| 09.06 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Der Abstiegs-Endspurt

Fortuna Düsseldorf: Der Abstiegs-Endspurt
FOTO: Radowski
Düsseldorf. Für Fortuna Düsseldorf geht es heute um alles. Aber vier andere Zweitligaklubs stecken ebenfalls tief im Kampf um den Klassenerhalt. Von Bernd Jolitz

Die Landeshauptstadt bietet noch einmal alles auf, um ihr schwankendes sportliches Aushängeschild zu retten. Seit Wochen schon übt Düsseldorf den Schulterschluss mit der Fortuna, stellt sich die ganze Stadt und besonders ihre Spitze mit verschiedenen Aktionen voll hinter den Fußballklub, dem der Abstieg aus der 2. Bundesliga droht.

Seit Freitag findet sich im Internet ein Video, in dem lokale Prominenz wie Oberbürgermeister Thomas Geisel und Ex-Venetia Claudia Monréal fiktive Reportagen zum vorentscheidenden Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (15.30 Uhr/Live-Ticker) sprechen - und überraschenderweise rettet sich Fortuna in jeder dieser Reportagen.

Doch auch Prominenz von jenseits der Stadtgrenze spricht dem Klub das Vertrauen aus. Unsere Online-Redaktion ließ Peter Neururer, einen abstiegskampferprobten Trainer, das Saisonfinale tippen. Sein Fazit: "Fortuna bleibt drin." Jetzt muss im Grunde nur noch die Mannschaft mitspielen und die Vorschusslorbeeren rechtfertigen.

Das Restprogramm der Abstiegskandidaten FOTO: dpa, dka jai

Trainer Friedhelm Funkel ist überzeugt, dass sie genau das tun wird. "Wie wir in dieser Woche trainiert haben", sagt der Coach, "und was in Gesprächen mit den Spielern hervorkommt, lässt mich ganz klar sagen: Diejenigen, die am Sonntag auflaufen, werden alles dafür tun, dass Fortuna in der Liga bleibt. Aus eigenem Interesse, aus Stolz, für die Ehre." Ein Schuss Pathos, das ist einem alten Fuchs wie Funkel klar, hat im Kampf um den Klassenerhalt noch niemandem geschadet.

Die Mannschaft wisse genau, worum es geht, versichert der Trainer. "Das muss ich ihr nicht eigens erzählen, und doch haben Peter Hermann und ich in der vergangenen Trainingswoche ein wenig mehr die Gespräche gesucht als sonst", berichtet Funkel. "Kurze, prägnante Gespräche. Was soll ich den Jungs Märchen erzählen?"

Fortunas Abschlusstraining vor dem Frankfurt-Spiel FOTO: Falk Janning

Prinzipiell galt für das erfahrene Trainergespann: so wenig wie möglich an den Abläufen ändern. "Deshalb sind wir auch nicht wie der FSV Frankfurt in ein Trainingslager gefahren", sagt der Coach. "Ich habe so etwas früher auch schon gemacht, wenn Unruhe im Umfeld herrschte. Aber das ist bei Fortuna nicht der Fall. Hier gibt es keine Hektik, keine Bösartigkeiten, keine Bedrohung. Alle - ob Spieler, Trainer, Mitarbeiter, Fans, die Stadtspitze oder die Medien - alle in Düsseldorf wollen das Gleiche, alle wollen, dass Fortuna in der Liga bleibt."

Bei der Umsetzung dieses Vorhabens gilt es jedoch, einige Klippen zu umschiffen. Joel Pohjanpalo ist gesperrt, Nikola Djurdjic (Schwellung an der Operationsnarbe) und Sercan Sararer (Fersenblessur) sind verletzt. Somit muss Funkel drei Angreifer ersetzen, was ihm keine schlaflosen Nächte bereitet. "Jeder ist zu ersetzen", betont er. "Ich habe noch nie geklagt, wenn jemand ausfällt." Stattdessen spielt er seine Alternativen durch. Emmanuel Iyoha, 18-jähriger Junioren-Nationalspieler, ist die wahrscheinlichste, U23-Torjäger Kemal Rüzgar, Mathis Bolly und Ihlas Bebou sind weitere. Didier Ya Konan, zu Saisonbeginn noch einer der größten Hoffnungsträger, spielt keine Rolle mehr.

Peter Neururer tippt den Abstiegs-Krimi

"Wir werden eine Mannschaft auf dem Platz haben, die sich zerreißt", sagt Funkel voller Überzeugung. Falls sie damit auch drei Punkte einfährt, könnte dies schon die Rettung bedeuten, sofern der MSV Duisburg in Sandhausen und der SC Paderborn bei 1860 München verlieren. In diesem Fall müsste Frankfurt am letzten Spieltag drei Punkte und mindestens zehn Treffer auf die Düsseldorfer gutmachen. Und das wäre dann wirklich ein Märchen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Fortuna Düsseldorf: Der Abstiegs-Endspurt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.