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Fortuna Düsseldorf
Die Rückkehr des Zehners

Das ist Özkan Yildirim
Das ist Özkan Yildirim FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat wieder einen Spielmacher, einen echten Zehner, der das Spiel steuert. Er hört auf den Namen Özkan Yildirim – und trägt die Nummer neun. Von Jan Dobrick

Yildirim strahlte, als er in den Katakomben der Esprit-Arena Rede und Antwort stand. Die Fortuna hatte gerade mit 4:0 gegen Arminia Bielefeld gewonnen. Und Yildirim im Mittefeld die Spielzüge des Klubs bestimmt. Es war sein erstes Pflichtspiel von Beginn an für die Düsseldorfer. Der 23-Jährige machte ziemlich viel richtig, sprach aber doch lieber über andere: "Als ich die Nachricht bekommen habe, dass ich von Anfang an dabei bin, war ich sehr dankbar. Man hat das mit meiner schweren Verletzung hier in Düsseldorf sehr schnell hinbekommen", lobte er.

In Düsseldorf holte Özkan Yildirim das Pech ein

Als Yildirim zum Saison-Auftakt in Sandhausen schwer verletzt vom Platz getragen wurde, rechnete niemand mit einer baldigen Rückkehr. Die Diagnose war erschütternd: Oberschenkelfraktur, Meniskusriss, Teilriss des Außenbandes. Von einer Ausfallzeit von drei Monaten war die Rede. Schon in Bremen war der Kreativspieler ein ständig verletztes Talent, das im Lazarett seinen Durchbruch verpasste. In fünf Spielzeiten für Bremens Profis – von 2011/12 bis 2015/16 – setzte Yildirim wegen Verletzungen und Trainingsrückstand 193 Spiele aus. Das Pech holte Yildirim in Düsseldorf wieder ein. 

"So ein Mist, der arme Kerl", entfuhr es Sportdirektor Erich Rutemöller unmittelbar nach der Szene. "Er ist unser technisch bester Spieler, und dann so etwas." Umso erstaunlicher: Nach dem 1:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth am 4. Spieltag joggte Yildirim wieder, am 8. Spieltag wurde er gegen den Karlsruher SC für Kaan Ayhan eingewechselt, sammelte 15 Minuten. Und am Freitagabend stand er dann erstmals für seinen neuen Verein in der Startelf, weil Ayhan für den gesperrten Kevin Akpoguma in die Innenverteidigung rückte.

"Ötzi konnte in Ruhe das Spiel im Mittelfeld aufziehen"

"Die Mannschaft hat in beiden Halbzeiten den Ball gut laufen lassen und wir haben immerhin vier Tore gemacht", sagte Yildirim glücklich. Der Antreiber, den die Fortuna im Sommer als neuen Chef im Mittelkreis verpflichtete, ging dem Gegner früh entgegen, um die Bälle zu stehlen. Er zog die Strippen, setzte seine Nebenleute ins Szene. "Wir haben heute eine klassische Doppelsechs gespielt – ich glaube, das haben 'Bodze' und ich ganz gut hinbekommen. So konnte dann 'Özi' in Ruhe das Spiel im Mittelfeld aufziehen", erklärte Marcel Sobottka, den Trainer Friedhelm Funkel übrigens als "besten Mann" auf Seiten der Fortuna ausgemacht hatte.

Doch auch Yildirim erledigte seine Aufgabe pflichtbewusst – bis zur 66. Minute, das war so abgesprochen, erklärte der Mittelfeldmann. Dann kam Arianit Ferati rein, der nur wenige Sekunden später das 3:0 nachlegte. 

Ein kreativer Strippenzieher tut dem Spiel gut

Auch Ferati kann die Position hinter Spitze Rouwen Hennings spielen, der sich mit einem Doppelpack in die Torschützenliste eintrug. Bis zu seiner Verletzung an der Achillessehne war Kapitän Oliver Fink noch die Lösung für alles. Der lauffreudige Routinier spielte den Organisator im offensiven Mittelfeld. Er erzielte auch ab und zu ein Tor, ist aber einfach kein Spielmacher wie es Kerem Demirbay oder Michael Liendl waren. Danach übernahm Kaan Ayhan, ein gelernter Innenverteidiger, der seine Sache mehr als ordentlich machte. Trotzdem: Ein kreativer Strippenzieher tut dem Spiel gut. Yildirim kann die Lücke füllen, sofern er gesund bleibt.

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