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Fortuna Düsseldorf
Fans sorgen sich um Fortuna

Fortuna Düsseldorf: Die Fans machen sich Sorgen
Im Februar waren der Fürther Niko Gießelmann (l.) und Ihlas Bebou noch Gegner, jetzt spielen sie gemeinsam für Fortuna. FOTO: dpa
Düsseldorf. In einer Woche ist Trainingsauftakt. Viel hat sich in der Sommerpause nicht getan. Mit Niko Gießelmann wurde ein Feldspieler verpflichtet. Neben Verstärkungen fehlen auch weiterhin ein Trikotsponsor und ein Manager. Von Thomas Schulze

Ein lauer Sommerabend in der Altstadt. Abseits von Touri-Trubel und Junggesellen-Abschieden ist es auf der Ratinger wohltuend. Da traut sich sogar noch der eine oder andere Düsseldorfer hin. Und selbst in der Sommerpause ist Fortuna dort ein nahezu abendfüllendes Thema. Da kommt die berechtigte Kritik auf den Tisch, da wird wie vor einer jeden neuen Saison Hoffnung geäußert. Vor allem aber prägen die Sorge um die Mannschaft und Zweifel an der Vereinsführung die Gespräche der Fußballfreunde.

Beim Rückblick zeigt sich noch einmal, dass die Experten von der Straße mit den 42 Punkten und dem tabellarischen Abschneiden nicht einmal unzufrieden sind. Auch nicht mit Trainer Friedhelm Funkel. "Mit der Mannschaft hätten Ancelotti oder Guardiola auch nicht mehr erreicht", heißt es. Allerdings zeigen sie wenig Verständnis dafür, dass ausgerechnet Torjäger Rouwen Hennings Freistöße und Ecken ausführen musste. Gibt es in der gesamten Mannschaft denn keinen anderen Spieler, der das kann?

Gelobt wird die Entwicklung der jungen Spieler, vor allem Robin Bormuth und Andre Hoffmann werden genannt, auch Marcel Sobottka. Weniger gut kommen die beiden Außen der Viererkette weg. Julian Schauerte habe eine ganz schwache Saisonleistung gezeigt, und auch die Leistung von Lukas Schmitz wird von den Fans als nicht ausreichend bewertet. Fünf Flanken in einer Saison – das sei einfach zu wenig, lautet ihr zugespitztes Urteil.

Natürlich geht der Blick der Fortuna-Freunde aber vor allem in die Zukunft. "Bei allen anderen 35 Vereinen der ersten und zweiten Liga tut sich was, gibt es personelle Veränderungen – nur bei uns nicht", heißt es unisono. Das Unverständnis darüber kann auch nicht die erste und einzige Feldspieler-Verpflichtung beschwichtigen, zumal Niko Gießelmann nicht gerade ein klangvoller Name ist, der die Fans elektrisiert. Aber das müsse nicht schlecht sein, zumal Fortuna mit namhaften Spielern wie Didier Ya Konan oder Alexander Madlung zuletzt extrem schlechte Erfahrungen gemacht hatte.

Und natürlich ist Funkels Spruch vom Aufstieg, der im Gespräch mit unserer Redaktion über seine Lippen gekommen war, ein Thema. Was soll das? Spinnt der? Doch Funkels Satz lautete: "Wenn es gelingt, Bebou, Sobottka und Ayhan zu halten, dazu vier oder fünf gute Leute dazuzuholen - dann kann auch unser Anspruch sein, nächstes Jahr aufzusteigen." Davon aber ist der Verein noch ziemlich weit entfernt, und das wird der Vereinsführung angekreidet. Die Bilanz des Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer sei enttäuschend. Viel Wirbel, viel personelle Veränderungen bei seinen Mitarbeitern, aber nicht dort, wo es drauf ankomme: im Sport und bei den Finanzen. Noch immer gebe es keinen Manager, noch immer keinen Trikotsponsor. All das treibt die Fortuna-Freunde an diesem Abend auf der Ratinger um, es bereitet Sorge und nährt die Zweifel.

Quelle: RP
 
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