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Fortuna Düsseldorf
In der Relegation droht Wiedersehen mit "Pokal-Schreck" Würzburg

Fortuna Düsseldorf: Die Relegation droht, ein Blick auf die 3. Liga
Ex-Bundesligaprofi Bernd Hollerbach trainiert seit 2014 die Würzburger Kickers. FOTO: dpa, dka kno
Düsseldorf . Sollte Fortuna Düsseldorf das Kellerduell gegen den FSV Frankfurt verlieren, droht der Abstieg aus der 2. Bundesliga. Ein rettender Strohhalm könnte die Relegation sein. Doch wer spielt eigentlich in der 3. Liga oben mit? Ein Überblick.  Von Jan Dobrick und Lukas Kober

Fortuna Düsseldorf hat den Klassenerhalt selbst in der Hand. Ein Heimsieg gegen den FSV Frankfurt und die Verantwortlichen könnten möglicherweise schon nach dem 33. Spieltag für ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga planen. Es könnte aber auch ganz anders kommen: Die Fortuna, momentan auf Tabellenplatz 15, verbockt die ausstehenden zwei Partien und steigt ab. Oder die Saison geht in die Verlängerung, in die Nerven strapazierende Relegation. Höchste Zeit also, sich einmal mit der Tabellenspitze der 3. Liga zu beschäftigen.

1. Dynamo Dresden; 72 Punkte

Dynamo Dresden hat den Kampf schon gewonnen. Ein Verein, der in der jüngeren Vergangenheit oftmals nur durch Randale aufgefallen ist, stellt plötzlich einen Drittliga-Rekord nach dem anderen auf. Der schöne Fußball ist zurück an der Elbe: Vier Spieltage vor Saisonende schaffte das Team von Trainer Uwe Neuhaus den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Dresdner verloren dabei in der gesamten Spielzeit nur zwei Spiele. Ein Ex-Fortune hat Anteil am Aufschwung: Andreas "Lumpi" Lambertz (31) stand in der Liga bisher in 33 von 36 Ligaspielen für Dynamo auf dem Platz und ordnete dabei routiniert das Mittelfeld. Justin Eilers (21 Treffer) und Pascal Testroet (18 Tore) sind die besten Torjäger der Liga, Marvin Stefaniak ist mit 18 Assists bester Vorlagengeber. Allerdings steht auch bereits fest, dass einige Leistungsträger den Klub verlassen werden: Eilers (Werder Bremen), Kapitän Michael Hefele (Huddersfield Town) und Quirin Moll (Eintracht Braunschweig) suchen neue Herausforderungen.

Restprogramm: Preußen Münster (A), SG Sonnenhof Großaspach (H) 

2. Erzgebirge Aue; 64 Punkte

Aue musste die Aufstiegsparty vertagen, da das Sachsen-Derby in Dresden am Samstag 1:1 endete. Dennoch: Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn die "Veilchen" ihr Polster von vier Punkten auf den dritten Rang in den verbleibenen zwei Partien noch verspielen sollten. Nach einer ernüchternden Zweitliga-Spielzeit, die 2015 mit dem Abstieg endete, ist der Bergarbeiterverein wieder obenauf. Top-Torschütze der Sachsen, die mit 37 Toren allerdings nur etwa halb so viele Treffer erzielt haben wie Dresden, ist Mittelstürmer Pascal Köpke (7) vor Linksaußen Nicky Adler (6). Ebenfalls gefährlich: Innenverteidiger Steve Breitkreuz mit fünf Treffern. Trainer Pavel Dotchev darf sich auf ein zweitligareifes Stadion freuen: Bis 2017 wird die Arena, die von den Fans liebevoll "Old Otto" genannt wird, deutlich moderner. Relegationsspiele fänden auf einer Baustelle statt.

