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Fortuna Düsseldorf
Verletzung trifft Gartner schwer

Gartner muss verletzt beim Training zuschauen
Gartner muss verletzt beim Training zuschauen FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Christian Gartner ist geschockt, die Diagnose niederschmetternd: Fraktur des Schienbeinkopfes. Der Mittelfeldspieler der Fortuna, der mit großen Hoffnungen in die Saison ging, wird Monate zuschauen müssen. Von Thomas Schulze

Gartner ist traurig, niedergeschlagen, verletzt. Eigentlich am Knie, vor allem aber auch in der Seele. Er hatte so viel vor, so viel investiert, und jetzt sitzt er draußen und schaut zu, wie die anderen das tun, was er am liebsten tut: Fußball spielen.

Die Geschichte von Christian Gartner und Düsseldorf ist von Enttäuschungen geprägt. Dabei sollte es eine Erfolgsgeschichte werden. Mike Büskens, der die Fortuna im Sommer 2013 nach den Bundesliga-Abstieg übernommen hatte und wieder in die Erstklassigkeit führen wollte, rief Gartner damals an. "Es war ein gutes Gespräch, da musste ich wirklich nicht mehr lange überlegen", sagte der damalige U19-Nationalspieler Österreichs, dem auch ein Angebot von Rapid Wien vorlag. Der talentierte Mittelfeldspieler wusste, dass er nicht auf Anhieb Stammspieler werden würde und unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag. Er konnte nicht ahnen, in welche Turbulenzen der Verein geraten würde.

Fortuna Düsseldorf: Gartner und Ritter verletzen sich im Test gegen Willich FOTO: Falk Janning

Unter Büskens kam Gartner nicht zum Zug, wohl aber unter dessen Nachfolger Oliver Reck. Doch im Februar 2015 stoppte ihn ein Außenbandriss im Sprunggelenk. Als er im vergangenen Sommer wieder einsatzfähig war, ließ ihn Trainer Frank Kramer links liegen. Auch bei dessen Nachfolger Marco Kurz war er chancenlos. Da konnte es nicht überraschen, dass der Österreicher nach den nicht gerade erfolgreichen drei Jahren mit dem Gedanken spielte, die Fortuna zu verlassen. "Fix ist, dass Christian Fortuna verlassen wird", hatte sein Berater Thomas Böhm im Internet verbreiten lassen.

Doch die Geschichte von Gartner und der Fortuna nahm eine unerwartete Wende. In Friedhelm Funkel kam ein Trainer, der den Spielern Vertrauen schenkte und ihr Selbstbewusstsein stärkte. Plötzlich gehörte Gartner in den letzten vier Begegnungen drei Mal der Startformation an und half, die notwendigen Punkte zum Klassenerhalt zu holen.

Mehr noch, Gespräche zwischen dem Trainer und Spieler führten dazu, dass Gartner seinen Vertrag bei der Fortuna doch noch mal um ein Jahr verlängerte. "Ich bin froh, dass wir einen jungen, talentierten und spielstarken Mittelfeldspieler binden konnten", erklärte Funkel. Er sah durchaus die Chance, dass der Techniker in der vierten Saison bei den Rot-Weißen zum Stammspieler reift. Bescheiden formulierte der inzwischen 22-Jährige: "Mein Ziel ist es, möglichst schmerzfrei zu bleiben und so viel wie möglich zu spielen, dann wird es eine richtig gute Saison."

Seit Dienstag Abend ist das Makulatur. Beim Testspiel in Willich bekam er in der zwölften Minute einen Schlag aufs Knie. Gestern Nachmittag folgten die Untersuchungen. Die niederschmetternde Diagnose: Fraktur des linken Schienbeinkopfes. Ob Gartner operiert werden muss, teilte die Fortuna nicht mit. Allerdings handelt es sich um die schlimmste Verletzung am Kniegelenk. Dagegen wirken der doppelte Muskelfaserriss im Adduktorenbereich von Marlon Ritter und die Rückenbeschwerden von Alexander Madlung geradezu harmlos.

Gartners Knie wird heilen, doch genauso wichtig wird sein, dass er den Tiefschlag seelisch verkraftet.

Quelle: RP
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