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| 12.59 Uhr

Talent Davor Lovren
Fortunas heißer Draht nach Kroatien

Fortuna Düsseldorf: Fortunas heißer Draht nach Kroatien
Davor Lovren ist auch für die kroatische U19-Nationalmannschaft am Ball. FOTO: afp
Düsseldorf. Davor Lovren wird mindestens die nächsten zwei Jahre in Düsseldorf verbringen. Das kroatische Talent hat die Fortuna von Dinamo Zagreb ausgeliehen. Der 18-Jährige ist nicht das erste Nachwuchstalent des kroatischen Rekordmeisters, das beim Zweitligisten anheuert. Von Jan Dobrick

Bei Dinamo Zagreb haben große Fußballer ihre Karrieren auf den Weg gebracht. Champions-League-Sieger Luka Modric wurde ebenso in der Jugend des kroatischen Rekordmeisters ausgebildet wie Real-Kollege Mateo Kovacic. Juve-Profi Mario Mandzukic wechselte 2010 aus Zagreb in die Bundesliga nach Wolfsburg. Und auch Ivica Olic ging für die "Dunkelblauen" auf Torejagd, bevor er seine Brötchen unter anderem bei Bayern München verdiente.

Dejan Lovren wagte den Schritt ins Ausland 2010 als 21-Jähriger. Der Innenverteidiger schloss sich Olympique Lyon an, bevor es auf die Insel zum FC Southampton und dann zum FC Liverpool ging. Jetzt ist sein kleiner Bruder Davor an der Reihe. Und der Offensivspieler hat sich als erste Station Fortuna Düsseldorf ausgesucht, um in seiner Karriere den nächsten Schritt bei einem "tollen Verein" zu machen.

Lovren kann sich ganz auf Fortuna konzentrieren

"Ich denke, dass ich mich in Düsseldorf sehr gut weiterentwickeln kann", sagt der Flügelspieler im Interview mit "f95.de". Der 18-Jährige ist für zwei Jahre ausgeliehen, Fortuna besitzt eine Kaufoption. "Während der U19-EM in Deutschland ist er uns besonders aufgefallen. Diesen guten Eindruck hat er immer, wenn wir ihn beobachtet haben, bestätigt", erklärt Trainer Friedhelm Funkel.

In Düsseldorf trifft Lovren auf einen Bekannten: Karlo Igor Majic, der im vergangenen Sommer ebenfalls aus Zagreb zur Fortuna kam. Der Draht nach Kroatien ist heiß. Das wird wohl auch darin begründet liegen, dass Sinisa Suker Fortunas U19 trainiert. Der Kroate ist der Cousin von Deutschland-Schreck und Stürmer-Legende Davor Suker, mittlerweile Präsident des kroatischen Fußballverbands HNS mit Sitz in Zagreb. Beim Fortuna-Scouting zudem ein entscheidender Mann: Robert Palikuca, ebenfalls Kroate und hervorragend vernetzt.

Lovren und Majic durchlaufen gemeinsam die Jugend-Nationalmannschaften Kroatiens, spielen sich im Angriff die Bälle zu. In diesem Sommer können sie sich aber ganz auf die Vorbereitung des Zweitligisten konzentrieren, weil sie mit der U19 die EM-Endrunde in Georgien (2. bis 5. Juli) verpassten – im Gegensatz zu Deutschland.

Auch Liverpool-Coach Jürgen Klopp soll dem "Daily Star" zufolge schon Scouts geschickt haben, um Davor Lovren zu beobachten – und zwar bei zwei Spielen der U17-Weltmeisterschaft Ende 2015 in Chile. Kroatien schaltete im Achtelfinale Deutschland aus, Lovren traf in der Nachspielzeit zum 2:0. Eine Runde weiter folgte das Aus beim 0:1 gegen den späteren Finalisten Mali. Für den Offensivmann ging es nicht nach Liverpool.

"Ich dribble gerne"

Die Defensivarbeit könne er verbessern, sagt Lovren, der aber seine Stärken ganz genau kennt: Tempo und Technik. Ideal für eine Mannschaft, die in der abgelaufenen Saison offensiv Probleme hatte. "Ich dribble gerne und versuche mich über die Flügel im Eins-gegen-Eins durchzusetzen", sagt Lovren. Und Funkel ergänzt: "Er besitzt eine Menge Potenzial. Wir werden ihm die Zeit geben, sich bei uns in den nächsten Jahren zu entwickeln."

Lovren spielte bereits mit 16 in der Youth League, debütierte mit 17 bei den Profis, wechselt nun mit 18 ins Ausland. Wenn er sich weiter so rasant entwickeln sollte, darf sich Fortuna auf einen echten Wirbelwind freuen. Und Ihlas Bebou, Emmanuel Iyoha, Marlon Ritter und Jerome Kiesewetter auf Konkurrenz. Spannend wird sein, ob sich der kleine Tempodribbler (1,72m) in der Klopperliga" durchsetzen kann. Leicht wird es nicht. Lovren traf zuletzt in 28 Spielen für Zagreb II sieben Mal.

Die Familie Lovren floh nach Deutschland

Als er die Düsseldorfer Arena betrat, hatte er sofort Gänsehaut. "In meinem Kopf habe ich mir ausgemalt, wie es ist, hier vor den Fortuna-Fans aufzulaufen, ein Tor zu erzielen und Heimsiege zu feiern." Solche Erfolge malten sich Anhänger und Spieler in der vergangenen Saison auch aus, durften aber nur viermal über drei Punkte jubeln. Das muss sich ändern. "Wirklich ein tolles Stadion. Ich kann es kaum erwarten, hier auf dem Rasen zu stehen", sagt Lovren: Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass die Fortuna eine gute Saison spielt."

Mit Deutschland verbindet Davor Lovren übrigens nicht nur Fußball, er ist auch hier geboren. In München, um genau zu sein. Seine Familie floh Anfang der 90er-Jahre vor dem Bosnienkrieg. Bruder Dejan lebte sieben Jahre in Bayern, spricht fließend Deutsch. "Bei mir reicht es lediglich für einige Wörter und Halbsätze", sagt der 18-Jährige. "Guten Tag, mein Name ist Davor."

Lovren will viel dazulernen, alles wie ein Schwamm aufsaugen. Er ist eine gute Investition in die Zukunft. Und womöglich nicht das letzte kroatische Talent, das den Weg nach Düsseldorf findet.

 
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