| 16.36 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Kramers Flügelzange funktioniert gegen Leipzig nicht

Fortuna Düsseldorf: Die Flügelzange funktioniert gegen Leipzig nicht
Mike van Duinen konnte gegen RB Leipzig nicht überzeugen. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Bei Fortuna Düsseldorfs Niederlage bei RB Leipzig (1:2) zeigte die Defensive eine verhältnismäßig ordentliche Leistung. Viel offensichtlicher war das Problem in der Offensive. Die erhofften Nadelstiche gegen die aggressiven Gastgeber blieben fast gänzlich aus. "Das Quäntchen Glück ist weiterhin nicht auf unserer Seite", sagte Trainer Frank Kramer nach der Partie. Von Christoffer Kleindienst

Kramer wusste wovon er sprach. Sercan Sararer hatte gegen Arminia Bielefeld erst ein gutes Spiel absolviert, der Coach hielt sich dennoch mit überschwänglichem Lob zurück. "Das muss er immer zeigen. Das hat er auch im Tank. Weniger Schnörkel, mehr Zielstrebigkeit – genau das ist es", sagte Kramer über Sararer, den er schon in seiner Fürther Zeit trainierte. Eine Woche vor dem Spiel gegen Leipzig erschien es Kramer wichtiger, den talentierten Flügelspieler in seiner Formkurve weiter voranzutreiben, als ihn zu loben. Nach der Partie gegen den potenziellen Klassenprimus kann man aber sagen: Die Taktik ging nicht auf. 

Dabei wäre ein starker Auftritt Sararers in Leipzig goldwert gewesen. Aus einer kompakten Defensive heraus wollte Kramer spielen lassen, bei der Balleroberung sollte der Ball über die schnellen Fortunen in die Spitze gespielt und so die hoch stehende Defensive der Gastgeber überrumpelt werden. So weit die Theorie – die bereits bei der Verarbeitung nach der Balleroberung hakte: Allzu häufig wurde das Spielgerät aufgrund des Pressings der Leipziger gar nicht kontrolliert zum Teamkollegen gepasst. 

RB Leipzig - Fortuna FOTO: dpa, hsc soe

Wenn es dann mal klappte, verrannte sich Sararer allerdings immer wieder. Der Flügelspieler ging zu häufig in die Dribblings. Die nötige Ballzirkulation, um die attackierenden Gastgeber auszuhebeln, fand somit fast überhaupt nicht statt. Dabei konnte Sararer aber auch nicht auf die Unterstützung seiner Mitspieler hoffen. Lediglich Joel Pohjanpalo behauptete vereinzelt Bälle, der rechte Flügel war hingegen fast komplett lahmgelegt, weil Mike van Duinen dort vollkommen verloren war. Zwar zeigte er – wie immer – große Leidenschaft und scheute keinen Zweikampf. Allerdings hat der Niederländer schlichtweg auch nicht die Qualitäten, um auf dem Flügel zu bestehen. 

Bereits gegen den 1. FC Kaiserslautern spielte van Duinen auf dem Flügel, auch damals ging das Experiment gründlich schief. Dass Kramer erneut auf diese Option zurückgriff, zeigt auch das personelle Dilemma, indem der Coach derzeit steckt. In Axel Bellinghausen, Mathis Bolly, Didier Ya Konan und dem angeschlagenen Ihlas Bebou, der nach seiner Fußverletzung immerhin wieder auf der Bank saß, fehlen Kramer die Alternativen in der Offensive. Emmanuel Iyoha wechselte er ein, außerdem die Defensivspezialisten Alexander Madlung und Kevin Akpoguma. Dass Letzterer im rechten Mittelfeld aushalf, sagt eigentlich schon alles über die personelle Situation der Düsseldorfer aus. 

Einzelkritik: Sararer und van Duinen mangelhaft FOTO: dpa, hsc soe

Es spricht für den Coach, dass er das aber gar nicht ansprach. "Wir konnten immer wieder Nadelstiche setzen, haben diese Angriffe aber nicht zu Ende gebracht. Das war sehr schade, weil man sich die wenigen Möglichkeiten nehmen muss, wenn man bei einem Top-Team etwas holen möchte", analysierte Kramer nach der Partie, fügte aber auch noch hinzu: "Das Quäntchen Glück ist weiterhin nicht auf unserer Seite. Aber wir bleiben dran, um es uns zu erarbeiten."

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