| 19.12 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fast zu viel Leidenschaft

Fortuna Düsseldorf: Fast zu viel Leidenschaft
Wieder mal ein Platzverweis: Karim Haggui sah Gelb-Rot gegen Braunschweig. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Dank viel Leidenschaft gewann Fortuna Düsseldorf die Partie gegen Eintracht Braunschweig. Allerdings beendete die Fortuna schon wieder ein Spiel in Unterzahl. Von Christoffer Kleindienst

Nach dem zweiten Sieg in Folge kann man bei der Fortuna mit ein wenig Wohlwollen von einer kleinen Serie sprechen. Wo Licht ist, da ist allerdings auch Schatten: Auch bei den Platzverweisen haben die Düsseldorfer eine Mini-Serie gestartet. Sowohl beim FSV Frankfurt als auch gegen Eintracht Braunschweig flog ein Profi im roten Dress vom Platz. 

Und das vollkommen zurecht: Kerem Demirbays Platzverweis wurde aufgrund von vielen Nickligkeiten nur in die Länge gezogen, am Ende stand der unrühmliche Abgang samt diskriminierender Aussage ("Frauen haben im Fußball nichts zu suchen"). Politisch korrekt, dafür unsportlich verabschiedete sich Kapitän Karim Haggui aus der Partie gegen Braunschweig: Zwei Mal hielt er seinen Gegenspieler allzu offensichtlich fest, zwei Mal sah er die Gelbe Karte. Eine harte Entscheidung, da Haggui tatsächlich nur zwei Fouls beging – allerdings waren diese beide gelbwürdig. 

Beide Platzverweise ließen die Mannschaft zwar noch enger zusammenrücken, jedoch geriet dadurch auch der erhoffte Sieg in Gefahr. Besonders im Braunschweig-Spiel erwies Haggui mit seinem Platzverweis dem Team von Interimstrainer Peter Hermann einen Bärendienst. Inklusive der Nachspielzeit musste es 38 Minuten in Unterzahl gegen den Aufstiegsaspiranten verteidigen.

Fortuna - Eintracht Braunschweig FOTO: dpa, rwe soe

"Die Gelb-Rote Karte hat es in der zweiten Halbzeit natürlich noch einmal schwieriger gemacht. Braunschweig hat eine gute Mannschaft, gerade in der Offensive sind alle quirlig und wendig. Wir haben heute gesehen, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen", sagte Hermann nach dem Schlusspfiff.  Auch Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht zollte den Düsseldorfern Respekt: "Nach dem Wechsel war es ein Spiel auf ein Tor, doch die Düsseldorfer Mannschaft hat sich auch in Unterzahl in jeden Zweikampf geschmissen und sich insgesamt sehr präsent gezeigt. Deshalb ist es uns nicht gelungen, uns mehr klare Torchancen zu erarbeiten."

Es scheint derzeit fast so, als ob die Fortunen mit zu viel Leidenschaft und ein bisschen zu wenig Cleverness spielen würden. Bei der Braunschweig-Partie war Schiedsrichter Christian Dietz zwar nicht immer auf der Höhe und pfiff kleinlich. Allerdings waren es die Düsseldorfer, die sich nicht der Situation anpassten und gleich fünf Mal verwarnt wurden. 

Aus der Not machte die Fortuna eine Tugen. "Gegen eine klasse Mannschaft muss man erst einmal eine halbe Stunde in Unterzahl ohne Gegentor bleiben", sagte Oliver Fink. Die Fortunen können nun endlich mal wieder mit viel Selbstvertrauen in das kommende Spiel gehen. Frei nach dem Motto: Wenn sie zu zehnt gegen einen Aufstiegsaspiranten gewinnen, was soll dann mit elf Spielern gegen einen derzeitigen Abstiegskandidaten wie Union Berlin passieren? 

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