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Fortuna Düsseldorf
Die Leidenschaft ist nicht mehr das Problem

Fortuna Düsseldorf: Die Leidenschaft ist nicht mehr das Problem
Marcel Sobottka im Zweikampfduell mit St. Paulis Marc Rzatkowski. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf scheint sich in einer Warteschleife zu befinden: Die Leistungen des Teams erinnern an die schwache Rückrunde der Vorsaison. Die Fans fordern Kampf. Die gute Nachricht: Die Fortuna hat derzeit zahlreiche Baustellen, fehlende Leidenschaft gehört nicht mehr dazu.  Von Christoffer Kleindienst

Ultras betreten die Trainingsplatz, hängen ein Plakat auf mit einer klaren Forderung und verschwinden wieder. Das ist die Kurzbeschreibung einer Szene, die sich im April dieses Jahres zugetragen hatte – und auf die alle Beteiligten am liebsten verzichtet hätten. Am Montag hat sich diese Szene allerdings fast eins zu eins wiederholt. Die beiden einzigen Anzeichen, dass es sich nicht um eine Einbildung aller Anwesenden handelte, waren die Winterbekleidung und die Fan-Gruppierung. 

Dieses Mal hatten es sich nämlich die Ultras der Dissidenti zur Aufgabe gemacht, ein Zeichen dieser Art zu setzen. "Kämpft oder geht", lautete die Botschaft der Fans. Zum Vergleich: Einige Monate vorher setzten die Ultras Düsseldorf noch auf "Wer keinen Bock mehr hat, kann gehen". 

Fortuna trainiert auf der "Kleinen Kampfbahn" FOTO: Falk Janning

Allerdings scheint die Forderung der Ultras Dissidenti ein paar Wochen verspätet. Die Leidenschaft fehlte in ein paar Spielen in dieser Saison fraglos, jedoch war nach dem Offenbarungseid gegen den 1. FC Nürnberg solch eine Haltung auf dem Platz nicht mehr zu sehen. Eine Woche später begeisterte die Fortuna gegen Greuther Fürth mit der leidenschaftlichsten Darbietung der Spielzeit und dem dritten Heimsieg. 

Und auch bei der peinlichen Niederlage gegen den FC St. Pauli war es nicht die fehlende Leidenschaft, die das 0:4 besiegelte. Die Düsseldorfer versuchten sich physisch gegen die Niederlage zu wehren – das bestätigen auch die Zahlen: Sie gewannen mehr als die Hälfte der Zweikämpfe, sie absolvierten mehr Sprints als die Gegner. Selbst die Anzahl der Zweikämpfe war höher als bei den meisten restlichen Partien des Zweitliga-Spieltags. 

Allerdings machten sowohl individuelle als auch taktische Fehler diese Leistungsmerkmale zunichte. Allzu häufig kamen die Fortunen gar nicht in das Duell mit dem Kontrahenten, die Zuordnung wurde immer wieder aufgelöst. Besonders schlimm war es in der Zeit nach dem zweiten Gegentor (22. Minute) und der Halbzeit. Die Fortuna spielte weiter nach vorne, hinten wurde dadurch immer wieder Überzahlsituationen für die Hamburger provoziert.

"Besser als wir heute kann man es nicht spielen – gegen einen Gegner, der alles gegeben hat und hervorragend besetzt ist", sagte St. Paulis Trainer Ewald Lienen nach der Partie höflich, aber auch ehrlich. An der Einstellung liegt es nicht, die spielerische Klasse sollte auch vorhanden sein. Umso größer dürfte das Problem für Trainer Frank Kramer aber auch sein. 

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