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| 15.48 Uhr

"Die Jungs haben es für mich geklärt"
Diesmal muss die Mannschaft Raphael Wolf helfen

Fortuna Düsseldorf: Diesmal muss die Mannschaft Raphael Wolf helfen
Raphael Wolf hätte den Freistoß von Tom Schütz in Normalform mit der Mütze gefangen. FOTO: dpa, mku fdt
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs Torhüter erwischt im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld einen gebrauchten Tag. Das fällt angesichts der beim 4:2-Sieg bestens aufgelegten Offensive allerdings kaum ins Gewicht. Von Bernd Jolitz

Es war einfach nicht sein Tag. Und manchmal hatte es sogar den Anschein, als hätte sich Raphael Wolf all die kleinen und großen Schnitzer, die sich selbst bei einem ausgezeichneten Torhüter so über eine Saison hin ansammeln, für diesen Abend aufgehoben. Doch das ganz große Drama, das an solchen dunklen Torhüter-Tagen üblicherweise folgt, wurde nicht daraus. Fortuna Düsseldorf gewann trotzdem, verteidigte mit dem ebenso spektakulären wie verdienten 4:2-Sieg über Arminia Bielefeld souverän die Tabellenspitze der 2. Bundesliga.

Einzelkritik: Fink mit viel Übersicht - Hennings überragt FOTO: Falk Janning

"Rapha hat heute einmal nicht gut ausgesehen, und das weiß er auch", analysierte Trainer Friedhelm Funkel nüchtern. "Das erste Gegentor zum Beispiel muss er auf seine Kappe nehmen, da kommt er bei Schütz‘ Freistoß einfach nicht entschlossen genug aus seinem Kasten. Aber er hat der Mannschaft in dieser Saison schon unglaublich oft sehr geholfen, da darf es auch mal umgekehrt sein." Das sahen Wolfs Kollegen aus der Abteilung Feldspieler ganz genauso. Nicht ein böses oder auch nur kritisches Wort war nach der Partie zu hören, zumeist wurden die ungewohnten Schnitzer des Keepers sogar mit einem Lächeln quittiert.

Dabei ging es nicht nur um die Szene zum 0:1, als Arminias überragender Sechser Tom Schütz einen Freistoß mit viel Schnitt in den Strafraum chippte, Wolf dem Ball zu zögerlich entgegenging und Julian Börner einköpfen konnte. Da hätte Fortunas Deckung, zum Beispiel der Börner zugeteilte Marcel Sobottka, gern auch unterstützend eingreifen können, man verließ sich jedoch auf die in den Monaten zuvor hinreichend unter Beweis gestellten großen Qualitäten Wolfs.

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Fünf Minuten nach der Pause wurde Schütz dann endgültig zum Schreckgespenst des Düsseldorfer Keepers. Sein diesmal direkt ausgeführter Freistoß aus 20 Metern war zwar schön getreten, doch normalerweise hätte Wolf ihn mit der Mütze gehalten – diesmal aber flog er zum 1:2 ins Netz. Und wenn es einmal so läuft, dann lässt ein Torhüter auch einen harmlosen (zum Glück für Fortuna aus dem Abseits abgegebenen) Schuss von Leandro Putaro abklatschen und segelt an einer Flanke von Manuel Prietl vorbei.

Dank Fortunas mitreißendem Sturmwirbel und der Treffer des überragenden Rouwen Hennings und von Sobottka, Adam Bodzek und Benito Raman bleiben das Randnotizen des Abends, der den Spitzenreiter dem Bundesliga-Aufstieg erneut ein großes Stück näherbrachte. Und richtigerweise konnte auch Raphael Wolf schon kurz nach dem Abpfiff wieder herzlich lachen und vor der Südtribüne kräftig mitfeiern.

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"Heute war kein gutes Spiel von mir, ich habe gepatzt, bin aber trotzdem nicht unglücklich", sagte der 29-Jährige. "Das ist natürlich nicht mein Anspruch, ist aber verkraftbar. Ich bin der Mannschaft sehr dankbar, dass sie das Spiel zweimal gedreht hat – die Jungs haben es heute für mich geklärt."

 
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