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Fortunas Jugendheim

Fortuna Düsseldorf: Fortunas Jugendheim
Der Blick auf die Rückseite des NLZ, wie es im November 2018 aussehen soll. FOTO: Fortuna
Düsseldorf. Im September sollen die Bauarbeiten für Fortunas Nachwuchsleistungszentrum beginnen. Sieben Millionen Euro soll das Gebäude kosten, die Inbetriebnahme ist für November 2018 geplant. Von Bernd Jolitz

Die Notwendigkeit, so versichert Frank Schaefer, sei groß. "Was die Jugendarbeit betrifft, ist Fortuna in vielen Bereichen nicht konkurrenzfähig", betont der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des Zweitligisten. Man darf es ihm glauben, denn schon seine eigene Berufsbezeichnung ist bis jetzt nicht mehr als ein schöner Schein. Zwar existiert das NLZ, wie es im Verein stets kurz heißt, in Form der Nachwuchsteams von U9 bis U23, aber eine wirkliche Heimat gibt es nicht. Sie soll nun mit dem Funktionsgebäude auf mehr als 4000 Quadratmetern auf dem früheren Gelände des SC Flingern am Flinger Broich entstehen - sobald die letzten Hürden genommen sind.

Gestern stellte Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer gemeinsam mit seinen Gremiumskollegen Sven Mühlenbeck und Erich Rutemöller sowie Schaefer die Pläne für den NLZ-Neubau vor, der im September beginnen soll. "Die Planung ist abgeschlossen, das Genehmigungsverfahren läuft", berichtete Schäfer, der auch die Finanzierung darlegte. Sieben Millionen Euro kostet das Projekt insgesamt, zuzüglich einer halben Million, die der Verein bereits in die Planung investiert hat. 1,9 Millionen werde die Stadt zuschießen, sofern der Rat dies auf seiner nächsten Sitzung am 13. Juli genehmige. "Wir sind da guter Dinge", sagte der Vorsitzende. "Ebenso, was unsere Einstufung in das Förderprogramm des Landes NRW anbelangt."

Letztere ist wichtig, da davon die Bewilligung eines Bankkredits in Höhe von 3,5 Millionen Euro zu besonders günstigen Konditionen abhängt. Der Kredit ist der größte Baustein im Finanzkonstrukt, zu dem noch 560.000 Euro aus Fortunas laufendem Etat und rund eine Million Sponsorengeld gehört. "Bis Ende des Monats wollen wir in das Förderprogramm eingestuft sein", berichtete Schäfer. Dafür müsse Fortuna einige Kriterien erfüllen, "zum Beispiel, dass wir noch ein Verein sind, dass das Geld also in die Jugendabteilung investiert wird. Und genau das ist ja der Fall". Und wenn das Land trotz allem ablehnen sollte? "Dann haben wir eine Alternativ-Finanzierung", versicherte der Vorsitzende, der diesen worst case jedoch nicht erwartet.

Gebaut werden solle in jedem Fall. Ab September, "wobei wir derzeit eine Woche vor dem Zeitplan liegen", erklärte Schäfer. "Aber wir hängen ja vom Genehmigungsverfahren ab." Fertig soll das Gebäude dann im November 2018 sein, so dass dann die Kabinen für jede Fortuna-Jugendmannschaft, Kraft- und Physiotherapieräume, eine kombinierte Mensa und Cafeteria, Sauna, Entmüdungsbecken, Tiefgarage und vieles mehr in Betrieb genommen werden können.

Keinen Augenblick zu früh, wie Frank Schaefer feststellte. "Es gibt 57 Nachwuchsleistungszentren in Deutschland, zwölf allein in NRW", teilte der frühere Cheftrainer des 1. FC Köln mit. "Viele Klubs in der Region, wie etwa Leverkusen, Schalke oder Gladbach, sehen Fortunas Jugend als eine Art Selbstbedienungsladen an. Sogar Vereine, die ansonsten mit uns auf Augenhöhe agieren, wie Bochum oder Duisburg, sind uns auf dem Sektor NLZ überlegen. Zurzeit spielen 60 Düsseldorfer Jungs in anderen Zentren. Der Neubau ist ein entscheidender Schritt dagegen."

Schaefer stellte klar, dass das Zentrum am Flinger Broich vor allem dem Zweck diene, Talente Fortunas und aus der näheren Umgebung im Verein zu halten. Deshalb sei auf längere Sicht kein Internat geplant: "Es wäre unsinnig, zum Beispiel bei einem Magdeburger Toptalent in den Wettbewerb mit Leipzig oder Wolfsburg zu treten - und nur für Jungs, die von weiter her kommen, wäre ein Internat interessant. Was die Spieler aus der Nähe betrifft, so werden wir die Zusammenarbeit mit den Schulen intensivieren."

Das Gebäude, so erklärte Sven Mühlenbeck, werde Fortuna gehören. Deshalb übernehme der Verein auch den Großteil der Kosten, obwohl es sich grundsätzlich um eine Bezirkssportanlage handle. "Das Gebäude übertrifft aber die Anforderungen einer solchen bei weitem." Beim Grundstück stieg Fortuna in die Erbpacht des insolventen SC Flingern ein. Die Fußballplätze hinter dem Gebäude sind übrigens das geringste Problem: Sie bestehen größtenteils schon, und ein großer neuer Naturrasenplatz soll bereits im September für die Jugendmannschaften nutzbar sein.

Quelle: RP
 
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