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| 18.49 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Raman verdrängt Bebou aus den Köpfen

Fortuna - Regensburg: Einzelkritik
Fortuna - Regensburg: Einzelkritik FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Benito Raman war in Deutschland ein unbeschriebenes Blatt. Nach drei Spielen für Fortuna Düsseldorf hat sich das bereits geändert. Der Stürmer hat dafür gesorgt, dass der Verlust von Ihlas Bebou nicht so schwer wiegt. Von Jan Dobrick

Es dauerte keine drei Minuten, da war Raman bereits im Spiel angekommen. Der Angreifer stibitzte dem Regensburger Alexander Nandzik auf der rechten Seite den Ball, sprintete zur Grundlinie und flankte zu Florian Neuhaus, der schließlich geblockt wurde. Raman ist ein Spieler, der schnell auf Betriebstemperatur kommt, Tempo macht und Torgefahr ausstrahlt. Und er ist damit der perfekte Ersatz für den in die Bundesliga gewechselten Bebou.

"In der ersten halben Stunde haben wir ein wirklich gutes Spiel gezeigt, gerade über Benito Raman, der aber nach 60 Minuten mit seinen Kräften am Ende war", sagte Trainer Friedhelm Funkel nach dem Sieg gegen Regensburg über seinen Angreifer. Auch der Gegner zollte dem Belgier in Person von Coach Achim Beierlorzer Respekt: "In der Halbzeit haben wir noch an einigen Stellschrauben gedreht, weil Benito Raman häufig gefährlich wurde", erklärte er.

Raman sorgt für Aha-Erlebnisse

Raman stand bislang für Fortuna gerade mal 211 Minuten auf dem Platz. Er gewann in der Zeit nur 35,1 Prozent seiner Zweikämpfe, lediglich 69 Prozent seiner Pässe kamen an. Allerdings war der 22-Jährige an zwölf Torschüssen beteiligt, zog fünfmal selbst ab, brachte den Großteil seiner Flanken an den Mann und sorgte im Spiel der Düsseldorfer immer wieder für Aha-Erlebnisse. Wenn Raman am Ball ist, erwartet man etwas Besonderes. So war es auch bei Bebou.

"Das war ein ganz wichtiger Sieg"

20 Minuten standen gegen Regensburg auf der Uhr, da sorgte der Belgier wieder für Alarm. Jahn-Torwart Philipp Pentke bekam bei einer Flanke gerade noch die Fingerspitzen an das Leder, sodass Fortuna-Kapitän Oliver Fink einige Zentimeter an Körperlänge fehlten, um einzuköpfen. Der Angreifer fand dauernd die Lücken in der Regensburger Viererkette. Er versuchte, Havard Nielsen oder Emir Kujovic zu bedienen – alleine das Glück fehlte.

Der Belgier verpasst knapp sein erstes Tor

Die Fans hatten den Jubelschrei kurz vor der Pause schon auf den Lippen. Nach einem Freistoß legte Robin Bormuth den Ball für Raman ab, doch die Direktabnahme des Fortunen aus 20 Metern flog knapp am Kasten der Regensburger vorbei. Der Angreifer war ständig anspielbar, forderte den Ball. Sein Ruhepuls muss bei 180 liegen. Damit unterscheidet er sich von Bebou, der sich auf dem Rasen auch mal Auszeiten nahm, dann gar nicht zu sehen war.

Das sind die Spieler des Spiels von Fortuna FOTO: Falk Janning

Raman ist die Antwort auf den Verlust des togoischen Nationalspielers, auch wenn Funkel nach dem Wechsel zu Hannover 96 betonte: "Bebou ist nicht eins zu eins zu ersetzen. Wir müssen nun schauen, was wir innerhalb der Mannschaft vielleicht auch taktisch verändern können, um den Verlust zu kompensieren." Aus einem 3-5-2-System mit Bebou als zweiter Spitze wurde ein 4-3-3 (Berlin), ein 4-1-4-1 (Fürth) und schließlich ein 4-4-2 (Regensburg).

Leser wählen den Stürmer zum "Spieler des Spiels"

Raman, eigentlich Mittelstürmer, bekam den Platz auf dem rechten Flügel zugewiesen. Somit war gegen Regensburg Platz für zwei weitere Angreifer, Nielsen und Kujovic. Sie sorgen dafür, dass kaum jemand Top-Torschütze Rouwen Hennings (vier Treffer) vermisste, den Funkel erst spät einwechselte. Nielsen arbeitete viel für das Team, präsentierte sich bei seinem Startelf-Debüt engagiert. Kujovic erzielte den Siegtreffer.

"Emir und ich brauchen für das Zusammenspiel sicherlich noch ein wenig Zeit, aber je länger das Spiel dauerte, desto besser haben wir das gemacht", sagte Nielsen zufrieden, der aber ebenso wenig zum "Spieler des Spiels" gewählt wurde wie sein Sturmpartner. Unsere Leser entschieden sich mit 57 Prozent der Stimmen für das Energiebündel Raman. In der Einzelkritik gab's zudem eine 2.

Wenn es bei Fortuna gefährlich wurde, dann über den kleinen, wuseligen Belgier, hieß es in der Bewertung. Vielleicht kann Raman den Bebou-Verlust ja doch eins zu eins ersetzen. Er ist jedenfalls auch ein Spieler, der den Unterschied machen kann.

 
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