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Fortuna Düsseldorf
Avevor: Als moralische Unterstützung mit zum FC St. Pauli

Fortuna Düsseldorf: Christopher Avevor reist mit zum FC St. Pauli
Christopher Avevor (Mitte) war im Testspiel gegen den KFC Uerdingen wieder dabei. FOTO: HORSTMUELLER
Düsseldorf. Fortunas Mittelfeldspieler ist nach mehr als zehn Monaten Verletzungspause wieder voll im Training. Das Zweitligaspiel auf St. Pauli am Montag kommt für ihn noch zu früh – aber vielleicht fährt er zur moralischen Unterstützung hin. Von Matthias Goergens und Bernd Jolitz

Millerntor, Flutlicht, der Rasen riecht feucht-erdig, es ist gefühlt der kälteste Ort Deutschlands. "Aber einfach ein Traum für Profifußballer", sagt Christopher Avevor. Für den Mittelfeldspieler der Fortuna gilt das in besonderem Maße, stand er doch in der Saison 2012/13 beim FC St. Pauli unter Vertrag und absolvierte seinerzeit 28 Ligaspiele für die Hamburger. Ein Einsatz gegen die "Kiezkicker" wird am Montagabend (20.15 Uhr/Live-Ticker) jedoch ein Traum bleiben, denn das Spiel kommt noch zu früh für ihn.

Dennoch war es höchst bemerkenswert, dass der 23-Jährige nach knapp elf Monaten Pause am Dienstag in der ersten Hälfte des Trainingsspiels gegen den Oberligisten KFC Uerdingen (8:1) im rot-weißen Dress auflaufen konnte. Im Dezember 2014 hatte sich der 23-Jährige im Spiel bei Eintracht Braunschweig am Knie verletzt und war seither ausgefallen. Erst vor einigen Wochen war Avevor ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.

Fortuna gewinnt Test gegen Uerdingen FOTO: Falk Janning

"Aber es war nur ein weiterer Schritt", sagt Christopher Avevor. Natürlich soll der nächste Schritt der Sprung in den Kader für ein Meisterschaftsspiel werden. Vielleicht auch in die Startelf? "Nicht nur vielleicht", bekräftigt er, "ich bin fest überzeugt, dass ich es bald wieder schaffen kann." Allerdings hat er jetzt bei weitem noch nicht die Ballsicherheit und Fitness, die in der zweiten Liga über 90 Minuten gefragt sind. Das weiß der Defensivspieler selbst: "Ab wann es wieder geht, entscheiden die Physio-Jungs. Es nutzt ja keinem, wenn ich nur halb fit spiele."

Vielleicht macht sich "Jackson" Avevor am Montag aber dennoch auf den Weg nach Hamburg. Schließlich ist er in Kiel geboren, gerade anderthalb Auto-Stunden von der Hansestadt entfernt. Familie und Freunde könnte er dort treffen und allen einmal "Danke" sagen. "Die Unterstützung aus dem Familien- und engen Freundeskreis über die lange Zeit war großartig. Da weiß ich zu schätzen, was ich daran habe." Dass auch viele Fans nach seiner Genesung und möglichen Rückkehr ins Team fragten, habe ihn ebenfalls sehr gefreut. Vor allem, weil es lange Rätselraten um seine Verletzung gegeben hatte: Anfang war von einer Knochenprellung die Rede, dann von einer Einblutung im Knie, später von einem Knochenödem.

Doch ganz gleich, welches Etikett die Blessur nun bekam: Sie war extrem schlimm für Avevor, denn in der Hinrunde 2014/15 hatte er unter Trainer Oliver Reck zum Stammpersonal gehört. Nach kurzen Einsatzzeiten in zwei Begegnungen spielte Avevor zwölf Ligaspiele in Folge durch - bis zum Auswärtsspiel in Braunschweig, mit dem der Frust begann. "Es war eine extrem lange Zeit mit viel Hin und Her, wann es wieder soweit sein könnte."

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Und als dann so weit war, spielte die Angst vor einem Rückschlag natürlich mit. "Die kommt immer beim nächsten Schritt. Die erste Laufeinheit, die erste Ballberührung, das erste Mal auf dem Platz." Doch das habe alles geklappt bisher, daher überwiege ganz klar die Freude. Die größte Quälerei war indes das tatenlose Zuschauen bei jedem Spiel seit Braunschweig. Helfen konnte "Jackson" immer erst hinterher - wenn er zumindest nach Heimspielen stets in die Kabine ging und dort angesichts vieler Enttäuschungen tröstende Worte fand.

Eine Quälerei wird es für ihn auch am Montagabend wieder sein, wo auch immer er das Spiel verfolgt. Am Millerntor zum Beispiel, unter Flutlicht, mit der feucht-erdigen Luft bei hanseatischen Temperaturen. St. Pauli soll eben nicht nur für die Fortuna eine Reise wert sein. Auch Avevor wäre "gern als moralische Unterstützung dabei. Hamburg ist ja immer wieder schön".

Quelle: RP
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