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Fortuna Düsseldorf
Das ändert sich durch Hennings

Hennings trainiert erstmals mit der Fortuna
Hennings trainiert erstmals mit der Fortuna FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Vom Torjäger, den der FC Burnley nach Düsseldorf ausgeliehen hat, versprechen sich die Verantwortlichen eine zweistellige Trefferzahl. Zusätzlich wird der 28-Jährige aber auch Einfluss auf Fortunas Taktik haben. Von Bernd Jolitz

Seinen ersten Abend als Fortune verbrachte Rouwen Hennings sehr entspannt. In T-Shirt und Bermudashorts verfolgte der Stürmer, den der Fußball-Zweitligist bis zum Saisonende vom englischen Premier-League-Klub FC Burnley ausgeliehen hat, den 11:0-Testspielsieg seiner Kollegen beim VfL Willich. Weitgehend unerkannt, da sich der 28-Jährige ohne Fortuna-Abzeichen auf der Kleidung unters Volk gemischt hatte. Lediglich einige besonders findige und gut vorbereitete Fans erwischten Hennings doch noch kurz vor dem Ausgang und fertigten schnell Fotos mit ihm an.

"Auf Rouwen ist so viel eingeprasselt in den vergangenen Tagen", erklärte Trainer Friedhelm Funkel, "Flug, Wohnungssuche, Kollegen kennenlernen. Er soll sich erst mal richtig eingewöhnen, deshalb hat er gegen Willich noch nicht gespielt. Wir haben zwar bis zum Lautern-Spiel noch ein paar Trainingseinheiten, aber ich würde mir schon wünschen, Rouwen am Montag im Kader zu haben." Der Betroffene sieht das ganz ähnlich: "Ich freue mich riesig auf die Zeit bei Fortuna und würde gern schon auf dem Betzenberg richtig loslegen."

Wenn Hennings loslegt, wird das Folgen für die gesamte Mannschaft haben. Denn wenn man einen Torjäger seines Kalibers verpflichtet (36 Treffer in 93 Spielen für den Karlsruher SC, davon allein 17 in seiner letzten Saison in Baden), dann muss man auch sein Spiel zumindest teilweise auf ihn zuschneiden. Nun gibt es im Fall des gebürtigen Bad Oldesloers den Vorteil, dass seine Spielweise ohnehin gut zur Funkel-Fortuna passt. Hennings ist schnell, beweglich und wendig und keiner, der nur in der Spitze auf Flanken wartet.

Dennoch kommen Veränderungen auf Fortuna zu. Wenn Hennings sich einmal akklimatisiert hat, wird er in der Spitze gesetzt sein - obwohl Ihlas Bebou dort zuletzt gute Leistungen abgeliefert hat. Wohin dann also mit Bebou? Eine Möglichkeit wäre, dass das 22-jährige Eigengewächs wieder auf die rechte Außenbahn zurückkehrt. Dort wäre dann Jerome Kiesewetter der Leidtragende, der beim 1:0 gegen den VfB Stuttgart und beim 3:0 in Rostock auf dieser Position begonnen hat.

Es ist jedoch durchaus denkbar, dass Funkel sein System ein wenig abändert und künftig mit zwei Spitzen angreifen lässt. Revolutionär wäre das nicht, da der Coach in einigen Testspielen Oliver Fink oder auch den derzeit verletzten Özkan Yildirim so weit nach vorn beordert hatte, dass sie fast eine zweite Sturmspitze bildeten. Für diese Variante (dann mit Bebou an seiner Seite) spricht, dass Rouwen Hennings seine stärksten Phasen immer dann hatte, wenn er in einem Zwei-Stürmer-System agierte - zum Beispiel beim KSC in seiner erfolgreichsten Saison 2014/15.

Voraussichtlich müsste aber auch dann Kiesewetter seinen Platz räumen, da Funkel kaum von seiner Doppel-Sechs mit Adam Bodzek und Marcel Sobottka sowie den Routiniers Fink und Axel Bellinghausen davor abweichen wird. Seine Chance wird indes jeder bekommen - das ist bislang Funkels größte Stärke.

Quelle: RP
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