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Fortuna Düsseldorf
Ein Leben für den Herzensverein

Fortuna Düsseldorf: Ein Leben für den Herzensverein
Jürgen Zass spielte für die Fortuna auch schon einmal den Nikolaus – wie hier 1983 vor dem Spiel gegen den VfL Bochum. FOTO: Privat
Düsseldorf. Seit 50 Jahren ist Jürgen Zass Fan von Fortuna Düsseldorf. Er hat mit seinem Lieblingsklub schon allerhand erlebt. Von Falk Janning

Gezweifelt hat er an seiner Liebe nie – "nicht einen Augenblick", wie er voller Stolz sagt. Selbst in Zeiten tiefster sportlicher Depression hat Jürgen Zass immer zur Fortuna gehalten, ist mit ihr durch dick und dünn gegangen, hat die glanzvollen DFB-Pokalsiege und das Europapokal-Endspiel gegen den FC Barcelona ebenso erlebt wie die Partien in der viertklassigen Oberliga. Seit genau 50 Jahren ist der 62-jährige Heerdter nun glühender Anhänger der launischen Diva aus Flingern.

Die Leidenschaft begann mit dem ersten Stadionbesuch als Zwölfjähriger. Zass, den seine Freunde nur "Zeppelin" rufen, kann sich noch genau an dieses einschneidende Erlebnis erinnern. Sein Onkel nahm ihn mit zum Freundschaftsspiel der Fortuna gegen den FC Bayern. "Am 16. März 1966 war das. Fortuna gewann mit 2:1 gegen München, das aber ohne Franz Beckenbauer angereist war", sagt Zass. "Schon nach einer Minute schoss unser Mittelstürmer Peter Meyer gegen Bayern-Torwart Sepp Maier das 1:0. Verteidiger Hellingrath machte später den zweiten Treffer. Die Fortuna spielte groß auf und hätte sogar höher gewinnen können und müssen."

"Liebe auf den ersten Blick"

Um Klein-Jürgen war es nach diesem großartigen Ereignis und tollen Spiel geschehen. "Es war Liebe auf den ersten Blick", sagt er heute. Bis zur nächsten Partie gingen zwar ein paar Monate ins Land, da er als Kind noch nicht alleine zu den Spielen durfte und auf eine Begleitung angewiesen war, die Begeisterung aber blieb. Im August 1967 sah er dann das erste Heimspiel der Fortuna nach ihrem Aufstieg in die Bundesliga, wieder ging es gegen die Bayern, diesmal endete die Partie torlos.

Seit 50 Jahren leidet und jubelt Jürgen Zass mit seiner Fortuna. FOTO: Falk Janning

Seine ersten Auswärtsspiele erlebte er nach dem Abstieg in der Regionalliga West. Gerne erinnert er sich heute an die Partien in Horst-Emscher, Bottrop und Gütersloh, zu denen er mit der Bahn fuhr. Das erste Auswärtsspiel absolvierte die Fortuna beim VfR Neuss und verlor mit 4:5 - Jürgen Zass war bei der legendären Partie dabei. Er lief aus Heerdt zu Fuß zum Neusser Stadion. Mit dabei war damals auch der heutige Fortuna-Coach Friedhelm Funkel - als Anhänger des VfR.

Der gebürtige Düsseldorfer, der bis vor kurzem in einer Druckerei arbeitete, hat viel erlebt in dem halben Jahrhundert, in dem er den Rot-Weißen überall hin folgte. Spannend sind seine Berichte von so mancher abenteuerlichen Reise. Im April 1979 gehörte er zu jenen 24 Fortuna-Fans beim Europapokal-Auswärtsspiel bei Banik Ostrau. "Wir hatten das Gefühl, wir fahren ans Ende der Welt. Die letzten Kilometer ging es über schlechte Feldwege nach Ostrau", sagt er. Mit 1:2 verlor seine Elf das Halbfinal-Rückspiel, doch das reichte nach dem 3:1-Hinspielerfolg für den Einzug ins Finale gegen Barcelona.

In einem Originaltrikot von Rainer Geye, das ihm der Stürmer mal geschenkt hatte, reiste er an den Wochenenden quer durch die Republik den Rot-Weißen hinterher. Seit der damaligen Zeit hat er auch einen guten Draht nach Berlin zu den Fans von Hertha und Union sowie zu den Fortuna-Fans "Havelpralinen" in der Bundeshauptstadt.

Selbstverständlich ist Zass noch immer dabei – und erleichtert nach dem mühsamen Klassenerhalt in der vergangenen Saison.

Quelle: RP
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