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Fortuna Düsseldorf
Fortunas Sturm ist nur ein laues Lüftchen

Das Hinrundenzeugnis von Fortuna Düsseldorf
Das Hinrundenzeugnis von Fortuna Düsseldorf FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Die Hoffnung auf den Durchbruch von Joel Pohjanpalo erfüllte sich nicht. Auch die neu verpflichteten Angreifer des Fußball-Zweitligisten konnten bisher nicht überzeugen. Von Matthias Goergens

Joel Pohjanpalo hatte seinen Spitznamen schnell weg: "Iceman" nannten sie ihn bei Fortuna Düsseldorf, als er vor anderthalb Jahren seine ersten Minuten im Trikot des Fußball-Zweitligisten absolvierte. Ein "Eismann" aus Finnland also, mit blassweißer Haut, hellblonden Haaren und eisblauen Augen. Ein Frauentyp, durchaus. Und ein Stürmer, der vor dem Tor seine Chancen nutzte - treffsicher, eiskalt eben.

Insgesamt waren es am Saisonende elf Tore in 31 Pflichtspielen, vielleicht ließen die Fortuna-Verantwortlichen auch deshalb Top-Stürmer Charly Benschop nach Hannover ziehen. In der Hoffnung, Pohjanpalo möge die Lücke füllen und sich stetig besser entwickeln. Ein Fehler möglicherweise, zumal der vermeintliche Benschop-Ersatz Didier Ya Konan bisher ebenso wenig überzeugen konnte wie der Niederländer Mike van Duinen.

Porträt : Joel Pohjanpalo: Der finnische Torjäger bei Bayer 04 Leverkusen FOTO: dpa, mjh jai

Der von Bayer Leverkusen ausgeliehene 21-Jährige fand keinen neuen Partner, an dem er sich orientieren konnte oder der ihm die Lücken in die Verteidigung riss. Und der vermarktungstaugliche Spitzname "Iceman" schmolz so schnell dahin, wie die Minuten ohne Torerfolg für Joel Pohjanpalo verrannen. Mehr als 1000 standen auf der Uhr, als der Mittelstürmer seine Torflaute mit dem entscheidenden 1:0 gegen Eintracht Braunschweig beendete. "Oh ja, so fühlt sich Fußball viel besser an als noch vor ein paar Wochen", sagte Joel Pohjanpalo unmittelbar nach dem Sieg. Und irgendwie hatten alle gedacht, das muss es doch jetzt gewesen sein, der zündende Impuls für den eingefrorenen Torriecher des Finnen.

Doch eine Woche später das selbe Dilemma: Joel Pohjanpalo reihte sich ein in die Reihe der gescheiterten Angreifer gegen Union Berlin (0:3) und wusste, dass es auch an ihm lag. "Wir haben nicht getroffen, das war unser größter Fehler." Entsprechend deutlich war auch Interimstrainer Peter Hermann geworden: "Nur 15 Tore in 18 Spielen sind zu wenig für die zweite Liga. Und das liegt an allem." Was er nicht direkt sagen wollte, aber meinte: Manager Rachid Azzouzi muss in der Winterpause nicht nur einen neuen Trainer für den Kampf um den Klassenerhalt verpflichten, sondern dringend auch Verstärkung im Angriff.

Vielleicht hilft die Konkurrenz dann Pohjanpalo zu schon bewiesener Stärke. Wie es geht, weiß der 21-Jährige so gut wie jeder andere Fortune. "Wir müssen den Ball ins Netz schießen. Hätten wir keine Chancen im Spiel, hätten wir ein Problem. Aber so wie gegen Berlin ist es eigentlich ein ziemlich einfacher Job."

Der Spitzname "Iceman" liegt mittlerweile, wo er hingehört - auf Eis. Auf dem Feld rufen sie "Jolle". Hört sich auch nett an, passt zum freundlichen Finnen. Nur Torgefahr klingt anders.

Quelle: RP
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