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Fortuna Düsseldorf
Der Vielgelobte darf endlich ran

Porträt in Bildern: Das ist Julian Koch
Porträt in Bildern: Das ist Julian Koch FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Geduldig hat er Woche für Woche auf seinen Einsatz gewartet, jetzt ist es so weit: Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel setzt am Samstag auf Julian Koch (13 Uhr/Live-Ticker). Und der ist heiß wie Frittenfett. Von Jan Dobrick

Funkel mag Koch. Das konnte man bislang nicht an Spielminuten ablesen. Aber man merkt es spätestens dann, wenn der Trainer über seinen Schützling spricht: "Typen wie er helfen dem Team, auch wenn sie nicht auf dem Platz stehen", hatte der 62-Jährige vor dem 1:1 gegen Greuther Fürth gesagt – und dann wieder Julian Schauerte aufgestellt. Jetzt ist der Rechtsverteidiger verletzt. Und Koch muss auf dem Feld eine Hilfe sein.

Koch ist nicht Stammkraft, aber Führungsspieler geblieben

"Der Trainer hat mit mir gesprochen, ich werde am Samstag meine Chance bekommen", sagt der 25-Jährige und betont: "Es ist schön, wenn man vom Coach hört, dass man seine Sache gut macht." Koch – in der vergangenen Saison noch Vize-Kapitän, jetzt Randfigur – haut sich im Training immer voll rein. Er ist kein Querulant, bekommt beste Haltungsnoten. Beim Testspiel in Bocholt spulte er zwölf Kilometer ab, keiner rannte mehr. Er ist bei der Fortuna zwar nicht Stammkraft, aber Führungsspieler geblieben. Trotzdem: Für ihn ist die Saison, so gut sie für die Mannschaft auch begonnen hat, eine persönliche Talfahrt. 

Der Lohn für seinen nimmermüden Einsatz war zuletzt eine einzige Spielminute gegen den VfB Stuttgart. In Heidenheim könnten es gleich 90 werden. Und die Vorfreude ist riesengroß. "Natürlich ist es nicht schön, in der zweiten Reihe zu stehen. Dann ist Geduld gefragt. Aber so ist das eben im Mannschaftssport", sagt Koch. Mit Kaan Ayhan kam kurz vor Transferschluss noch ein Konkurrent für die defensiven Positionen dazu. Doch der soll beim 1. FC Heidenheim erst einmal die Atmosphäre in der 2. Bundesliga schnuppern. Ayhan ist ein Kandidat für einen Wechsel, mehr nicht, verdeutlicht Funkel.

"Er ist ein Spieler, von dem ich vollauf überzeugt bin" 

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Baden-Württemberg singt der Chefcoach Lobeshymnen auf den Dauerreservisten Koch, der dringend gebraucht wird: "Er ist ein Spieler, von dem ich vollauf überzeugt bin." Bei ihm habe es manchmal regelrecht wehgetan, ihn nicht spielen zu lassen, erklärt der Trainerfuchs. Und man kauft es ihm ab. "Ich bin mir sicher, dass seine Nebenleute ihn unterstützen werden", ergänzt Funkel.

Seit der 62-Jährige das Traineramt im März von Marco Kurz übernommen hat, stand Koch gerade mal 120 Minuten auf dem Platz. In der Sommerpause dachte man schon, seine Koffer wären gepackt. Doch der Mittelfeldmann blieb im Rheinland. Er ist so heiß auf seinen Einsatz, dass er sich natürlich mit der Rechtsverteidigerposition anfreunden kann, obwohl er von Haus aus lieber im defensiven Mittelfeld spielen würde.

"Es geht darum, meine beste Leistung abzurufen", sagt Koch, der aggressiv anlaufende Heidenheimer erwartet. Man müsse "kompakt stehen", sagt er – und zeigt, dass er seinem Trainer zugehört hat. Von "Kompaktheit" spricht Funkel schließlich Tag für Tag.

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