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Fortuna Düsseldorf
Fortunas letzte Instanz

Porträt: Michael Rensing: Über Köln und Leverkusen zu Fortuna Düsseldorf
Porträt: Michael Rensing: Über Köln und Leverkusen zu Fortuna Düsseldorf FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf. Wenn gar nichts mehr geht, hilft Michael Rensing - der Torhüter des Düsseldorfer Zweitligisten wird mit zunehmendem Alter immer besser. Trainer Funkel hat sich festgelegt: Rensing wird auch am Samstag im Pokal in Rostock spielen. Von Bernd Jolitz

Die Idee kam aus England, und sie wurde auf dem Kontinent gern übernommen. Im Pokal, so die Idee, können die Ersatztorhüter Spielpraxis sammeln, damit sie beim Warten auf ihre Chance in der Liga nicht die Lust verlieren. Auch bei Fortuna wurde das zuletzt so gehandhabt, so dass Lars Unnerstall in der vergangenen Saison im Elfmeterschießen der ersten Runde bei Rot-Weiss Essen zum Helden werden konnte.

Friedhelm Funkel freilich ist ein Trainer, der nicht jeden modernen Zirkus mitmacht. Bei ihm heißt die Box noch Strafraum, das Umschaltspiel noch Konter - und der Ersatztorhüter muss auf seine Chance warten. "Ich halte nichts von Wechselspielen, nur weil sich der Wettbewerb ändert", sagt Fortunas Chefcoach unmissverständlich. "Michael Rensing wird auch im Pokal bei Hansa Rostock spielen."

Verdient hat er es sich auf jeden Fall. Denn wenn auch an manch anderem Fußballer jenseits der 30 der Zahn der Zeit zu nagen beginnt, wird Rensing einfach immer besser. "Es tut schon richtig gut, einen Klassemann wie Rense hinter sich zu wissen", sagt Kapitän Oliver Fink über seinen Keeper.

Was Rensing besonders auszeichnet, ist seine Fähigkeit zur absoluten Konzentration. In den vergangenen Jahren ist es ihm hinter Fortunas seinerzeit sehr löchrigen Deckung häufiger passiert, dass er regelrecht im Dauerfeuer gegnerischer Großchancen stand - da ist es für einen talentierten Torhüter vergleichsweise leicht zu glänzen. Seit Funkel jedoch den schnellen Kevin Akpoguma an die Seite des erfahrenen und kopfballstarken Alex Madlung gestellt hat, steht die Düsseldorfer Viererkette sicherer, und es kommen weniger Bälle bei Rensing an. Da ist es umso wichtiger, die Konzentration zu bewahren, und das gelingt dem 32-Jährigen bislang glänzend.

Saisonübergreifend hat Fortunas Keeper in den jüngsten vier Partien nur zwei Treffer kassiert, beide beim 2:2 in Sandhausen. Selbst dort wäre es im Normalfall nur ein Gegentor gewesen, wenn nicht Madlung Korbinian Vollmanns harmlosen Distanzschuss unerreichbar für Rensing abgefälscht hätte. Ansonsten lief die Partie so ähnlich wie die anderen zuvor und danach: Was auf Rensings Kasten kam, wurde dessen Beute. So wie auch am Freitagabend beim 1:0 gegen den VfB Stuttgart der Kopfball Simon Teroddes. Und wenn mal ein seltsam flatternder Ball den Weg durch die Abwehr findet, dann ist sich "Rense" auch nicht zu schade, ihn auf unorthodoxe Weise mit dem Fuß aus der Gefahrenzone zu befördern - wie beim strammen Schuss des Stuttgarters Florian Klein.

Doch Rensing ist nicht nur immer besser geworden, sondern auch entspannter. Wirkte er in jungen Jahren mitunter verkrampft und in sich gekehrt, so ist er heute einer der ersten Ansprechpartner für junge Spieler. Er ist stets umgänglich, lächelt viel, ohne dabei im Entferntesten oberflächlich zu wirken. Bei Fortuna hat der Torhüter, der es einst als Kronprinz Oliver Kahns bei den Bayern nicht leicht hatte, endlich seinen Frieden gefunden.

Quelle: RP
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