| 14.09 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna blamiert sich bis auf die Knochen

1. FC Nürnberg - Fortuna
1. FC Nürnberg - Fortuna FOTO: Christof Wolff
Nürnberg. Im Zweitliga-Duell der zweiten DFB-Pokalhauptrunde leistet Fortuna Düsseldorf einen Offenbarungseid. Beim 1. FC Nürnberg verlieren die Rheinländer nach erschreckend schwacher Leistung 1:5 (0:4) und eröffnen damit die Diskussion um Trainer Frank Kramer. Von Bernd Jolitz

Für alle, die einen Abstieg Fortuna Düsseldorfs in die dritte Liga bislang als eher theoretische Gefahr angesehen hatten, brachte das Pokalspiel beim Zweitliga-Rivalen 1. FC Nürnberg ein böses Erwachen. Die Mannschaft von Trainer Kramer unterlag nach einer rundum desaströsen Vorstellung 1:5 (0:4 )und weckte dabei keinerlei Hoffnungen auf baldige Besserung. Die verstörend unzureichende Darbietung der Profis wird nun mit großer Sicherheit eine Trainerdiskussion eröffnen, die der Klub bislang hatte vermeiden können.

Vor dem Anpfiff hatte Fortuna bereits die Quittung für ihre schlechte optische Saisonplanung erhalten: Der DFB verweigerte allen drei Trikotsätzen der Düsseldorfer die Berechtigung zum Einsatz in Nürnberg. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der FCN in Dunkelrot/Schwarz spielt, Fortuna aber nur Rot, Schwarz oder Dunkelgrün entgegenhalten kann. Im Pokal behalf sich die Kramer-Truppe nun mit dem textmarkergelben Trikotsatz der Vorsaison. Warum im Sommer niemand daran gedacht hatte, zumindest eine Spielkleidung in einer hellen Farbe auszuwählen, ist die Frage der Woche.

Fortuna-Profis entschuldigen sich bei mitgereisten Fans FOTO: Christof Wolff

Die Frage nach der Aufstellung beantwortete Kramer überraschend. Der Coach brachte in Lars Unnerstall, Kevin Akpoguma, Alexander Madlung und Fabian Holthaus gegenüber dem 1:2 in Leipzig gleich vier neue Spieler und stellte auch taktisch mehrfach um. Madlungs Startelf-Premiere war freilich dem Fehlen Karim Hagguis geschuldet, der aus privaten Gründen zu Hause geblieben war. "Wir müssen mit Blick darauf, dass wir am Freitag schon wieder ein wichtiges Ligaspiel gegen Fürth haben, ein wenig mit den Kräften haushalten", erklärte Azzouzi weiter. "Julian Koch etwa ist leicht angeschlagen, Sercan Sararer war zuletzt ebenfalls verletzt." Das alles dürfe aber keine Ausrede sein, ergänzte der Manager: "Langsam müssen alle anfangen abzuliefern."

Doch das Einzige, was die Gäste an der Noris ablieferten, war eine abenteuerlich schlechte und in keiner Phase zweitligataugliche Leistung. Vom Anpfiff weg glich Fortunas Defensive einem Haufen aufgescheuchter Hühner, und die Nürnberger nutzten das frühzeitig aus. Nach einem Stellungsfehler Oliver Finks machte Guido Burgstaller in der zehnten Minute das 1:0 und nur sieben Minuten später waren bereits alle Messen gelesen. Torhüter Unnerstall ließ einen harmlosen Kopfball von Hanno Behrens durch die Finger gleiten. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, warum Kramer in der Liga stets Michael Rensing den Vorzug gab, so erbrachte ihn Unnerstall damit. Noch vor der Pause fielen die Treffer drei und vier, jeweils nach kapitalen Fehlern der Abwehr, in der vor allem Zugang Madlung völlig neben der Spur fuhr.

Einzelkritik: Unnerstall, Madlung und van Duinen bekommen eine glatte 6 FOTO: Christof Wolff

In der zweiten Halbzeit ließ es Nürnberg ein wenig ruhiger angehen, die Fortuna schaffte es immerhin, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Trotzdem waren es die Gastgeber, die erneut zuschlagen konnten. Das 5:0 erzielte Danny Blum in der 69. Minute. Immerhin: Zwei Minuten später gelang Kerem Demirbay mit einem sehenswerten Schuss aus 20 Metern der Ehrentreffer. Mehr sollte nicht mehr passieren.

Vor dem wichtigen Fürth-Spiel am Freitag ist nun der Druck auf Trainer Kramer, aber auch auf der Vereinsführung enorm groß geworden. "Wir haben die Schnauze voll", riefen die 700 mitgereisten Fans. Es sieht finster aus für Fortuna.

(jol/cfk)
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