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Fortuna Düsseldorf
Ex-Fortunen droht der Absturz

Das ist "Charis" Mavrias
Das ist "Charis" Mavrias FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. In Karlsruhe gibt's nichts schönzureden. Fortunas heutiger Gegner taumelt der Drittklassigkeit entgegen. Auch Neu-Trainer Mirko Slomka konnte den freien Fall nicht aufhalten. Ehemalige Düsseldorfer sind mitverantwortlich. Von Jan Dobrick

Die Anhänger des KSC mussten in den letzten Jahren leiden. Das verbindet sie mit den Düsseldorfern. Im Sommer 2015 waren sie nah dran an der Bundesliga. Dann bekam der Hamburger SV in der Nachspielzeit des Relegations-Rückspiel einen fragwürdigen Freistoß zugesprochen. Der Rest ist Schmerz. Damals ebenfalls im Tal der Tränen: Torschützenkönig Rouwen Hennings (17 Treffer), der seine Treter nun für die Fortuna macht.

Auch Slomka bekommt KSC nicht in den Griff

Mittlerweile macht man sich in Baden-Württemberg keine Gedanken mehr über das Fußball-Oberhaus. Der Absturz in die Drittklassigkeit droht. Und wenn der Erfolg ausbleibt, muss in der Regel zuallererst der Trainer dran glauben: Slomka folgte am 22. Dezember auf Thomas Oral, doch auch die Bilanz des Hoffnungsträgers fällt lausig aus: zwei Siege, vier Niederlagen, ein Unentschieden. Die Folge: Magere 21 Zähler, letzter Tabellenplatz, akute Abstiegsgefahr.

So könnte Fortuna in Karlsruhe spielen

Nur der FC St. Pauli trotzte übrigens der Panik im Tabellenkeller und vertraute weiter auf Trainer Ewald Lienen. Die anderen Klubs, die unten drinhängen, tauschten den verantwortlichen Chefcoach aus: In Kaiserslautern übernahm Norbert Meier, in München Vitor Pereira, in Aue Domenico Tedesco und Bielefeld sucht nach der Entlassung von Jürgen Kramny nach dem passenden Trainer. Bielefeld wechselt zum zweiten den Coach. Slomka ist also gewarnt.

Karlsruhe schießt keine Tore

Das größte Problem: Der KSC schießt keine Tore. Das überraschende 2:0 gegen Aufstiegskandidat Hannover 96 ausgeklammert, unterlagen die Karlsruher zuletzt ärgerlicherweise direkten Konkurrenten im Abstiegskampf: 0:1 in Aue, 0:5 auf St. Pauli, 1:2 bei 1860 München. Es fehlt an Tempo und Durchschlagskraft. 19 Treffer in 24 Spielen (nur drei in Halbzeit eins) sind unterirdisch, keine Mannschaft in der 2. Bundesliga ist vorne harmloser.

Es ist also sinnvoll, sich die Offensivabteilung der Gastgeber mal genauer anzuschauen. Die Angreifer Dimitri Diamantakos, Erwin "Jimmy" Hoffer, Florian Kamberi, Stefan Mugosa sammeln Spielminuten, aber kaum Tore. Diamantakos ist mit fünf Treffern der Toptorschütze, kommt aber 2017 noch nicht in Schwung. Kamberi erzielte im Hinspiel immerhin das 1:1. Ex-Fortune Hoffer (zwei Treffer) fehlte zuletzt wegen einer Teilruptur des Innenbandes. Auch am Sonntag gegen Fortuna (13.30 Uhr/Live-Ticker) ist er nicht dabei, genau wie Kamberi, der Knieprobleme hat.

Mavrias ist nur Teilzeitkraft

Stellt sich noch eine Frage: Was macht eigentlich Charalampos "Charis" Mavrias? Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel hätte den 23 Jahre alten Griechen, fleißig und trickreich, im vergangenen Sommer gerne behalten. Doch die Flingerner ließen die festgeschriebene Kaufoption verstreichen, versuchten mit dem AFC Sunderland zu verhandeln. Düsseldorf holte schließlich Jerome Kiesewetter und Arianit Ferati – Mavrias löste seinen Vertrag in England auf und schloss sich fünf Tage nach dem Ende der Transferperiode Karlsruhe an.

Ob er das mittlerweile bereut? Möglicherweise. Mavrias kämpft schon wieder am Rande zur Drittklassigkeit, kommt auf 18 Einsätze und 1089 Spielminuten. Ein Tor erzielt hat er noch nicht, auch keins vorbereitet. Gegen Aue durfte er nur noch acht Minuten ran, gegen St. Pauli 45 Minuten. Gegen Hannover und Berlin stand er gar nicht auf dem Feld.

Für den KSC ist es 5 vor 12. Das Schreckensszenario Abstieg scheint die Mannschaft zu lähmen. Fortuna hat am Sonntag die große Chance, sich entscheidend Luft nach unten zu verschaffen. Bislang waren die Karlsruher gute Gastgeber. Und die Rot-Weißen glänzten in erster Linie auf fremdem Platz. "Wir fahren ohne Angst und frohen Mutes nach Karlsruhe. Die Mannschaft hat überall eine Chance", sagt Funkel. Die Flingerner sind im Wildparkstadion seit mehr als 18 Jahren unbesiegt. Wenn das kein gutes Omen ist ...

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