein Sieg trotzdem Pflicht. Die Zeiten haben sich geändert.

 
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