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| 10.35 Uhr

Düsseldorf gegen Gladbach
Bis zu 890 Euro – Wahnsinnspreise für Pokalkracher

Fortuna Düsseldorf - Borussia Mönchengladbach: Hohe Preise bei Viagogo
Ein Auszug aus dem Angebot für das Pokalspiel bei Viagogo. FOTO: Screenshot: Viagogo
Düsseldorf. Schon Wochen vor dem Pokalkracher zwischen Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach am 24. Oktober kursieren zweifelhafte Ticketangebote im Internet. Stehplatztickets, die sonst 13 Euro kosten, werden für knapp 1000 Euro gehandelt.

Carolin Kebekus hält mit ihrer Sympathie für den 1. FC Köln nicht hinterm Berg. Als Losfee arbeitete die Komikerin jedoch ziemlich selbstlos: Während sie ihrem Herzensklub für die zweite Runde des DFB-Pokals ein ziemlich undankbares Auswärtsspiel bei Hertha BSC verpasste, bescherte sie ausgerechnet den rheinischen Rivalen von Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach einen Kracher. 

Dass die Nachfrage der Partie das Angebot weit übersteigen wird, war spätestens abzusehen, als die Gladbacher Raute in der Loskugel des Gästeteams zum Vorschein kam. Wenige Tage, nachdem überhaupt klar ist, wann die Partie angepfiffen wird (24. Oktober, 18.30 Uhr/Live-Ticker), treibt der Tickethandel im Internet bereits bizarre Blüten. Gewohnt zuverlässig bei der Produktion von Mondpreisen sind die Anbieter auf der umstrittenen Ticketplattform Viagogo. Zwei Stehplatzkarten im Fortuna-Block gibt es dort derzeit für schlanke 890 Euro zu erwerben. Pro Karte, versteht sich. Bearbeitungsgebühren und Versand kommen noch hinzu. Im regulären Verkauf kosten Tickets dieser Kategorie gerade mal 13 Euro – der Preis hat sich bei diesem Angebot also versiebzigfacht!

Dabei hat der freie Vorverkauf für das Spiel noch gar nicht begonnen. Zunächst genießen Fortuna-Mitglieder und Dauerkarteninhaber ein Vorverkaufsrecht, ein Wiederverkauf der Karten ist eigentlich nicht vorgesehen. Dennoch floriert der Handel auf dem Zweitmarkt im Internet, solche Wucherpreise finden sich in unschöner Regelmäßigkeit für die meisten zuschauerträchtigen Fußballspiele. 

Bayer Leverkusen erwirkte bereits 2013 eine einstweilige Verfügung gegen Viagogo, weil die Ticketbörse überteuerte Karten für Bayer-Spiele verkaufte, zum Teil lange, bevor der Klub selbst welche anbot. Schalke 04 kündigte wenig später den Vertrag mit dem Internet-Unternehmen nach nur zehn Tagen, weil Viagogo vertragliche Regelungen nicht eingehalten haben soll und es massive Fanproteste gab. Beim 1. FC Köln gibt es zwar nicht die Probleme mit dem Online-Handel wie bei anderen Vereinen, dafür gingen Klub, Ordnungsamt und Polizei eine Zeitlang vor dem Stadion gegen Tickethändler vor. Denn auch diese Form des Ticket-Handels ist in Deutschland anders als in England grundsätzlich keine Straftat. Vereine können über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen den Weiterverkauf von Karten einschränken.

Wer tatsächlich erwägen sollte, die insgesamt knapp 1000 Euro pro Karte zu zahlen, sollte allerdings vorsichtig sein. Verbraucherschützer warnen davor, dass nicht garantiert ist, dass dort angebotene Tickets überhaupt gültig sind. Kebekus selbst hätte dazu auch noch etwas beizutragen. Unlängst hatten Verkäufer bei Viagogo Tickets für einen Auftritt der Comedian in der Hamburger Elbphilharmonie angeboten. Einziger Haken: die Veranstaltung findet überhaupt nicht statt.

(ako)
 
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