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Fortuna Düsseldorf
Endspiel für eine große Idee

Bilder: Fortunas Abschlusstraining vor Fürth
Bilder: Fortunas Abschlusstraining vor Fürth FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs Heimspiel am Freitagabend (18.30 Uhr/Live-Ticker) gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth könnte schon ein Endspiel für Trainer Frank Kramer sein. Von Bernd Jolitz

Weniger vom Ergebnis her: Selbst im Falle einer Niederlage wäre es durchaus denkbar, dass die Vereinsführung des Zweitligisten weiter zu dem 43-Jährigen steht. Unabdingbar dafür ist jedoch, dass die Mannschaft sich vollkommen anders präsentiert als bei der beschämenden 1:5-Niederlage im DFB-Pokal beim 1. FC Nürnberg. Falls Fortuna noch einmal so leidenschaftslos aufträte wie an der Noris und sich ebenso wehrlos in ihr Schicksal ergäbe, wäre der 43-Jährige Trainer kaum mehr zu halten.

Es darf jedoch nicht verwundern, dass der kommissarische Vorsitzende Paul Jäger und Sportdirektor Rachid Azzouzi selbst in den dunklen Stunden nach dem Desaster von Nürnberg Kramer ausdrücklich ihr Vertrauen aussprachen. Falls der gebürtige Memminger gehen muss, wäre es nicht nur das Scheitern eines weiteren Trainers. Das Aus für Frank Kramer wäre nicht vergleichbar mit den Trennungen von Oliver Reck, Lorenz-Günther Köstner oder Mike Büskens – es wäre das Scheitern eines über lange Zeit und mit höchster Intensität ausgesuchten Hoffnungsträgers. Es wäre das Scheitern der gesamten sportlichen Konzeption der Düsseldorfer, das Ende einer Idee, in die die Klubführung viel Herzblut investiert hat.

Bei der Verpflichtung Frank Kramers und seines Assistenten Peter Hermann hatte jeder in Vorstand und Aufsichtsrat vom Konzept sowie den taktischen und personellen Ideen des früheren Gymnasial-Lehrers und Universitätsdozenten geschwärmt. Vor allem die Kombination mit Hermann, der als Co-Trainer von Jupp Heynckes mit Bayern München das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League gewonnen hatte, sahen alle als äußerst vielversprechend an. Zöge man jetzt branchenüblich die Reißlinie, wäre das weit mehr als ein normaler Neustart nach einem Trainerwechsel: Fortuna müsste wieder ganz von vorn anfangen, wieder eine neue Konzeption erstellen, und das von einem denkbar ungünstigen Startplatz aus.

Jäger und Azzouzi wissen das ebenso wie der Aufsichtsrat und hoffen deshalb, dass Fortuna gegen Fürth die Kurve bekommt und sich voller Leidenschaft gegen einen Umbruch stemmt, den niemand in der Vereinsführung vollziehen möchte. Verhindern kann ihn ganz allein die Mannschaft – indem sie jedem Zuschauer zeigt, dass sie unbedingt weiter mit Frank Kramer arbeiten möchte.

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