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Fortuna Düsseldorf
Die Fans stehen (wieder) hinter der Fortuna

Fortuna Düsseldorf: Die Fans stehen (wieder) hinter der Fortuna
Sercan Sararer und Kerem Demirbay nach der Partie gegen Fürth. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Die Düsseldorfer Mannschaft kämpft sich aus dem Tal der Tränen. Die Zuschauer honorieren das. Die Unterstützung von den Rängen, die zunächst verhalten war, wird von Minute zu Minute größer. Von Thomas Schulze

Als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubelschrei unüberhörbar. Es war ein Schrei der Erleichterung, denn mit dem 1:0-Sieg über die Spvgg Greuther Fürth hatte Fortuna nicht nur den weiteren sportlichen und tabellarischen Absturz, sondern auch mögliche personelle Turbulenzen verhindert. Und deshalb waren die Fans zufrieden. Ihre Mannschaft hatte genau das gemacht, was sie nach dem peinlichen Auftritt bei der 1:5-Niederlage erwartet hatten – zwar nicht spielerisch geglänzt, aber jenen Kampfgeist bewiesen, der notwendig war, um die gefährliche Situation zu entschärfen.

Am Vorabend von Halloween war es noch eine Viertelstunde vor dem Anpfiff ziemlich gruselig in der Esprit-Arena. Da verloren sich nicht einmal 5000 Zuschauer im weiten Rund. Erinnerungen an unselige Fußballzeiten in der Landeshauptstadt so geweckt. Und als die Mannschaft nach dem Aufwärmen in die Fan-Kurve ging, um den Schulterschluss zu suchen, war die signalisierte Unterstützung in Form des Applauses doch recht verhalten. Schon da wurde deutlich, dass selbst die eingefleischten Anhänger verschreckt auf Distanz gegangen sind und zunächst einmal die Mannschaft liefern muss.

Fortunen jubeln über ihren 1:0-Heimerfolg FOTO: Falk Janning

Zunächst feierte sich eine Gruppe der Anhängerschaft selbst. "5 Jahre Fortuna Mafia – 2010 bis 2015" stand auf zwei Transparenten. "Die Familie muss immer zusammenhalten", hieß es weiter. Rot-weiße Konfetti-Knaller zum kleinen Jubiläum bildeten den Abschluss der kurzen Feier. Auch beim Anpfiff waren die Lücken auf den Rängen so groß wie seit Jahren nicht. Die 21.000 verkauften Karten waren schlicht nicht von allen genutzt worden. Die Fans äußerten sich nun allerdings etwas lauter, wobei ihr Liedgut schwerpunktmäßig an die kämpferischen Tugenden appellierte.

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Fortuna - Greuther Fürth FOTO: dpa, kku hak

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Zunächst einmal verstand es die Mannschaft, nicht weiteres Wasser auf die Mühlen der Skeptiker zu gießen. Das war in Anbetracht der Situation und des großen Drucks der auf dem Team von Trainer Frank Kramer und seiner Person lastete keineswegs selbstverständlich. Die Gastgeber boten in der ersten Hälfte defensiv eine relativ stabile Leistung und gestatteten den Gästen eine einzige Chance. Und in der Offensive erspielten sich die Platzherren vier gute Möglichkeiten. Da es torlos in die Pause ging, war die Reaktion der Zuschauer adäquat – verhaltener Beifall.

Mitte der zweiten Halbzeit war es dann so weit. Die Mannschaft, die spielerisch nicht glänzte, aber ihren Willen dokumentierte, hatte die Fans auf ihre Seite gezogen. Plötzlich standen die Anhänger lautstark hinter den Rot-Weißen und trieben sie nach vorn. Sie spürten, dass die Mannschaft dies brauchte, um zum entscheidenden Treffer zu gelangen. Entsprechend groß war der Jubel, als Didier Ya Konan nach einem Freistoß von Kerem Demirbay das Tor des Abends gelang. Als Trainer Frank Kramer den Torschützen kurz vor Schluss vom Feld nahm, erhielt er natürlich noch die verdiente Portion Sonderapplaus.

Nach der Partie zeigte sich Trainer Frank Kramer euphorisch: "Die Fans haben unseren Ansatz sehr schnell agenommen. Und wir waren die Einheit, die wir immer waren. Es war wieder überragend, das ist sensationell." Auch der Coach weiß, dass es ohne die Fans schwierig wird.

 

(ths/cfk)
 
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