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Verteilung der TV-Gelder
Fortuna-Boss Schäfer ist mit Kompromiss zufrieden

Fortuna Düsseldorf: Fortuna-Boss Schäfer ist mit Kompromiss zufrieden
"Ich habe mich nie der Illusion hingegeben, dass mit der Neuregelung alle Ungerechtigkeiten ausgebügelt seien", sagt Fortuna-Boss Robert Schäfer. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Die DFL verteilt die TV-Milliarden künftig nach vier Kriterien. Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer sieht das wichtigste Ziel erreicht. Er will jedoch beobachten, wie es sich in der Praxis verhält.

Die nationalen Einnahmen, die ab der Saison 2017/18 für vier Spielzeiten auf 1,19 Milliarden Euro pro Saison steigen, werden anhand eines "Vier-Säulen-Prinzips" ausgeschüttet. Das teilte die DFL auf einer Pressekonferenz am Donnerstag mit.

Eingerechnet werden die Fünf-Jahres-Wertung getrennt nach Ligen, die Erfolge der vergangenen 20 Jahre, die Nachwuchsarbeit sowie eine Wettbewerbswertung. Bislang wurden die Einnahmen ausschließlich nach der Fünfjahreswertung verteilt. Diese wird künftig 70 Prozent der Ausschüttung ausmachen.

"Ich habe mich nie der Illusion hingegeben, dass mit der Neuregelung alle Ungerechtigkeiten ausgebügelt seien. Insgesamt sieht es für mich aber nach einem ganz ausgewogenen Kompromiss von vielen verschiedenen Interessenlagen aus", sagt Fortuna-Chef Schäfer unserer Redaktion. "Dadurch, dass die Zweite Liga weiterhin rund 20 Prozent der Fernseheinnahmen erhält, haben wir unser wichtigstes Ziel erreicht. Man muss jedoch über einen längeren Zeitraum beobachten, wie sich die Sache in der Praxis entwickelt."

"Erstliga-Absteiger profitieren von der Neuverteilung"

Fünf Prozent der nationalen Einnahmen werden nach der 20-Jahres-Wertung aller 36 Profiklubs verteilt. Wer verbandsausgebildete U23-Spieler einsetzt, darf mit einem Anteil von den zwei Prozent der Nachwuchs-Säule rechnen. 23 Prozent werden nach einer "gewichteten" Wettbewerbswertung verteilt. Die ersten sechs Klubs in dieser Säule erhalten denselben Betrag.

"In diesem Jahr profitieren die Erstliga-Absteiger sehr stark von der Neuverteilung, das liegt aber auch daran, dass Hannover und Stuttgart vor nicht allzu langer Zeit noch international gespielt haben. Das könnte das Ungleichgewicht zwischen Erster und Zweiter Liga auf Dauer verstärken – bei anderen Klubs als Absteigern könnte das aber auch wieder anders aussehen", sagt Schäfer.

Ein Vorteil der Neuregelung: "Dadurch, dass wir bei Fortuna Düsseldorf in der aktuellen Saison deutlich mehr junge Spieler einsetzen, werden wir künftig davon profitieren, dass dieser Aspekt in den Verteilungsschlüssel aufgenommen wurde", erklärt der 40-Jährige.

(jado/jol)
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