| 07.13 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortunas unerklärliches Auf und Ab

Einzelkritik: Rensing gut – Quintett mangelhaft
Einzelkritik: Rensing gut – Quintett mangelhaft FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf ließ dem besten Auftritt der Saison nur vier Tage später die schlechteste Leistung der Spielzeit folgen. Trainer Frank Kramer hatte vor einer solchen Gefahr gewarnt. Von Bernd Jolitz

Frank Kramer hatte das Unheil irgendwie kommen sehen, doch das stimmte Fortunas Trainer nach dem schwachen Auftritt beim Karlsruher SC keineswegs milder. "Ich traue dem Frieden noch nicht", hatte der 43-Jährige nach dem begeisternden 1:1 beim Zweitliga-Spitzenreiter VfL Bochum geunkt und darauf verwiesen, "dass ich die Mannschaft nach nur drei Monaten gemeinsamer Arbeit noch nicht in- und auswendig kennen kann".

Wie auf Ansage schlossen seine Schützlinge an den bisher besten Auftritt der Saison nur vier Tage später den leistungsmäßigen Tiefpunkt der Spielzeit an. Ohne die starke Vorstellung von Torhüter Michael Rensing hätte es nicht einmal das magere 1:1 beim völlig verunsicherten KSC gegeben, und das machte Kramer so richtig sauer. "Natürlich war es ein individueller Aussetzer, der zum Ausgleich der Karlsruher geführt hat, aber das ist nicht der springende Punkt", sagte der Trainer in gefährlich ruhigem Ton, aber mit glühenden Augen. "Der Punkt ist, dass wir hier unser zweites Gesicht gezeigt haben, was die Art und Weise unseres Auftretens anbelangt. Und dieses Gesicht will niemand sehen."

Es habe die Bereitschaft gefehlt, alles an Engagement hineinzuwerfen in die Partie – ein Manko, das Kramer keinesfalls zu akzeptieren bereit ist. Ob Karlsruhe denn wenigstens ein heilsames Erlebnis gewesen sei, wurde der Coach gefragt. "Das müssen wir am Freitag gegen Sandhausen erst einmal nachweisen, dass das heilsam war", zischte der Trainer durch die Zähne. "Gott sei Dank haben wir schon so schnell die Gelegenheit zu zeigen: So sind wir nicht, wir können das besser." In Karlsruhe nahmen die 500 Unentwegten, die trotz der extrem gästefeindlichen Anstoßzeit von 17.30 Uhr den Weg ins Wildparkstadion gefunden hatten, die gruselige Vorstellung noch freundlich als Ausrutscher hin. Klar ist jedoch, dass die Fans am Freitag (18.30 Uhr, Live-Ticker) in der Arena mehr sehen wollen.

Jolitz: "Fortuna hat sich ein gewisses Glück erarbeitet"

Wer Kramer nach dem KSC-Spiel hörte, der ist vor allem sicher, dass der Trainer entschieden mehr sehen will. "Die Frage ist doch: Wie sehr will ich den Erfolg und was will ich dafür tun?", sagte er. "In der ersten Hälfte haben wir überhaupt kein gutes Spiel gemacht, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, haben einfach nicht genug aufgewendet. Nach der Pause haben wir den KSC mehr beschäftigt, waren aber defensiv nach wie vor nicht sattelfest. Und was wir offensiv anzubieten hatten, war ohnehin zu dünn."

Warum eigentlich? Darauf hatte niemand so recht eine Antwort. Vielleicht schon ein Schuss Selbstzufriedenheit nach dem Lob, das Fortuna für das Bochum-Spiel allseits kassiert hatte? Der Kapitän konnte sich das nicht vorstellen. "Dafür hätten wir ja nun wirklich keinen Grund", betonte Karim Haggui, der selbst nicht seine gewohnte Form gefunden hatte. "Man muss doch nur auf die Tabelle gucken, dann sieht man: Wir haben noch nichts in der Tasche. Am Freitag müssen wir ganz anders auftreten." Widersprechen wollte da niemand.

Quelle: RP
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