Restprogramm: Fortuna Köln (A), Preußen Münster (H) 

3. Würzburger Kickers; 60 Punkte

Wahrscheinich gehen die Kickers in die Relegation. 2014 wurde das Projekt 3x3 (in drei Jahren in Liga drei) ins Leben gerufen. Bernd Hollerbach, als raubeiniger Bundesliga-Spieler unter dem Spitznamen "Holleraxt" bekannt, übernahm die Mannschaft. Und es ging direkt aufwärts. Sollte es jetzt mit dem zweiten Aufstieg in Folge klappen, wären die Würzburger ihrer Planung von damals weit einteilt. 2009 gewann Hollerbach als Co-Trainer von Felix Magath mit dem VfL Wolsfburg die deutsche Meisterschaft. Die Drittliga-Saison der Würzburger, die am Wochenende trotz Rückstand in Cottbus gewannen, erinnert zumindest ein bisschen an das Meisterjahr der Wölfe. Auch der VfL räumte damals das Feld von hinten auf. Am 26. Spieltag noch im Niemandsland auf Rang zehn, sind die Kickers nun Dritter, mit vier Zählern Vorsprung auf Osnabrück. Und in Sachen Relegation haben die Würzburger, die von den letzten zehn Spielen acht gewonnen haben und das erfolgreichste Team der Rückrunde stellen, Erfahrung: Im vergangenen Jahr, als es um den Aufstieg in die 3. Liga ging, setzten sie sich im Elfmeterschießen gegen den 1. FC Saarbrücken durch. Übrigens: Im DFB-Pokal schalteten die Bayern 2014 in Runde eins die Fortuna mit 3:2 nach Verlängerung aus.

Restprogramm: Holstein Kiel (H), 1. FC Magdeburg (A) 

4. VfL Osnabrück; 56 Punkte

Der VfL Osnabrück machte in den vergangenen Jahren vor allem durch viele Auf- und Abstiege auf sich aufmerksam: Von 2007 bis 2012 wechselte der VfL viermal die Klasse, immer zwischen zweiter und dritter Liga. Derzeit gibt es angesichts eines Rückstands von vier Zählern auf das Überraschungsteam Würzburg nur noch die vage Hoffnung auf Platz drei. Die Mannschaft von Trainer Joe Enoch spielt eine gute Saison, lag lange auf dem dritten Platz, leistete sich dann jedoch eine Schwächephase und rutschte zwischenzeitlich auf Rang fünf ab. Nach zuletzt nur zwei Punkten aus vier Partien gewannen die Niedersachsen am Wochenende gegen die abstiegsbedrohte Bremer Reserve mit 3:1. Das Restprogramm ist allerdings machbar. Abschreiben sollte man den VfL, der in Marcos Alvarez (10) und Halil Savran (9) zwei treffsichere Stürmer in seinen Reihen hat, noch nicht.

Restprogramm: Chemnitzer FC (A), Fortuna Köln (H) 

5. SG Sonnenhof Großaspach; 54 Punkte

Nur noch theoretische Chancen auf den Relegationsplatz hat die Sportgemeinschaft aus dem württembergischen Aspach, die eine grandiose Spielzeit hinlegt. "Das kann kein Zufall sein", singt Andrea Berg auf den großen Bühnen Deutschlands. Ist es auch nicht, es steckt viel Arbeit dahinter. Die SG wird oft mit der Schlagersängerin assoziiert, weil ihr Mann, Spielerberater Uli Ferber, im Aufsichtsrat sitzt. Und der bemüht sich, den Dorfklub nach vorne zu bringen. Seit dem 11. Spieltag stand Großaspach in der Tabelle nie schlechter als auf Platz fünf. Mittlerweile fehlen aber schon sechs Punkte zum Relegationsplatz. Durch ein 0:4 in Magdeburg hat die SG Sonnenhof den Anschluss verloren. Sechs Zähler sind nur aufzuholen, wenn Würzburg und Osnabrück im Endspurt böse stolpern.

Restprogramm: 1. FC Magdeburg (A), SV Wehen Wiesbaden (H) 

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